Aufsatz 
Die thessalische Ebene / von Kriegk
Entstehung
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Vom Malakassi Khan an fliesst der Peneus bis Stagus in einem anfangs engen, nachher aber allmälig breiter werdenden Thale, in welchem er ausser einigen Bächen zuerst eine Stunde unterhalb jenes Khan links den von Pouqueville mit dem Namen Fluss des Zygos Prosilion belegten Fluss, dann rechts die Godovasda, nachher ebenfalls rechts den Klinovo-Fluss, hierauf links den Fluss von Kachia und endlich dreiviertel Stunden von der Mündung des Letz- teren, sowie eine Viertelstunde vor der Stadt Stagus den Fluss der Meteoren aufnimmt. Das Thal, in welchem der Peneus auf diesem oberen Theile seines Laufes brausend über einen unebenen, zum Theil felsigen Boden hiurollt, ist durch Anmuth der Formen und dureh Frische der Vegetation ausgezeichnet. Die den Fluss umgebenden Berge sind reich bewaldet. Das Thal selbst ist zum Theil angebaut. Es enthält schon bei der Mündung des Klinovo-Flusses, bei welcher es bereits eine englische Meile breit ist, eine zum Anbau von Reis und Mais benutzte Sumpfstrecke ¹).

Der zweite Theil des oberen Laufes des Peneus erstreckt sich von Stagus bis nach Trikala. Von der ersteren Stadt an werden die Berge des Peneus-Thales niedriger, und treten weiter von einander zurück. Der Fluss selbst wendet sich zwei englische Meilen unterhalb Stagus zum Fuss der grossen epirotisch-thessalischen Gebirgskette hin, und fliesst eine Strecke weit in süd- licher Richtung; dann hat er wieder einen südöstlichen Lauf, und in der Gegend von Trikala beginnt er, mit dem Eintritt in die grosse Ebene, seinen nach Osten gerichteten Mittellauf. Um die Ecke, welche der Peneus in der Gegend von Trikala bildet, bestehen seine beiden Ufer aus einer ganz flachen Strecke Landes, die er im Winter oft überschwemmt, und zwar bald mit zu- sammenhängender Wassermasse, bald so, dass er sich in zwei oder drei Arme theilt. Leake, welcher dies berichtet(I, 420 u. IV. 529), sagt sich widersprechend das eine Mal, der Boden dieser im Winter sumpfigen Gegend sei sehr gut, das andere Mal aber, derselbe sei sandig und unangebaut. Was auch hiervon das Richtigere sein mag, jedenfalls verengen solche Ueber- schwemmungsstellen das Gebiet des Ackerbaues, und Leake bezieht mit Recht auf diese und ähn- liche Stellen der Peneus-Ufer Strabo's Wort: Tæöta ò'eori τd ie Gerrallag, eudαοsotarn Tdoα ν o otauοrsotée goru(Strabo 9, 430).

Zwischen Stagus und Trikala fällt in den Peneus auf der rechten Seite kein bemerkenswer- ener Fluss, mit Ausnahme des Veterniko, welcher auch Porteiko oder Aspropotamo ge- nannt wird und in der Gegend von Trikala, südwestlich von dieser Stadt dem Peneus zufliesst 2). Auf der linken Seite nimmt der Peneus nach Leakes Bericht ebenfalls keinen einzigen Fluss, nach Pouqueville aber drei Flüsse auf. Von diesen wird der zuerst einmündende, beim Dorfe Ruxon oder Raksa vorbei fliessende durch Pouqueville nicht namentlich bezeichnet, auf Lapie's Karte aber der Fluss von Raksa und in Björnstähl's Bericht Avramissa genannt. Den zweiten nennt Pouqueville den Fluss von Woiwoda, den dritten, welcher 20 Minuten vor Trikala vorbei fliesst, lässt er wieder namenlos. Ein vierter Fluss endlich läuft nach Björnstähl, der ihn Kamak und Kaimak d. i. Quellwasser nennt, mitten durch die Stadt Trikala, und nach Beaujour mündet derselbe bei dieser Stadt. Nach Leake fliesst dreiviertel Stunden südlich von

¹) Die Belegstellen für die Beschreibung dieses Theiles des Peneus-Laufes sind: Pouqueville III, 13 18., Leake I, 416 418, Beaujour 182 185., Holland 227. 229 f. 244. Sonderbarer Weise lassen Pouqueville(Morée III, 87) und Hobhouse(62) den Zygos Prosilion-Fluss oder Malakassi-Fluss, welcher nach Ersterem beim Malakassi-Khan mündet, noch einmal etwas unterhalb Stagus fliessen. Die Mündung des Klinovo ist nach Pouqueville anderthalb Stunden von der des Zygos Prosilion-Elusses, also dritthalb Stunden von Malakassi, nach Holland aber 4 Stunden von diesem Orte, sowie von giagus nach dem Letzteren etwas über 5 cng! Meilen oder etwas mehr als 1 geogr. Meile entfernt.

²) Pouqueville III, 35, Beaujour 184, Björnstahl 186 f., Leake IV, 520 f.