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selbst steht durch eine andere Rinne, den Asmak, mit dem Karlas-See in Verbindung, wel- cher ebenfalls hauptsächlich vom Wasser des Peneus gespeist wird. Beide Bassins, sowie der sie verbindende Wasserlauf erhalten vom Ossa und von den südlich ihm anliegenden Höhen herab Zuflüsse, von welchen der Fluss von Rejani der bedeutendste zu sein scheint ¹). Die Be- schreibung des Peneus-Laufes durch das Tempe ist in meiner Schrift über diese Schlucht ge- geben; ich übergehe sie deshalb hier ganz. Nur das Eine füge ich hinzu, dass auch Leake (III, 391 f. 396 f.), dessen Werk über Nordgriechenland mir bei der Abfassung jener Schrift noch unbekannt gewesen war, sagt, der Peneus habe im Tempe einen stetigen und ruhigen Lauf. ausser wo derselbe durch Felsen oder durch Einrichtungen zum Fischfang etwas gehemmt sei. Sogar im December, als der Fluss wasserreich war, fand Leake seinen Lauf ruhig.
e. Unterer Lauf des Peneus.
Der Peneus, welcher beim Austritt aus dem Tempe sein Bette sehr ausbreitet, fliesst von da an über eine 4— 5 englische Meilen(etwa l geographische) breite, ganz flache Ebene, zwischen sumpfigen, mit Schilf und Bäumen bewachsenen Ufern und in vielen Windungen langsam zum Meere hin ²2). Auf diesem Wege ist seine Hauptrichtung zuerst nördlich, dann südöstlich. Seine Mündung, welche Choiseul-Gouffier unter 39⁰ 56“ 58⁄nördl. Breite und 20⁰° 33 42“ östl. Länge (von Paris) setzt, ist nur durch eine Lagune vom Fusse des Ossa getrennt; Meletios dagegen lässt sie 80 Stadien(also 2 Meilen) vom Ossa entfernt sein, was nur auf den Gipfel oder doch auf die höheren Theile des Ossa überhaupt bezogen werden kann. In alter Zeit scheint der Peneus eine andere Mündung gehabt zu haben, und Leake meint, diese sei der Tempe-Schlucht gerade gegenüber gewesen. Nach starken Regengüssen oder nach der Schneeschmelze in den Gebirgen überschwemmt der Peneus öfters seine Mündungsebene, und verursacht dann mitunter bedeutenden Schaden; indessen ist diese Ebene, obgleich sie fruchtbaren Boden hat, wenig an- gebaut. Sie verdankt ihre Entstehung offenbar den Anschwemmungen des Peneus, und dieser scheint auch seit der Zeit des Alterthums sie nicht wenig vergrössert zu haben. Nach Lukas führte dort im Jahre 1714 eine hölzerne Brücke über den Peneus. Diese muss später zerstört und durch eine andere ersetzt worden sein, da die neueren Reisenden nur von einer steiner- nen Brücke reden. Auch die Letztere, welche nach Hadschi Chalfa Popasköpri d. i. Pfaffen- brücke, nach Leake die Brücke von Laspokhori hiess, wurde 1810 von den Fluthen des Flusses weggerissen. Sie lag etwa eine halbe Stunde vom Ende des Tempe entfernt, und hatte, was wir zum Beweis der Ungenauigkeit der meisten Reiseberichte anführen, nach Dodwell neun, nach Beaujour zwölf, nach Pouqueville zwanzig Bogen. Dicht an ihr, auf der linken Seite des Flusses, stand ein Zollhaus. Pouqueville erwähnt auch Ueberreste eines römischen Brückenkopfes an dieser Brücke. Dass die Brücke wieder hergestellt wurde, ist bei der Wichtigkeit der bequemsten Strasse, welche aus Thessalien nach Macedonien führt, höchst wahrscheinlich ³).
¹) Holland 285., Pouqueville, Morée II, 55., Grèce III, 60. 62., Beaujour 180, Leake IV, 291. 403. Ueber die genannten beiden Sumpfseen werden wir weiter unten ausführlich handeln.
²) Solin. 8: Peneus praeter Ossam Olympumque decurrens Thessalica facit Tempe, undisque apertior Macedoniam ac Magnesiam interluens in Thermaeum sinum decidit.
¹) Die Hauptstellen über den unteren Lauf des Peneus sind: Leake III, 401— 404., Lucas voyage en 1714 p. 43., Hadschi Chalfa 101., Gell 280., Beaujour 187 f., Vaudoncourt 154., Pococke 223., Dodwell 202., Clarke 301., Pouqueville III, 55., Choiseul-Gouffier, voyage pittoresque de la Grèce vol. II, partie 1. p. 116., MeAerο⁹ Th. II. S. 436.


