Aufsatz 
Die thessalische Ebene / von Kriegk
Entstehung
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hie thessalische Pbene).

1. Lage und allgemeine Ansicht der thessalischen Ebene. Zustand ihrer Kenntniss.

Die Gebirge, welche das Alterthum Pindus, Cambunii montes, Olympus, Ossa, Pelion und Othrys nannte, und zwei mit Hügeln bedeckte Plateaux, von denen das eine den Ossa mit dem Pelion, das andere den Pelion mit dem Othrys verbindet ²), umschliessen die berühmte thessalische Ebene ³). Diese ist eine grosse kesselförmige Ebene, zu welcher nur die Schlucht des Tempe einen natürlichen Zugang gewährt. Sie ist ihrer Form nach ein völlig abgeschlossenes, in ihrer Art einziges Glied des griechischen Landes, dessen vorherrschender Charakter die Thalbildung ist; denn so oft auch im Lande der Deukalioniden die Formen des Bergkessels und der Ebene wiederkehren, so erscheinen doch Beide nur hier in grösserem Styl und als Formen, welche dem Haupt Charakter dieses Landes nicht untergeordnet sind, sondern ihn vielmehr geradezu auf-

¹) Die in dieser Abhandlung angeführten Werke neuerer Reisenden sind folgende: Bartholdy, Bruchstücke zur näberen Kenniniss des heutigen Griechenland, Berlin 1805; Beaujour, Voyage militaire dans l'empire Othoman, T. I., Paris 1829; Bjornstahl, Briefe aus seinen ausländischenReisen, übers. v. Groskurd, 6. Bd. 1. Heft, Lpzg. u. Rostock, 1783; Brown, durch Niederland, Teutschland, Hungarn, Servien u. s. w. gethane Reisen, in die hochteutsche Sprache übersetzt, Nürnberg, 1686; Clarke, Travels in various countries of Europe etc, 2. Theil, 3. Abtheilg., London 1816; ανιιmQα e TrarOuxe veuνκ½, Wien 1791; Dodwell, klassische Reise durch Griechenland, übers. v. Sickler, 2. Bd. 1. Abtheilg., Meiningen 1822; Gell, Itinerary of Greece, London 1827; Hadschi Chalfa, Rumeli und Bosna, übers. v. Hammer, Wien 1812; II obhouse, Journey through Albania etc., London 1813; Holland, Travels in the Jonian Isles, Albany etc., London 1815 Leake, Travels in Northern Greece, 4 Thle., London 1835; Paul Lucas, Voyage fait dans la Grèce etc. T. I., Paris 1712(diese Reise ward 1705 gemacht); Paul Lucas, Voyage dans la Grèce fait en 1714. T I., Paris 1724; Magnésie, déscription de la, traduite par Depping, in Malte-Brun Annales des voyages, I. X. Paris 1810(ist ein Auszug aus dem oben angeführten Werk v. Daniel u. Gregorios); M-erεοε, Trαmσ*τld aul, Venedig 1807; Pococke, Beschreibung des Morgenlandes, übers. v. Windheimer, 3. Thl., Erlangen 1755; Pou- queville, Voyage en Morée etc., Paris 1805; Pou dqueville, Voyage dans la Grèce, Paris 1820(wir führen das erstere Werk mit dem Zusatz Morée, das zweite blos unter dem Namen Pouqueville an); Turner, Memoirs relating to the European and Asiatic Turkey, London 1818; Vaudoncourt, Memoirs on the Jonian Islands etc., translated from the original M. S. by Walton, London 1816; Walpole, Memoirs relating 10 European and Asiatic Turkey, London 1818; Walpole, Travels in various countries of the East, London 1820.

¹) Ausser Herodot(7, 129) und Anderen gibt Eustathius(Iliad. 2, 68 4. p. 321) diese Grenzgebirge genau an. Lucanus bringt(6, 333 ff.) Herodot's Worte in Verse, verwechselt aber die Lage des Pelion und die des Ossa mit einander, was denjenigen, der die geograpbischen Kenntnisse dieses Dichters kennt, nicht befremden wird. Ueber die Beschaffenheit der zwischen Pelion und Othrys gelegenen Hägelkeite s. Beaujour p. 177.

¹) Täâ dud Oerralerd edé, wie sie in einer Grabschrift bei Athenaeus 13., 589 heisst.