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(II. 2, 751) erwähnte Eigenschaft des Wassers dieses Flusses wird unten im Abschnitt i. die Rede sein. Lucan(6, 375), Seneca(Troad. 846.) und Vibius Sequester(p. 19.) nennen den Fluss Titaresos oder Titaressos, und so schreiben auch die Handschriften des Philostratus (Icon. 2, 8. p. 825) mit Ausnahme einer einzigen. Plinius(4. 8) und nach ihm Vibius nennen den Fluss Oreus. Da jedoch dieser Namen sonst nirgends vom Titaresius gebraucht und na- mentlich weder von Strabo, noch von Stephanus erwähnt wird, so bin ich geneigt zu glauben, dass er auf einem Misverständniss beruht und durch Homers Worte Oorov„do dswνs rvpos 5αν εστιν e/ο6E veranlasst worden ist. 1
h. Länge, Breite und Tiefe des Peneus.
Die Länge des Peneus bestimmt Plinius(4, S) auf 500 Stadien d. h. auf 12 ½ geographische Meilen, was ganz falsch ist, da sich die Länge der Strasse, welche von Metzovo, dem einer Haupt- quelle des Peneus am nächsten gelegenen Orte, über Stagus, Trikala und Larissa am Peneus her bis in die Nähe seiner Mündung führt, sich auf ctwa 33 Stunden oder 16 ½ geogr. Meilen berechnet und natürlich bei weitem nicht so viele Windungen hat, als der Fluss. Pouqueville(Morée II, 50) gibt dem Peneus eine Länge von mehr als 70 Stunden(oder 35 Meilen) wodurch also der Lauf des Flusses über das Doppelte länger wäre, als jene Strasse. Andere Angaben fehlen uns,
Was die Breite und Tiefe des Peneus betrifft, so nennen zwar Kallimachus(in Del. 109.), Scymnus Chius(609), Statius(Theb. 4, 143) und Aelian(V. H. 3, 1) den Peneus einen grossen Fluss; dies ist aber der Peneus nur im Vergleich mit den übrigen fliessenden Gewässern Grie- chenland's. Er hat im Allgemeinen eine geringe Breite und Tiefe. Beides bleibt sich jedoch nicht immer gleich; der Peneus hat vielmehr mit allen griechischen Flässen die Eigenschaft gemein, dass er, je nach den Jahreszeiten, nicht nur öſters, sondern auch plötzlich steigt und fällt. Er be- sitzt sogar diese Eigenschaft vielleicht in noch höherem Grade, als die übrigen Flüsse Griechen- land's, weil in ihm alle Gewässer einer grossen, von hohen Gebirgen umgebenen Ebene zum Meere abfliessen. Er ist im Sommer gewöhnlich niedrig; im Winter dagegen, sowie bei anhaltendem Regen und nach der Schneeschmelze auch im Sommer, steigt er so sehr, dass er stellenweise über seine Ufer tritt und mitunter ganze Strecken Landes verheert. Namentlich ist ein Theil der Stadt Larissa öfters seinen Ueberschwemmungen ausgesetzt, und Holland berichtet, dass ein Jahr vor seiner Reise einige hundert Hütten dieser Stadt vom Peneus zerstört worden seien ¹). Ebenso fand Clarke(300), als er im December durch das Tempe ging, den Peneus nicht nur hoch angeschwollen, sondern seine Fluthen enthielten auch schr grosse Bäume(trees of immense magnitude), die er auf seinem oberen Laufe mit sich fortgerissen hatte. Dass der Fluss nament- lich am Ende seines Laufes das Land oft verheerend überschwemme, ergibt sich von selbst: zerstörte er doch 1810 dort sogar eine steinerne Brücke! Aber auch in dem oberen Theile des Peneus-Laufes finden temporäre starke Steigungen seines Wassers und Ueberschwemmungen Statt. Björnstähl(143 u. 188) konnte z. B. bei Trikala das eine Mal ganz leicht durch den Peneus reiten; wenige Wochen nachher aber war der Fluss so angeschwollen, dass das Wasser dem Pferde bis an den Bauch reichte. Dass in der Nähe jener Stadt eine durch die Ueberschwem- mungen des Peneus entstandene, auf beiden Ufern sich ausbreitende Sumpfstrecke liegt, ist be-
¹) Hadschi Chalfa S. 101,, Dodwell S. 184, Gell p. 272., Holland p. 266.


