Aufsatz 
Die thessalische Ebene / von Kriegk
Entstehung
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Onochonus, den Melalauko für den Onchestus. In Betreff des Ersteren ist bereits oben (S. 16) das Nöthige gesagt worden. Der Letztere aber ist ganz irrthümlich bestimmt; denn nach Polybius und Livius kam man zum Onchestus, wenn man von Pherà(dem heutigen Vele- stino) entweder nach Westen oder nach Nordwesten reiste 1). Es kann daher auch kaum zwei- felhaft sein, dass Leake Recht hat, indem er den am wesilichen Fuss des Karadagh her zum Asmak gehenden Fluss für den Onchestus der Alten hält.

Der jelzige Karlas See war der Boebe- oder Boebeis-See der Alten ²). Dies geht aus fol- gender Zusammenstellung hervor. Nach Orpheus(166) lag der Boebe-See in der Nähe des Peneus, nach Seymnus(612.) am Pelion, nach Strabo(9, 430. 436.) an dem äussersten Ende Magnesien's und des Pelion, sowie zwischen Larissa und Pheràâ und dem Küstenlande näher, als der Nessonis, nach Lucanus endlich(Ossaea Boebeis 7, 176) und nach Valerius Flaccus(1, 449,) am Ossa. Nach Stephanus(v. Surlæ) hiess der Boebe auch der Xynische See. Dies ist jedoch ein grosser Irrthum, da der Xynische See nach Apollonius(1, 67., vgl. mit Hyginus 14) im Lande Dolopien lag, und sonder Zweifel der jetzige Daukli-See im Othrys-Gebirge ist. Der Irrthum des Stephanus entstand offenbar dadurch, dass derselbe Argonaute, welchen Apollonius und Hyginus in einer dolopischen Stadt am Xynischen See geboren sein lassen, von Orpheus an den Boebe-See versetzt wird. Nach den Scholien zu Pindar(Pyth. 3, 60.), die sich dabei auf des Archinos Schrift über Thessalien berufen, hiess der Boebe auch Nessonis. Diese Verwechselung der beiden Namen kommt auch neuerdings öfters vor(8. oben S. 31), und kann vielleicht gerade für die nachge- wiesene Verbindung der beiden Seen sprechen.

Bei Euripides(Alcest. 606.) wird der Boebe zναꝝsς genannt, worin sicherlich niemand eine Beziehung auf eine besondere Beschaffenheit dieses Sees finden wird. Ovid(met. 7, 231.) hat den Ausdruck juncosa littora Boebes, welcher nach unserer obigen Schilderung wohl begründet ist. Valerius Flaccus(1, 449) nennt den See pinguis, wodurch Heinsius zu der sonderbaren An- nahme veranlasst wurde, dass Valerius den Boebe mit dem Titaresius-Fluss verwechsele. Rich- tiger hat Oudendorp jenes Wort auf das fruchtbare Marschland am Üfer des Sees bezogen; am richtigsten jedoch haben Pius und Burmann in demselben einen blossen poetischen Ausdruck er- kannt, durch welchen nur das Vorgetragene mehr belebt, nicht aber irgend eine von der Beschaf- fenheit anderer Seen abweichende Eigenthümlichkeit des Boebe bezeichnet werden solle. Die von Pindar(Pyth. 3, 60) erwähnten Boε⁵αοsν zoνεeot glaubt Leake in den auf der Westseite des Bassin's hervortretenden steilen und kahlen Felsen wieder erkennen zu dürfen, deren oben(S. 32) ge- dacht worden ist. Ebenso hält Leake und mit ihm Dodwell(174.) die berühmte Quelle Hypereia (Tmlosiaoνπ,»dμα dεooraæror, wie Sophokles sagt) ³) für identisch mit einer in der Stadt

¹) Polyb. 18, 3., Liv. 33, 6. Sonst wird meines Wissens der Onchestus nur noch von Stephanus s. h. v. und von Eustath. ad JI. 2, 506. erwäahnt.

²) Boebe bei Liv. 31, 41., Ovid met. 7, 231. B ετ und Boebeis mit und ohne Aurn und lacus bei Homer. II. 2, 711., Herod. 7, 129., Scymn. Chi. 612., Strab. 9, 430. 436., Propert. 2, 2, 63., Lucan. 7, 176, Valer. Fl. 1, 449., Plin. 36, 17. Borgeds 1:4 bei Hesiod. apud Strab. 9, 442., Pindar. Pyth. 3, 60. und dem Scholiasten, Stephan. v. Boin. Bolαεια ⁶μμαν bei Eurip. Alc. 606., Stephan l. c. Ausser den genannten Adjectiv-Formen, über welche man Stephan. v. v. Bolg, Aluxgun und Boda vergleiche, kommt noch Boebeius bei Valer. Fl. 3, 542. vor. Uebrigens leiten die Scholien zu Pindar. l. c., nach gewohnter griechischer Weise, den Namen des Sees von einer Nymphe her. Der Scholiast zu Eurip. I. c. sagt, der See werde auch Meoowrie genannt, was eine Verwechselung sowohl des Begriffes, als der Schreibung ist.

¹) Homer. JI. 2, 734., 6, 457., Pindar. Pyth. 4, 222., Strab. 9. 431. u. 439., Valer. Flacc. 4, 375., Plin. H. N. 4, 8, Steph. s. b. v., Schol. ad Pindar. Pyth. 4, 221, Eustath. ad JI. 2, 683 u. 6. 456.

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