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sieht, dass auch in diesem Falle Leake den Vorzug verdient, weil seine Angaben ganz bestimmt sind und auf wirklicher Beobachtung beruhen.
Im weiteren Laufe(von Tzighioti abwärts) fliesst der Peneus dicht am Fusse des Gebirges her, welches die thessalische Ebene im Norden begrenzt, und bei Zarko tritt er in ein aus Kalk- steinfelsen gebildetes enges Thal, welches er schnell und wirbelnd durchfliesst. Bei Gunitza, zwei Stunden oberhalb der Stadt Larissa, geht er aus dicser Schlucht wieder in die Ebene, und zwar durch eine Oeffnung derselben, welche etwa eine halbe englische Meile breit ist und nur für den Fluss Raum hat ¹). Einen unterhalb Zarko mündenden Fluss, dessen sonst nirgends Erwäh- nung gethan wird, nennt die Karte des Griechen Rhigas Monokero. Der Peneus fliesst von Gu- nitza an durch die flache und niedrige Ebene von Larissa hin, und tritt schon bei Gunitza, noch mehr aber bei Larissa im Winter öfters über sein linkes Ufer, sowie er auch manchmal in die Strassen der Stadt Larissa eindringt. Auch unterhalb dieser Stadt tritt er auf seiner rechten Seite öſters über das rechte Ufer, und hier liegt nahe demselben eine der Kolokythia ähnliche Sumpffläche, Nezero genannt, welche er mitunter in solchem Grade überströmt, dass die Reisenden nicht auf dem gewöhnlichen Wege von Larissa zum Tempe gelangen können, sondern auf dem linken Ufer dahin gehen müssen ²). 5
Die Stadt Larissa liegt auf dem rechten Ufer des Peneus; ein kleiner Theil derselben aber befindet sich auf dem linken Ufer. Eine breite steinerne Brücke, welche 300 Fuss lang ist und nach einem Berichterstatter acht, nach anderen neun, zehn, zwölf oder gar sechszehn Bogen hat, verbindet beide Theile mit einander. Die Pfeiler derselben haben durchlaufende Oeffnungen, damit bei Anschwellungen des Flusses das Wasser schneller abfliesst, und so die Brücke gegen die Gewalt der Fluthen geschützt ist. Der Peneus fliesst unter einem Gürtel von Weiden, Platanen und anderen Bäumen zur Stadt Larissa hin, und auch abwärts derselben zieren Gärten und Bäume seiue Ufer. Von Larissa geht der Fluss zum Tempe. Etwa auf der Hälfte dieses Weges fliesst er noch einmal durch eine Klisura oder Verengung, den felsigen Pass von Dereli, welchen die hier auf einer kleinen Strecke zusammentretenden Ausläufer des Ossa und Olymp bilden ³).
Unterhalb Larissa erhält der Peneus sowohl vom Olymp, als vom Ossa mehrere meist kleine Zuflüsse. Ein wirklich bedeutender Nebenfluss ist dort der vom Olymp herabkommende, also auf der linken Seite einmündende Saranta-Poros oder Xe raghi, welcher oberhalb der so eben erwähnten Klisura mündet ⁴). Ein kleiner Kanal ist, etwas oberhalb Turnovo, aus ihm nach Larissa geleitet, um die Gärten und Pflanzungen dieser Stadt zu bewässern ⁵). Auf der rechten Seite be- findet sich unterhalb Larissa und nicht weit von dieser Stadt entfernt die sumpfige Niederung Nezero oder Ka ratjair, in welche der Fluss, wenn er angeschwollen ist, sein über- flüssiges Gewässer abgibt. Eine Rinne geht aus dem Peneus in diese Niederung. Die Letztere
¹) Leake I, 432— 434., III, 368. 370., IV, 291 f., Bjornstahl 13., Holland 252 f. Zur Beurtheilang des Werthes der verschiedenen Reiseberichte bemerke ich noch, dass Pouqueville des für die Kenniniss der Bodenverhaltnisse und des Peneus-Laufes so wichtigen Felsenthales von Zarko mit keinem Worte erwahnt.
²) Leake 368, IV, 403, Holland 266., Pouqueville Morée II, 55.
²) Pouqueville III, 41. 43 f., Morée II, 55., Holland 253 f. 266„ Walpole bei Clarke 270., Gell 272., Hadschi Chalfa 102, Brown 135., Lucas voyage en 1705, 276, Bartholdy 72. 131., Vaudoncourt 151., Bjornstahl 199, Dodwell 184., Leake I, 435., III, 381., IV, 298.
*¹) Leake III, 333 f 345. 351 f. 358 f., IV, 295 f. 299., Pouqueville Morée II, 55, Gréece II, 429., III, 50 f., Brown 127 f, Vaudoncourt 153, Holland 286.
²) Leake III, 358 f 370, IV, 295 f.


