Aufsatz 
Die thessalische Ebene / von Kriegk
Entstehung
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von Hesychius angeführt und durch τον dm erklärt wird, so dass sich der Namen auf den merkwürdigsten Theil des Peneus-Laufes, das Tempe, welches Philostratus(icon. 2, 14.) die xiax ron orauoi neunt, beziehen würde. Tzetzes dagegen erklärt ihn für ein ungriechi- sches Wort ¹).

Der Peneus wird auch, und zwar wie es scheint nicht selten, Fluss von Larissa genannt (Bartholdy 70). Sein türkischer Namen ist Kostum oder Kiöstem ²). Hadschi Chalfa, der sich dieses Namens gewöhnlich bedient, gebraucht an einer Stelle(101) dafür den Namen Schef- talunehr d. i. Pfirsich-Floss. Lucas sagt, vom letzten Theil des Peneus Laufes redend, der Peneus heisse heut' zu Tage Ababa, und auf einer Karte des Amsterdamer Atlasses von 1642 wird der Fluss Asababa genannt ³). Ich finde diese beiden Namen sonst nirgends erwähnt, ver- muthe aber, dass sie soviel als Baba Fluss bedeuten sollen und früher für den untersten Theil des Peneus(von der Stadt Baba am Tempe an) gebraucht wurden, indem es bei den Neugriechen mehrfach vorkommt, dass ein Fluss streckenweise nach einem an ihm liegenden Ort benannt wird. Endlich wird noch von einem der älteren Commentatoren Ovid's das Wort Pezin als Na- men des Peneus angeführt); da dieses Wort ganz unerklärlich lautet und sonst nirgends er- wähnt wird, so muss in Betreff desselben ein Irrthum obwalten.

n. Der Sumpt Nezero oder der antike Nessonis.

Zwischen Larissa und dem Tempe, etwa 3 ¼ Stunden von diesem und gegen anderthalb Stunden von Larissa entfernt(Gell 273 ff.). befindet sich eine morastige Niederung, welche heut' zu Tage bei den Griechen Nezero oder Ezeros und Mavrolimne, bei den Türken Kara-Su oder Karatjair heisst 5). Die keiseberichtebezeichnen dieselbe als ausgedehnt, geben aber kein Mass ihrer Grösse an. Sie besteht aus einer sumpfigen Strecke Landes, welche in regenarmen Som- mern bis zu dem Grade austrocknet, dass man sie bebauen kann, zu anderen Zeiten aber von dem austretenden Wasser des Peneus so sehr angefüllt wird, dass sie einen See bildet, welcher den grössten Theil des Winters hindurch Wasser enthält, und zuweilen das Reisen von Larissa auf dieser Seite des Flusses unmöglich macht. Nach Leake führt sogar ein bald unterhalb Larissa beginnender Kanal vom Peneus zu diesem Sumpf, und auch Gell gedenkt eines solchen, welcher im Sumpfe neben der Landstrasse her laufe. Eine kleine niedrige Insel und mehrere Tumulus ſinden sich im Nezero, auf dessen sumfigem Boden die Störche sich in grosser Zahl aufzuhalten pflegen. Eine Chaussée, welche auf Bogen ruht, durchzieht denselben, um die Verbindung zwi- schen Larissa und dem Tempe zu unterhalten).

¹) Tzetz. Chil. 9, 696: Kal NXæναμαινρέοεα πιανν μυem⁷⁷ς H◻ʃι⁴ςοισιε⁴εμιιφας.

²) Bjornstähl 130., Hadschi Chalfa 100 u. 102. Lucas, voyage en 1705 p. 276. schreibt Licoustum.

²) Lucas, voy. en 1712 p. 43. Toonel des Aerdryck oft nieuwe Atlas ugtghegheven door Wilh. en Joh. Blaeu, Amsterd. 1642 fol.

¹) Ad met. 1, 452: Peneus, hodie Salampria, ut alii Pezin.

²) Leake I. 445. u. IV, 403, Pouqyueville III, 54., Aaνιν τηαι ννια̈ο 2 3.(wo der Sumpf Ernode heisst), Melerε Ih. II. S. 448.(wo der Name Ereνs geschrieben ist). Meletios selbst gibt den Namen Ezeros einem anderen Sumpfsee, dem Boebe; sein Ilerausgeber Gazi berichtigt aber diesen Irrthum. Auch Daniel und Gregorios haben diesen Irrthum begangen, führen aber doch an, dass Andere den hier in Rede stehenden Sumpf Ezeros benenneten. Bjorustähl 211. schreiht statt Kara-Su Karla-Su.

³) Pouqueville III, 54., Morée II. 55, Clarke 276., Hlolland 285., Lenke IV, 403, Gell 273 f. u. 283., Dodwell 188. Als Leake die betreffende Gegend bereiste, war der Peneus in einem ganzen Jahr nicht ein einziges Mal übergetreten, und der Nezro enthielt desbalb nur wenig Wasser.