— 26—
nur noch dasjenige, was Leake sagt, hinzuzufügen. Der Peneus, heisst es bei diesem Schriftsteller (391. 396 f.), sei im Tempe selbst zur Zeit des December nicht reissend, sondern sehr ruhig und mit stetigem Laufe dahin geflossen; nur die Stellen, an welchen Inseln und Wehren sich befän- den, hätten eine Ausnahme davon gebildet, und nur nach schweren Regengüssen nehme der Fluss überall einen anderen Charakter an.
i. Beschaffenheit des Peneus-Wassers, namentlich in Betreff seiner Farbe.
Das Wasser des Peneus enthält viel Erde; es ist deshalb unrein, wird aber von den Einwoh- nern Trikala's und Larissa's, welche kein anderes Trinkwasser haben, getrunken, nachdem sie es filtrirt haben, oder auch mehrere Tage in Cisternen haben stehen lassen. An und für sich selbst ungesund, wird es durch die angegebene Reinigung nicht nur angenehm von Geschmack, son- dern auch leicht verdaulich ¹). Von einer Eigenthümlichkeit, welche Theophrast(bei Seneca nat. quaest. 3, 25, 3.) und Plinius(2, 53.) dem Peneus-Wasser zuschreiben, dass nämlich die Schaafe, welche es tränken, schwarze Wolle bekämen, reden wir natürlich nur anführungsweise.
Trübe und von schmutzigem Aussehen muss das Wasser dieses Flusses, nach der Be- schaffenheit des von ihm durchflossenen Landes, zu allen Zeiten gewesen sein. Von den neue- ren Reisenden sagt Dodwell(1841. 196) sogar, die Oberfläche des Peneus sehe ganz ölartig aus. Bartholdy(70. 140) und Björnstähl(130) reden von einer gelblichen Schmutsfarbe desselben, und Letzterer findet ihn in dieser Hinsicht der Tiber sehr ähnlich. Hawkins(bei Walpole p. 530) will zwar die gelbe Farbe nicht zugeben, erklärt aber doch auch, dass das Wasser schmutzig aussehe. Brown(135) allein von allen Reisenden bezeichnet dasselbe als ganz klar und hell. Dieser Widerspruch eines einzigen Berichterstatters aber hebt sich von selbst auf, wenn man bedenkt, dass Brown den Peneus in der trockensten Zeit des Jahres sah, und noch dazu in einem Jahre, das sich durch Hitze und Trockenheit so sehr auszeichnete, dass viele thessalische Flüsse ganz austrockneten.
Bei dieser Beschaffenheit des Peneus-Wassers hat eine Stelle Homer's den Intepretatoren viel zu schaffen gemacht. Diese Stelle lautet wörtlich folgendermassen:„Der liebliche Titaresios, welcher sein schön strömendes Gewässer in den Peneios sendet, aber sich nicht mit dessen Sil- berstrudeln vermischt, sondern wie Oel über ihn hinweg fliesst; denn er ist ein Abfluss des stygischen Wassers, des furchtbaren Eidesstromes“ ²). Dieser Ausspruch Homer's wird von den Schriftstellern des späteren Alterthums in verschiedener Weise aufgefasst und erklärt. Strabo sagt(9, 441): T3 ude 0y Tos IInreio ν deν oru 16%, T0 ½ rTosë Inaondiovu 1επιαιι C½ τντ 1„, dor' od Guνμιμαα ννᷣ, α e utv nœæνrοε xντεeε ur arov. Plinius(4, 8.) spricht also: Accipit(Peneus) amnem Orcon nec recipit, sed olei modo supernatantem, ut dictum est Homero, brevi spatio perlatum abdicat: poenales aquas dirisque genitas argenteis suis misceri recusans. Lucan(6, 376 ff. gibt Homer's Worte in folgender Weise wieder: Solus, in alterius nomen cum venerit undae, Defendit Titaresus aquas lapsusque superne Gurgite Penei pro siccis utitur arvis. Hunc fama est Stygis manare paludibus amnem Et capitis memorem
2) Leake IV, 291. 296., Björnstähl 195 f. 197., Pouqueville, Morée II. 56., Dodwell 219., Bartholdy 70. 2) II. 2, 753 ff.: 0d τ uς(uεοντινν Tτασάισισοεεέςορꝙ ertᷣν⁵οντo,
0* IIειιν roir 2νιςσςον(0οιο,
0ν IIitiᷣ νmννμέοννᷣεu Kꝓdεννi
ld, αν 4ινιμντης⁵σέ 2r,εα ει ενιμαμοων
O0xo„⁴ dαν ripce T0αν 6 10 2r ⁶G ο8.


