Aufsatz 
Die thessalische Ebene / von Kriegk
Entstehung
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Einen anderen Namen des Flasses kannte das Alterthum nicht. Es wird zwar noch eines zweiten gedacht; aber dieser war nach der Art, wie Strabo seiner Erwähnung thut, nicht nur nicht im Volksgebrauch, sondern er ist sogar höchstwahrscheinlich für die blosse Erfindung zweier Thessalier zu halten. Auch gedenkt desselben niemand als Strabo, aus welchem nachher Stephanus und Eustathius ihn anführen ¹). Strabo berichtet nämlich in seiner Beschreibung Armeniens, dieses Land habe nach der Meinung der beiden Thessalier Kyrsilos und Medios, welche unter Alexander dem Grossen in Asien gedient hatten, seinen Namen von ihrem Landsmann Armenos, einem der Argonauten, erhalten und auch der in Armenien fliessende Araxes sei erst von diesem Armenos so benannt worden, und zwar Wegen seiner Aehnlichkeit mit dem Peneus, welcher ebenfalls Araxes geheissen habe, weil er sich durch Auseinanderreissen(* τι ἀmπμασοσαεα⁹ des Ossa und Olympus einen Weg gebahnt habe. Die Vorsicht, mit welcher Strabo diese Notiz mittheilt, indem er die Ausdrücke qaæotõ und»outovot einschiebt, gebietet gleiche Vorsicht bei der Benutzung seiner Angabe. Er zählt in jener Stelle alle die Aehnlichkeiten auf, welche die erwähnten thessalischen Officiere zwischen ihrer Heimath und dem Lande Armenien gefunden haben wollen. Nun ist aber bekannt, wie gern die Begleiter Alexander's des Grossen Aehnlich- keiten zwischen Asiatischem und Griechischem aufsuchten, und wie leicht in allen Dingen sich das finden lässt, was man eben durchaus finden will. Es ist ferner ebenso bekannt, dass jene Männer sich mitunter nicht scheuten, halbe Aehnlichkeiten willkürlich zu ganzen zu machen, wie denn Zz. B. nach Strabo die genannten beiden Militärs, der gesuchten Aehnlichkeit zu Liebe, den Namen der thessalischen Stadt Ormenion geradezu in Armenion umwandelten. Unter diesen Um- ständen wird der Namen Araxes als ein zweiter Namen des Peneus höchst verdächtig, und es ist mehr als wahrscheinlich, dass derselbe seine Entstehung als eines solchen den erwähnten Kriegs- gefährten Alexander's verdankt, indem dieselben wegen der nahe liegenden Ableitung des Wor- tes Araxes von oderen, abreissen, und wegen der Aehnlichkeit beider Plüsse in Betreff des Durchströmens einer Schlucht, welche durch gewaltsame Spaltung entstanden war, den Namen des armenischen Flusses Araxes auf den Peneus ebenso willkürlich übertrugen, wie sie auch den Namen Armenien vermittelst eines mythischen Armenos auf eine thessalische Stadt Bu be- Ziehen wussten.

Der Peneus hat seinen antiken Namen nicht über die erste Zeit des Mittelalters hinaus be- hauptet, sondern in dieser Hinsicht das Schicksal der übrigen griechischen Flüsse gehabt, welche fast insgesammt ihre antiken Namen verloren haben ²). Bei dem byzantinischen Geschichtschreiber Nicetas Choniatas kommt zwar(Alex. Comn. 3. p. 390) der Namen Peneus noch vor, allein offen- bar nur weil Nicetas ihn, gleich dem Namen Oeta und anderen, aus seiner Lectüre im Gedächtniss hatte, nicht weil er zu seiner Zeit noch gebräuchlich war. Anstatt dieses Namens führt der Fluss im Mittelalter und in der neueren Zeit den Namen Salambria(Salambria) oder Salabria. Die- ser Namen kommt zuerst bei Anna Komnena vor 3). Er erscheint auch noch in folgenden Formen: Salembria, Salembra, Salympria, Selymbria. Spanheim(zu Callim. in Del. 105) und Olearius(zu Philostr. icon. 2, 14. p. 831) leiten dieses Wort von G.⁴άσoder derνανροο(αμνασ) her, welches

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¹) Strab. 11, 530 f., Stephan. v. Aodsns, Eustath. ad Dionys. 739. ²) Bartholdy 70 f. sagt sogar, alle griechischen Flüsse hätten ihren antiken Namen verloren, mit alleiniger Ausnahme der athenischen Quelle Kallirrhoé.

3) 5, 141 f. Paris. Tzetzes zu Lycophr. Alex. 1146 ertheilt ihn irrthümlich dem Sperchius(Irrνεέμοα οεα Seo- 0εας, v- ad́ο ℳ⁴⁵ρεεα²).