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im Januar keineswegs reissend und nur etwa zwei Fuss tief; ersetzt hinzu, dass der Erstere nie- mals austrockne, was dagegen oft mit dem Fluss von Sofadhes im Sommer geschehe.
Dass das Strom-System des Sofadhitiko und Fersaliti identisch ist mit dem des Apidanus und Enipeus der Alten, darüber kann nicht der geringste Zweifel obwalten; denn mit diesen Na- men werden von den alten Autoren zwei Flüsse bezeichnet, welche zwischen dem Othrys und Peneus laufen, und zuletzt mit einander vereinigt in den Peneus münden, und von denen der eine nahe nördlich der Stadt Pharsalus vorbeifliesst 1). Auch sind darüber alle Gelehrten einig. Da- gegen ist bis jetzt noch streitig, welcher der beiden Hauptarme, der Sofadhitiko oder der Fersaliti, der Enipeus, welcher der Apidanus sei. Dies zur Entscheidung zu bringen ist nicht anders als dadurch möglich, dass die Lage von Melitäa, Piresiä und anderen Städten festgestellt wird. Eine solche Untersuchung und Fesstellung kann aber ohne eine chorographisch-antiquarische Unter- suchung der thessalischen Ebene und ohne eine ihr vorausgegangene specielle Darstellung der diese umgebenden Gebirge nicht gemacht werden. Wir werden Beides später zum Gegenstand be- sonderer Abhandlungen machen, und lassen daher jetzt jene Fruge dahin gestellt sein. Dagegen soll hier angegeben werden, was in den Schriften der Alten sich als Eigenthümlichkeiten beider Flüsse ausgesprochen findet.
Beim Enipeus bezeichnet Lucan(7. 224.) mit den Worten stagna undantis Enipei eine Eigenschaft, welche an und für sich bei einem durch die thessalische Ebene fliessenden Gewässer nicht unwahrscheinlich ist. Bei den griechischen und römischen Dichtern finden sich ausserdem folgende Epitheta vom Enipeus gebraucht: bei Homer ²) heisst(0d. 11, 237. 239. u. 241) der Enipeus ols ddνros orauαν, deios und dwniets(der strudelnde), bei Virgil(Georg. 4, 367.) altus, bei Ovid(Met. 1, 579) irrequietus, bei Lucan(6, 373.) numquam celer nisi mixtus, bei Valerius Flaccus(1, 83. u. 367., 5, 209) tumidus, segnis und magnus, bei Claudian(d. III. cons. Honor. 116 und bell. Get. 183) pulcher und virginibus dilectus, bei Apollonius Rhodius(1, 38) 3). Es wird wohl Niemanden einfallen, diese Ausdrücke antiker Dichter auf wirkliche her- vorstechende Eigenschaften des Enipeus beziehen zu wollen, um so mehr da sie sich zum Theil widersprechen. Ebenso wenig wird jemand daran Anstoss nehmen, dass Apollonius Rhodius (1, 38) von dem Apidanus und Enipeus, die sich nach Leake kurz vor ihrer Mündung in den Peneus, oder nach Pouqueville in der Gegend von Pharsalus d. i. etwa 5 Stunden vor ihrer Mün- dung mit einander vereinigen, sagt, sie flössen ᷑ᷣσόο d. i. eine lange Strecke mit einander vereinigt. Homer und nach ihm Andere erzählen eine Mythe, nach welcher Poseidon, die Gestalt des Flusses Enipeus annehmend, mit der Tyro den Pelias und den Neleus gezeugt habe, und Ovid bringt damit die Entstehung des Geschlechts der Aloiden in VYerbindung ⁴). In den meisten Stellen der Alten ist es unklar gelassen, ob in dieser Mythe der thessalische oder der elische Fluss Enipeus gemeint ist. Strabo bezieht dieselbe ausdrücklich auf den Letzteren, während Propertius und Philostratus die Mythe nach Thessalien versetzen. Der Yater der Tyro, Salmoneus,
¹) Man sehe namentlich Strabo S, 356. und 9, 432., Apollon. Rhod. arg. 1, 38., Herodot. 7, 196., Vibius Sequ p. 5. u. 9. Oberl., Thucyd. 4, 78., Appian. bell. civ. 2, 75., Lucan. 7, 116. 224., Eustath. ad Iliad. 2, 683. p. 320., Valer. Flacc. 1, 367.
¹) In so fern Homer den thessalischen Enipeus meint.
¹) Dieses Epitheton bezicht sich gleich dem obigen lπαααπ, wie Philostrat. icon. 2, 8. p 823. zeigt. auf die von Homer und Anderen erzahlte Mythe vom Enipeus.
⁴) Homer. Od. 11, 234 HI. Apollod. 1, 9. 8., Propert. 1, 13, 21., 3, 17, 13., Strab. 8, p. 356., Ovid. Met. 6, 116., Lucian. dial. mar. 13., Philostrat. icon. 2, 8. p. 821. und epist. 42. p. 932.
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