Aufsatz 
Die thessalische Ebene / von Kriegk
Entstehung
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den Hussnamen zurück. Man Sicht, dass Strabo durch diese so aufgeſasste Stelle seines Werkes nicht, wie Grosskurd meint, mit sich selbst in Widerspruch steht, da er ja blos referirend eine fremde Ansicht, welche er dahin gestellt sein lässt, mittheilt. Dass Homerische Scholiasten denn nur diese meint Strabo sicherlich zu der bezüglichen Stelle Homer's jene Bemerkung gemacht und den angegebenen Ünterschied beider Flüsse gelehrt haben, hat nach der ganzen Art dieser Lemte ebenso wenig etwas Unwahrscheinliches in sich, als dass die Benennung Eni- seus die Grille eines klügelnden Grammatikers sein kann. Zu bemerken ist übrigens noch, dass auch Eustathius(ad 0d. 11. 239. p. 131) in seinem Exemplar Strabo's Erata Stehen hatte, sowie dass umgekehrt der Epitomator Strabo's diese Lesart nicht hat. Ausser jener Umänderung des Namens Enipeus in Eniseus bei Strabo kommen in den Handschriften des Vibius Sequester noch die Formen Enipheus und Enifeus vor. Grosskurd legt mit Uinrecht einen Werth auf dieselben, und häft sie für die absichtliche Aenderung eines Klüglings, da sie doch ebenso gut zufällig entstanden sein und für Verschen der Absehreiber gebalten werden kännen.

Der Apidanus wird von antiken Dichtern folgendermassen charukterisirt. Euripides (Hecenb. 450) nennt ihn den Vater des schönsten Wassers, Apollonius Rhodius(Arg. 1. 36., 2, 515) einen wirbelnden, sowie einen heiligen Fluss, Propertius(1, 3, 6.) herbosus, Ovid(Met. 1. 580) einen Greis. Valerius Flaccus ¹) und Lucan(6, 372.) stellen, im Gegensatz gegen Ovid, ihn als reis- send dar. Will man durchaus in solchen Dichter-Ausdrücken mehr als willkürlich gewählte Töne zur Belebung der Darstellung finden: so muss man die Ovidische Bezeichnung des Apidanus auf den Lauf desselben in der Ebene, die entgegengesetzte Schilderung des Flusses aber, welche bei Apollonius, Valerius Flaccus und Lucan vorkommt, auf seinen Gebirgslauf beziehen. Dagegen ergibt sich nicht blos aus diesen, sondern auch aus anderen Stellen, dass der Namen Apidanus dem bedeutenderen, der Namen Enipeus dem schwächeren der beiden sich mit einander vereini- genden Flüsse ertheilt war; auch führte der vereinigte Fluss den ersteren Namen ²). Eine Aus- nahme bildet eine Stelle Strabo's(S, 356.), in welcher der Enipeus als der Haupitfluss bezeich- net wird. Diese Stelle steht jedoch sogar mit einer anderen Stelle Strabo's selbst(9. 132) in Widerspruch. Mit Recht haben daher die Editoren Strabo's die erstere Stelle als eine durch die Abschreiber verdorbene betrachtet und auf mehrfache Arten, von welchen die Grosskurdische unstreitig die richtigste ist, gcändert. Den Namen des Flusses schreibt Vibius Sequester(p. 5. 6. 10. 14. u. 16) einmal Apidanus, die anderen Male Epidanos. Dies rührt von den zwei bei den Griechen gebräuchlichen Formen ldœwße und Airdαde her, von denen die erstere z. B. bei Herodot vorkommt. Ueber den Asopus und Melas als angebliche Nebenflüsse des Apidanus ist bercits oben(S. 17.) die Rede gewesen.

Den Sofadhitiko bezeichnet Otfried Müller auf seiner Karte als den antiken Onoc honus. Dass es dafür gar keinen bestimmten Grund gibt, geht aus dem oben(S. 16.) Gesagten hervor. Leake(IV. 499) hält denselben Fluss, Otfried Müller(Dorier II, 524 ff.) aberden Fersaliti für den Cu- ralius Strabos(9, 138): diesen erklärt jedoch Strabo für einen linken Nebenfluss des Peneus, und zwar mit so deutlichen Worten und naheren Andeutungen, dass es unmöglich ist, den Curalius auf die andere Seite des Peneus zu versetzen. Endlich hält noch Vaudoncourt 155) einen der im Westen der Stadt Pharsalus fliessenden Arme des Apidanus-Systems für den antiken Emicas us.

¹) Valer. Flacc. 1, 367: Segnior Apidani vires ubi sentt Enipeus. ¹) S. unter Andern auch Orpb. Arg. 164. Vibius Sequ. p. 5 und Eustath ad Diad. 2, 683. p. 320.