Aufsatz 
Die thessalische Ebene / von Kriegk
Entstehung
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F. Die bemerkenswerthesten rechten Nebenflüsse des Peneus im Alterthum Gund in der neueren Zeit.

Den Klinovo-Fluss, welcher(nach Pouqueville III, 14 f.) sechs Stunden westlich von seiner Mündung entspringt und eine Stunde vor seiner Mündung das Flüsschen Aivani auf- nimmt, hält Pouqueville, jedoch ohne einen Grund dafür auszusprechen und ohne überhaupt mehr zu thun, als vier Stellen alter Schriftsteller anzuführen, für den Anaurus der Alten. Der Anaurus war aber ein Fluss Magnesiens. welcher in den Golf von Volo floss, und gerade die von Pouque- ville angeführten Stellen geben mit Ausnahme einer einzigen, welche jedoch den Fluss ebenfalls in den Süden Thessalien's verlegt, den Beweis, dass der Anaurus nirgends weniger als im oberen Stromgebiet des Peneus zu suchen ist.

Der Veterniko- Fluss(Porteiko oder Aspropotamo) entspringt in demjenigen Theile der epirotisch thessalischen Gebirgskette, welcher das Gebirge von Agrapha oder auch von As- propotamo heisst. Er fliesst durch den Pass von Portes mit grosser Schnelligkeit in die Ebene hinab, auf welcher er ein breites Bett bildet und in mehrere Arme getheilt dem Peneus zulauft y. Pouqueville hält diesen Fluss für den Phönix der Alten, gibt aber wieder keinen anderen Grund dafür an, als dass er die Worte beisetzt: Wofrig, Plin., Lucan., citati ab Ortelio. Auf solche Weise sind freilich die von den Alten erwähnten Flüsse leicht zu bestimmen. Wir bemerken dagegen Folgendes. In griechischen und römischen Schrifistellern wird öfters eines Flusses Phönix ge- dacht, welcher bei den Thermopylen hiesst, und diesen meint auch Lucanus(6. 374.), weil er ihn neben den ebenfalls dort fliessenden Flüssen Asopus und Melas anführt. Andererseits be- zeichnen Plinius(4. 8) und Vibius Sequester(p. 5. und 16. Olear.) mit dem Namen Phönix einen im inneren Thessalien fliessenden Fluss; Vibius fügt aber hinzu, dass dieser Phönix in den (mitten durch die thessalische Ebene fliessenden) Apidanus falle. Ein auf dem westlichen Grenz- gebirge Thessaliens entspringender, durch die thessalische Ebene nur an ihrem westlichen An- fang und blos einekleine Strecke weit fliessender Fluss kann also nicht identisch mit diesem Phönix sein. Uebrigens beruht die bei Vibius vorkommende Erwähnung des Phönix und seiner Mündung in den Apidanus, wie Hessel und Oberlin richtig bemerken, blos darauf, dass Vibius die Stelle Lucan's misverstanden hat. Es bleibt also für einen zweiten thessalischen Fluss des Namens Phönix nur die Stelle des Plinius als Beweis übrig, und da ist denn doch wohl sehr zu bezwei- feln, dass die von Plinius ohne irgend einen Zusatz gemachte Erwähnung eines Flusses Phönix im inneren Thessalien hinreichend ist, um die dortige Existenz eines solchen annehmen zu dürfen.

Der Fanari- Fluss entspringt südlich vom Veterniko auf demjenigen Theile des epirotisch- thessalischen Gebirges, welchen Pouqueville Smokovo, Leake Agrapha nennt. Nach dem ersteren Reisenden fliesst er an Fanari und Gardiki vorbei und fällt an einer nicht näher bezeichneten Stelle in den Peneus. Nach Leake, bei welchem der Fluss Bliuri oder Piliuri(Maltouoe, IIndουe*) heisst, fliesst er durch eine Schlucht nach Musaki, tritt nahe bei diesem Ort in die Ebene ein, und geht dann an Ghelanthus, Episkopi, Fanari und Magula vorbei in die Kolokythia und durch die- selbe zum Peneus ²). Der Fanari-Pluss ist klarer, tiefer und ruhiger fliessend, als der Veterniko;

¹) Leake IV, 520 f., Björnstahl 186 f, Pouqueville III, 35.

¹) Auch hier kann ein Beispiel gegeben werden, wie leicht man es sich oft bei Landerbeschreibungen und bei der Anfertigung von Karten macht. Die Karte von Lapie lasst den Ort Fanari acht Stunden in gerader Linie vom Peneus entfernt sein und mitten im Gebirge liegen. Nuch Leake dagegen. welcher jenen Ort selbst besucht und die Umgegend desselben durchreist hat, liegt Fanari höchstens zwei Stunden vom Peneus eutfernt und mitten in der Ebene.