Aufsatz 
Die thessalische Ebene / von Kriegk
Entstehung
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Trikala, zwischen dieser Stadt und dem Peneus, ein Fluss, welchen er Komerki nennt, parallel mit dem Peneus dahin; zwei andere aber fliessen, der eine, welcher vom Khassia-Gebirg herab- kommt und bei Mertzi in die Ebene eintritt, am Eingang der Vorstadt(suburbs) vorbei, der zweite mitten durch die Stadt. Von dem Letzteren, also dem Kamak oder Kaimak Björnstähl's, sagt Leake, er werde heut' zu Tage Deresi und Trikalino genannt. Ausserdem bemerkt er, dass man auf der Reise von Stagus nach Trikala diesen nämlichen Fluss schon eine kleine halbe Stunde vor Trikala passire; somit würde der dritte und vierte Fluss Pouqueville's einer und der- selbe sein. Auch den Woiwoda Fluss kennt Leake; er bezeichnet ihn mit diesem Namen ¹). Nach Leake's Karte mündet der Woiwoda Fluss, welcher offenbar mit dem Komerki identisch ist, erst mehrere Stunden unterhalb Trikala, nachdem er noch eine Zeitlang parallel mit dem Peneus ge- flossen ist, in diesen Fluss. Der Deresi oder Trikalino aber verbindet sich noch etwas weiter abwärts, in der Nähe von Kolokoto, mit dem Peneus ²). Nach den Angaben aller anderen Reisen- den, sowie nach Lapies Karte mündet der Woiwoda oberhalb Trikala, der Trikalino aber nahe bei dieser Stadt. Bei diesem Widerspruch der Berichterstatter müssen wir mit aller Bestimmtheit der Aussage Leake's beipflichten. Erstens ist Leake der einzige von ihnen, welcher den Peneus in der Gegend von Kolokoto überschritten und also dort, wo die Strasse vom Peneus entfernt liegt, diesen Fluss näher kennen gelernt hat. Zweitens gibt er seine dortige Route über den Trikalino und den Peneus im Einzelnen genau an. Drittens haben er und Björnstähl allein von allen Berichterstattern den Peneus auch bei Trikala überschritten, während die übrigen dort eben- falls in einer gewissen Entfernung von ihm vorübergegangen sind. Nun erwähnt zwar Björn- stähl keines Flusses, den er zwischen dem Peneus und der Stadt Trikala überschritten habe; sein Bericht ist aber gerade in Betreff dieser Route sehr kurz, und deshalb der detaillirtere von Leake demselben vorzuziehen.

d. Mittlerer Lauf des Peneus.

Als den mittleren Lauf des Peneus sehen wir diejenige Strecke des Flusses an, welehe mit seinem Eintritt in die offene thessalische Ebene bei Trikala beginnt, und mit seinem Austritt aus dem Tempe endigt. Er ist zum Unterschied von dem oberen ein Lauf durch Ebenen, welcher nur an drei Stellen, bei Zarko, im Tempe und eine kleine Strecke oberhalb dieser Schlucht, wieder zwischen Bergen hinzieht und dort den Charakter eines Ebenen-Laufes verliert. Der Fluss wird breiter und in seinem Laufe langsamers seine Ufer aber entbehren des Malerischen, durch wel- ches sie im oberen Laufe ausgezeichnet sind, und haben, zumal da sie meistens auch von Bäu- men entblösst sind, einen einförmigen Charakter ³).

Drei bis vier Stunden von Trikala abwärts liegen links vom Peneus die Dörfer Plokovo, Kolokoto und Makro-Tzighioti, rechts Kortiki und Keramidi in einer für den Lauf des Flusses merkwürdigen Gegend. Diese Gegend ist nämlich auf beiden Seiten des Flusses die niedrigste

¹) Die betreffenden Stellen der Berichterstatter sind: Pouqueville III, 27 29., Bjornstahl 161 166. 187 f., Beau- jour 181 f., Leake I, p. 425. 429. u. 431, IV, p. 530. In Lindner's Gemalde der europaischen Türkei, Weimar 1812, welches Buch grossentheils ein Auszug aus Hadschi Chalfa ist, wird S. 472. gesagt, Trikala liege an dem Flusse Kostum, der sich in den Peneus ergiesse; mit dem Namen Kostum wird aber von Hadschi Chalfa nicht ein Nebenfluss des Peneus, sondern dieser selbst benannt.

²) Leake I, 431 und IVY, 289.

²) Holland 251., Pouqueville III, 38.