—,— heben. Diese Ausnahme, welche die Bodenform Thessalien's von der allgemeinen Configuration Griechenland's bildet, musste eben sowohl dem Griechen selbst, als auch allen es durchreisenden Fremden in die Augen springen; man erkennt daher in allen Beschreibungen Thessalien's jenen Eindruck, welchen das Auffallende, das Fremdartige macht. Von anderen Ländern Europa's möchte Böhmen sowohl in Hinsicht auf seine Bodenform. als auch in Betreff der Art, wie es aus einem grossen Binnensee ein bewohnbares Land geworden ist, am meisten mit der thessalischen Ebene zu vergleichen sein.
Wenn auf diese Weise Thessalien seiner Form nach ein grosses geographisches Interesse darbietet, welches durch die geologischen Beziehungen desselben noch erhöht wird: so ist seine weit ausgedehnte Bodenfläche historisch von nicht geringerer Bedeutung. Die thessalische Ebene war ja eines Theils ein Haupt-Schauplatz ebensowohl der ersten wie der letzten Kämpfe der altgriechischen Volksstämme um die nach ihnen benannte Halbinsel, und anderen Theils der Wohn- sitz eines Volkes, welches durch Stamm-Charakter, Jebensweise und Bildung sich sehr bestimmt von den südlich wohnenden Völkerschaften Griechenland's unterschied.
Ihrem Haupt-Charakter und dem Gesammtanblicke nach besteht die thessalische Ebene aus einem grossen fruchtbaren und reich bewässerten flachen Lande, aus welchem wohl Hügel oder Hügelzüge, aber nur ein einziges, jedoch niederes und hügelartiges Gebirg(der Karadagh im Westen des Karlas-Sees) hervorragen, und dessen monotone Form und üppiges Grün mit den meist nackten Felsengipfeln, die es amphitheatralisch ¹) umgeben, auffallend contrastiren ²). Der Charakter der thessalischen Ebene wird durch folgende Ausdrücke antiker Schriftsteller bezeich- net: οοαα ν d. i. was wir Bergkessel nennen ³); das Wort cuneatus oder, wie Andere lesen, caveatus bei Plinius(4, 8), welches eben denselben Begriff hat: salισπεεαν d. i. von hohen Bergen umgeben ⁴); doαi⁴ d. i. langgedehnt und schmal in Bezug auf die sich zum Rinnsaal des Peneus vertiefende Kesselform ⁵5); xο⁵aν bei Plato(de leg. p. 625); 70„ s⁴α τ HPeεrtμμν leuνεοοv bei Heliodor(Aethiop. 2, 7.); areia, d. i. soviel als spatiosa oder das vorhergehende eν⁶εμςοον, bei Plutarch(Arist. p. 324); regna campi lata Thessalici in eben derselben Bedeutung bei Seneca(Troad. 880); campus et amnes Aemonii(d. i. Thessalici) bei Statius(Achill. 1, 627); conμοο d. i. öde, aber nicht in Hinsicht auf die Production des Bodens, sondern vielmehr in Betreff der Form desselben, welche der Mannichfaltigkeit ermangelt, also weit, offen und flach 1). Aus- führlichere Darstellungen des Gesammt- oder Haupt-Charakters der thessalischen Ebene finden sich in Aelius Aristides, Apulejus, Apollonius Khodius, Euripides und Livius. Bei dem Ersteren
¹) Plinius sagt 4, S: Omnes(montes Thessuliae) theatrali modo inflexi, cunentis ante eos septuaginta quinque urbibus; und Holland(361) führt diese Worte mit der Erklarung on: The mountains forming the boundary of'the ploins, of which I cannot convey a better idea, than by giving Pliny's short, hut emphatic description of them.
¹) Hawkins in Walepole's Memoirs 529., Beaujour 176., Magnésie 199.
³) Herodot. 7, 129., Theophr. caus pl. 5, 14(20) p 572. Schneid., Ael. Aristid: Aegypt. T. 2. p. 351. Jebb., Eustath. ad Iliad. 2, 684. p. 321
¹) Theophr. I. c. Eniozen ts ist das νιιιο˙οο m*ε,ες ςσμοο ρνοιι τα‿d des Apollonius oder das rdeντονσν Jοιeασνη⁶- AKrov des Eustathius.
*) Ael. Aristid. J. c.: Ilo*³lx„αν ν mᷣυμ̈een t Kdda Ʒροα peναᷣανν e eorau εν 19 ασi, ds deνοeνμέάνι πωοααε 2α 100Aα 624&⁴i*αα dεεαμς τπο ,oαχεντις 2αeρωιαςα ονντοιισ. 2ul rd d.11 I.◻όσαιμιαμ, α 6£᷑ 2r0 A6 4 ½ 5„ aννπι τν œrτ⁵ εοα εαά ειι ο̈ιιαμςν τ ꝙναἀάν νοι ορυνσοαe εεοεον*ϑέιςαμααν ει⁴αι τ⁹ν επτιααα⁴ν ετιεd⁶‿ reuευοστ
¹) Dio Chrysost. Tars. prior 33. p. 11. Reisk.(p. 401, 34). Man denke an den Ausdruck velut maris vasti sie immensa panditur planities, welchen Livius 32, 4 von der thessalischen Ebene gebraucht.


