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Jahr vorher nur ein unbedeutender Wasserzulauf vom Peneus her Statt gefunden. Mitunter, wie- wohl selten, soll der See sogar ganz trocken sein. Die Ufer des Sees sind, den angegebenen Verhältnissen zu Folge, wechselnd und sumpfig. Wolken von Mücken umschwärmen den ganzen See In vegetabilischer Hinsicht zeichnen sich die Ufer durch Weideland, durch viele Binsen und durch Reichthum an Bäumen aus ¹).
Ueber die Grösse des Karlas-Sees enthält kein Bericht eine Angabe. Aus der Zusammen- stellung der verschiedenen Zeit, welche Gell, Vaudoncourt und Bartholdy auf ihren Reisen von Velestino nach Larissa und den dazwischen liegenden Orten brauchten, lässt sich die Längener- streckung des Sees zu etwa 4 Stunden Wegs annehmen. Ueber die Breite fehlt es ebenfalls an einer Angabe; diese ist aber nicht nur stellenweise schr verschieden, sondern sie wechselt auch nach Jahren und Jahreszeiten. Die Tiefe des Sees in seiner Mitte betrug in dem wasserarmen Jahre, in welchem Leake ihn besuchte, fünf Palmen, also nur etwas über drei Pariser Fuss; Leakchörte aber, dass sie beim höchsten Wasserstand 25 Palmen oder mehr als 15 Fuss betrage ²). Der See ist sehr reich an Fischen, und der Fang derselben bildet neben der Bebauung des sehr fruchtbaren Bodens um ihn herum die einträglichste Beschäftigung der Anwohner. Die Fische des Sees sind Kar- pfen, Aale und ein kleiner Plattfisch. Sie nehmen natürlich in trockenen Jahren an Zahl ab, und verschwinden wohl auch ganz. Wenn dagegen mehrere Jahre hinter einander günstig sind, so bietet der See den Fischern eine sehr reiche Ausbeute dar. Uebrigens kommen alle Fische des Sees aus dem Peneus; in jenem selbst findet keine Laiche Statt ³).
Von den Nebenffüssen des Sees und des Asmak ist der bedeutendste ein Gewässer, welches aus mehreren OQuellen auf den Höhen der von Velestino nach Pharsalus gehenden Strasse ent- springt, an der Westseite des Karadagh(Mavrovuni) hinfliesst, gegen dessen nördliches Ende hin das Ansehen eines Flusses erhält, und, nachdem es um dieses herumgeflossen ist, gegenüber von Plessia in den Asmak mündet 4). Auf der Ostseite des Karadagh fliessen nach Dodwell (173— 180) und Gell(266— 272) um zehn Bäche in den See hinab. Gegenüber, auf der östlichen Seite des Sees, muss von dem Höhenzug, welcher dort den Rand des Bassin bildet, ebenfalls eine Anzahl Bäche dem See zufliessen. Von diesen wird blos einer besonders angeführt, der von der Stadt Agia herabkommende Melalauko(Milolavko), welcher nach Pouqueville(III, 63) in den See selbst, nach Leake's Karte aber in den Asmak fällt. Auch Daniel und Gregorios(239) führen ihn als einen durch Agia gehenden Fluss an. Wir erwähnen bei dieser Gelegenheit noch eines anderen thessalischen Flusses, welchen Pouqueville(III, 60. 62.) und Beaujour(180) unter dem Namen Fluss von Rejani anführen, und der nach dem Ersteren durch den Nezero-Sumpf in den Peneus fliesst. Ich vermuthe, dass allerdings ein solcher Fluss vom Dorfe Rejani herab- kommt, dass er aber in den Asmak mündet, und dass Pouqueville den Asmak selbst als den letz- ten Theil des Rejani-Flusses angesehen hat. Pouqueville hält den Rejani Fluss für den antiken
¹) Leake III, 373. uud IV, 403. 419— 421. 423— 425. 430 f. In Betreff der Vegetation siehe noch Dodwell 174 und Pouqueville III, 70 f.
²) Scymnus Chius 612. nennt den See eine lurn Sαεινσc.
²) Leake IV, 423— 425. 431., Dodwell 178., Awνεν τα Jονπꝓοσο 203. u. 219.
*) Leake IV, 401. 454 Vaudoncourt 363. u. 489. redet von einem bei Velestino entspringenden Fluss, welcher am See her bei Rhizomilo vorbeifliesse und in der Nähe Larissa's dem Peneus zufliesse. Dieser Fluss würde also zwischen dem Karadagh und dem See her fliessen, wahrend doch nach Dodwell und Gell von jenem Bergzug herab viele Flüsse in querer Richtung dem See zuströmen. Vaudoncourt verwechselt offenbar den Westen des Karadagh mit dem Osten, und war nuch über die Mündung des bezeichneten Flusses nicht gut unterrichtet.


