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Einen Fluss dieses Namens gab es jedoch im Alterthum gar nicht. Seine Existenz beruht nur auf Handschriften des Vibius Sequester(p. 5.), welche statt Enipeus Emicasus, Emisacus und Emisatus schreiben. Dass dies aber ein Versehen der Abschreiber ist, kann nicht im geringsten bezweifelt werden. Erstens kommt nämlich keiner der zuletzt genannten drei Namen irgendwo sonst vor, und zweitens würde, wie schon Reland bemerkt hat, Vibius einen solchen Fluss, wenn er existirt hätte, in seinem alphabethischen Verzeichnisse der antiken Gewässer gewiss angeführt haben.
g. Die linken Nebenflüsse des Peneus im Alterthum und in der neueren Zeit.
Der Kachia-Fluss, welchen Leake den Fluss von Kratzova oder von Miritza nennt, entspringt nach Pouqueville am Berg Flamurista und haf einen Lauf von etwas mehr als 21 ital. Meilen. Drei Viertelstunden abwärts von ihm mündet der Fluss der Meteo ren, wel- chen Pouqueville auch den Bonatchi nennt, und der nach ihm aus einem am Berg Natchovo gelegenen See entspringt ¹). Einer von diesen beiden Flüssen muss der Ion gewesen sein, dessen von allen Schriftstellern nur Strabo(7, 327.) gedenkt. Dieser sagt, die Tymphäer, denen die der Stadt Trikka(Trikala) benachbarte Stadt Aeginium gehörte, hätten mit den unterhalb des Pindus wohnenden Thessaliern um den Besitz der Peneus-Quellen gestritten. Dann setzt er hinzu, am Flusse lon liege die Stadt Oxyneia, 120 Stadien von der Stadt Azorus entfernt, und nahe der Ersteren sei Aeginium, sowie die Mündung des lon. Nun geht aber aus einer Inschrift, welche Leake in Stagus fand, mit Gewissheit hervor, dass diese Stadt das alte Aeginium ist. Auch steht wegen des Umstandes, dass Strabo die Lage der am lon gelegenen Stadt Oxyneia nach ihrer Entfernung von einer im Norden des Peneus gelegenen Stadt bestimmt, ganz fest, dass der lon ein linker Nebenfluss des Peneus war. Welcher aber von den beiden genannten Flässen der lon gew esen sei, ist nicht zu entscheiden, so lange nicht die Lage von Oxyneia und Azorus festgestellt ist.
Der AVramissa oder der Fluss von Raksa entspringt nach Pouqueville aus einem See, der sich in dem zwei Stunden östlich von Stagus entfernten Libotchovo-Gebirg befindet. Deswegen und weil bei Livius(44, 2. u. 3) ein Ascuris erwähnt wird, hält Pouqueville ihn für den Fluss Ascuris. Es gab aber gar keinen Fluss dieses Namens, und der bei Livius vorkom- mende See Ascuris befand sich, wie aus der Livianischen Beschreibung des Krieges der Römer mit Perseus aufs klarste hervorgeht, nicht im Gebiet des oberen, sondern in dem des untersten Peneus, nämlich in einem Passe des Olympus, durch welchen man das Tempe umgehen konnte.
Der Woiwoda-Fluss, den wir für identisch mit Leake's Komerki halten, und welchen Leake einen Bach nennt, entspringt nach Pouqueville vier ital. Meilen nordöstlich von seiner Mündung. Der Kamak oder Kaimak, bei Leake Deresi und Trikalino genannt, entspringt nach Leake(I, 425. 429. 431., IV, 530) bei Sotira, nur eine halbe Stunde von Trikala entfernt, und fliesst wasserarm, sowie mit kaum bemerkbarer Bewegung durch diese Stadt, hat aber, wie seine grosse steinerne Brücke zeigt, in der Regenzeit einen ganz anderen Charakter. Leake,
¹) Pouqueville II, 329., III, 15 f. 18., Leake I, 418., IV, 262. 278. Der Letztere, welcher den Meteoren-Fluss nicht erwähnt, lässt den Kachia-Fluss etwas oberhalb Stagus münden, und identiſicirt ihn also mit jenem. Er fügt hinzu, dass dieser Fluss fast eben so gross als der Peneus sei.
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