Aufsatz 
Die thessalische Ebene / von Kriegk
Entstehung
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endigt); der westliche führt nach dem Orte Sofadhes, an welchem er vorbeifliesst, den Namen Sofadhitiko. Beide bilden vereinigt einen Fluss, welcher etwa ein Drittel der Breite des Peneus hat, und kurz vor seiner Mündung in diesen auf der Westseite einen Nebenfluss aufnimmt. Dieser Nebenfluss kommt in zwei Armen vom Agrapha-Gebirg herab, welche Beide den ganzen Sommer hindurch Wasser haben, und von denen der östliche über Kalifoni und Velesi, der westliche über Skelitza fliesst, um sich unterhalb Kardhitza in einer sumpfigen Gegend mit einander zu vereinigen.

Der Fersaliti, welcher einen längeren Lauf hat, als der Sofadhitiko, entspringt bei Gura an der Westseite des Gipfels des Othrys-Gebirges, und fliesst reissend durch enge Schluchten über Ineli und nahe bei Ghenitzarokhori vorbei, wo er zwischen zwei steilen Höhen in die Ebene ein- tritt, und zwar als ein schon breiter Fluss, welcher im Winter oft furchtbar wird, im Sommer da- gegen manchmal austrocknet. In seinem weiteren Lauf fliesst er zwischen Duvlatane und Zangli hin, an welch letzterem Ort ein Pass von seinen Ufern zu der Ebene von Armyro und zum Busen von NVolo leitet ¹1). Weiter abwärts, bei dem in geringer östlicher Entfernung von Pharsalus gelegenen Orte Derengli, empfängt der Fersaliti links einen Nebenfluss, welcher von Südwesten her aus einer Schlucht, durch welche die Strasse von Pharsalus nach Zeitun führt, hervorkommt und dann an Ober- und Nieder-Tjaterli vorbei fliesst. Von Derengli weiter geht der Fersaliti in einer nördlichen Entfernung von 20 30 Minuten an Pharsalus vorbei. Zwischen ihm und dieser Stadt, zehn Minuten von Letzterer befindet sich ein anderer Fluss, welcher natürlich irgendwo in den Fersaliti münden muss. Die Strasse von Pharsalus nach Larissa führt vermittelst einer Brücke von sieben Bogen über den Fersaliti. Aus der Zahl dieser Bogen schliesst Leake, dass der Fluss dort manchmal stark anschwelle; er selbst fand ihn im November schmal, von klarem Wasser und nur etwa zwei Fuss tief. Der weitere Lauf des Flusses bis nach Vlokho ist unbekannt.

Der Sofadhitiko entsteht aus zwei Armen, die sich erst zwei bis drei engl. Meilen vor ihrem Zusammenfluss mit dem Fersaliti, also nur wenige Stunden vor der Mündung des vereinigten Sofadhitiko und Fersaliti in den Peneus, mit einander vereinigen. Der westliche dieser beiden Arme, der Fluss von Sofadhes genannt, entspringt im Agrapha-Gebirge, und zwar auf dem bei Rendhina gelegenen Berge Zygiasta Nera, tritt durch einen Engpass zwischen Dranista und Smokovo in die Ebene ein, geht durch Sofadhes, fliesst dann zwischen hohen Ufern weiter nach, Maskoluri und Mataranga, nimmt etwas unterhalb des letzteren Ortes den kleinen Fluss Katakhloro, welcher am Fusse des Agrapha-Gebirges bei Magula entspringt, in sich auf, und vereinigt sich nachher mit dem östlichen Arm. Dieser oder der Fluss von Vrysia entspringt am Fusse der zwischen Pharsalus und Thaumakos gelegenen nördlichsten Theile des Othrys- Gebirges aus einer Anzahl reicher Quellen, deren stärkste bei Vrysia sind ²). Der Fluss von Vrysia ist wasserreicher, als der Fluss von Sofadhes. Den Letzteren fand Leake bei Mataranga

¹) In Betreff des letzteren Theiles seines oberen Laufes stimmt Leake's Text nicht ganz mit der beigegebenen Karte überein.

²) Pococke halt den in einem flachen Bergkessel dee nördlichen Othrys gelegenen Daukli-See für die Quelle dieses Flussarmes; seine Annahme widerspricht aber den Berichten aller anderen Reisenden. Lucas führt einen Fluss des Namens Sinarly an, welchen er auf dem Wege von Pbarsalus in dem nõrdlichen Theil des Othrys passirt habe; mit dieser kurzen Notiz ist aber nichts anzufangen, da Lucas seine Reise-Roufe nicht im Einzelnen angibt. Pouqusville nennt einen Fluss, der sich nördlich von Pharsalus mit dem Sataldsche-Potamos auf dessen linker Seite vereinige, den Fluss von VIacho-Jani, und erklärt diesen für den Enipeus, den Sataldsche-Potamos aber für den Apidanus der Alten Diese Notiz ist, wie man sieht, eben so wenig brauchbar.