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Dorf Petra liegt. Eine andere, ganz isolirt in der Ebene dieser Seite stehende Höhe, welche aber kleiuer und niedriger ist, befindet sich 2—3 engl. Meilen weiter südöstlich, und ragt gleich einer lIunsel aus dem Wasser hervor. Der ebene Theil des Bodens der Niederung, welcher nicht vom See eingenommen wird, ist von vortrefflicher Beschaffenheit und, soweit nicht Wasser ihn be- deckt, angebaut; manchmal geht aber die Aussaat in Folge der Ueberschwemmungen des Sees unter 1¹).
Das beschriebene Bassin erscheint auf allen Karten als eine von der übrigen thessalischen Ebene ganz abgeschiedene Kesselebene, deren Gewässer weder mit dem Fluss-System des Peneus zusammenhängt, noch einen Abfluss zum Meere hat, also durch Verdünsten sich in seinem gewöhnlichen Stande erllt ²). Indessen erscheint in keinem Reiseberichte eine Spur von einer Erhebung des Bodens, welche das Bassin an seinem nördlichen Ende von dem Gebiet des Peneus absonderte. Ausserdem gibt Leake ganz bestimmt an, dass der See mit dem Peneus durch einen Wasserlauf verbunden sei, ja dass er sogar den grössten Theil seines Wassers von jenem Fluss erhalte. Leake hat aber eines Theiles das Land zwischen Larissa und dem Nordende des Sees und anderes Theiles beide Seiten des Sees ihrer Länge nach bereist, sowie zweimal denselben überschritten, während alle anderen Reisenden an demselben nur vorübergezogen sind. Er theilt ferner sowohl eigene Beobachtungen, als auch eingezogene Erkundigungen mit, welche ins Ein- zelne eingehen. Wir können und müssen deshalb seine Darstellung als richtig annehmen. Es erhalten aber dadurch die plastischen und hydrographischen Verhältnisse der thessalischen Ebene eine Gestalt, welche von dem, was bisher die Karten gaben, sehr verschieden ist, und zugleich ebenso, wie das oben(S. 12) über die Gegend der Kolokythia Gesagte, die Mangelhaftigkeit und Unzuverlässigkeit so mancher Reiseberichte erkennen lässt ³).
Nach Leake’s Angaben geht eine Wasserrinne, Asmak oder Asmaki genannt, vom Nezero- Sumpf in den Karlas See, und führt, wenn jener durch den ausgetretenen Peneus angefüllt ist, das überflüssige Wasser in diesen See. Diese Wasserrinne enthält in trocknen Jahreszeiten nur stillstehende Pfützen, welche jedoch zum Theil tief sind. Anderes Wasser, als das vom Asmak zugeführte, erhält der See blos durch einige von den umliegenden Höhen herab ihm zufliessende Bäche. Gewöhulicher Weise beginnt die vom Peneus herrührende Anschwellung des Sees Mitte Februar und dauert bis Mitte April. Als Leake am See war, hatte im laufenden Jahr gar kein, im
1) Leake I, 444., IV, 403. 419— 421. 453 f.
²) Nach Gell 270. herrscht bei den Einwohnern die Meinung, dass der See dieses Bassin'’s in einer Insel ein Kataba- thron habe, durch welches seine Wasser abfliessen.
²) Wir führen als ein Beispiel wieder Pouqueville's Bericht an. Dieser verlegt(III, 66) das Dorf Rhizomilo auf die Ostseite des Sees und gibt dessen Entfernung von anderen Orten in bestimmten Zahlen an. Rhizomilo liegt aber auf der Westseite des Sees, wie nicht nur Leake, sondern auch Vaudoncourt, welche Beide durch diesen Ort gereist sind, zeigen. Ebenso verlegt Pouqueville(III, 68) das Dorf Petra nicht blos auf die Ostseite des Sees, sondern er nennt es auch den aussersten südostlichen Punkt der thessalischen Ebene; und doch liegt es, wie oben angegeben worden ist, auf der West- seite des Sees und noch dazu in der Mitte derselben. Auch die Karte von Lapie, welche wenigstens in Betreff Thessalien's grösstentheils nach Pouqueville's Angaben gezeichnet ist, kann uns solche Beispiele an die Hand geben. Nach ihr heisst das den Sce im Osten begrenzende Gebirg Mavrovuni. Dieser Namen bezeichnet aber, wie wir oben gesehen haben, einen im Westen des Sees liegenden Bergzug, und es geht noch dazu aus dem von Pouqueville III, 60. u. 66. Gesagten hervor, dass auch dieser unter dem Namen Mavrovuni eine im Westen des Sees gelegene Landstrecke versteht. Das letz- tere Beispiel, welchem leicht noch andere beizugeben wären, kann zeigen, welch geringen Werth Lapie's Karte für Thessalien’s Geographie überhaupt hat. Und doch sagt Otfried Muller(Dorier II, 511 f.), keine Karte von Nordgriechen- land scheine mit solcher Genauigkeit und grossen Sorgfalt gearbeitet zu sein, als jene.
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