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den, den Knaben an Beherrſchung der Aſſociation, an willkührliche Aufmerkſamkeit zu gewöhnen, aber es hat ſich immer im Leben an dem Manne gerächt. Wer kennt nicht Gelehrte, die vor eitel Citaten nicht zum eigenen Urtheil kommen können, oder gar mit ſolchen Citaten, wie die Krähe der Fabel mit fremden Federn Hoffart treibend, in der vermeinten Gloriola ihres Verſtandes Schwäche verrathen? Wer kennt nicht Menſchen jeder Art, in deren mündlichen und ſchriftlichen Vortrag es ſich beurkundet, daß ſie keines Ueberblicks, keiner Auffindung der Fälle für die Regel, und der Subſumtion des Beſonderen unter das Allgemeine fähig ſind; ſondern ihre Ideen nur fragmentariſch aufzuzählen vermögen, wie die Aſſocia⸗ tion ſelbe an Hand gibt. Vorgebeugt wird dieſer Schwäche, durch eine Disci⸗ plin des Gedächtniſſes, worunter hier das Bekannte nicht wiederholt werden kann und durch Cultur des Verſtandes. Abgeſehen von den formellen Bildungs⸗ mitteln kann letztere auf Schulen in den ſchrlftlichen Aufſätzen der Schüler be⸗ rückſichtigt werden, wo der Lehrer auf Vollſtändigkeit der Eintheilung, auf ſtren⸗ ge Herleitung des Beſonderen aus dem Allgemeinen zu ſehen hat. Selbſt da⸗ durch, daß in dem Vortrag des Lehrers ſtrenge Ordnung herrſcht, werden die Knaben unmerklich an ein logiſches Denken gewöhnt. 4
7) Endlich kann man hierher mit Fug die unſtäte Lebhaftigkeit der Phantaſie rechnen. Wo es ſich von der Gelehrtenbildung handelt, möchte wohl eine Erwägung des gegenwärtigen Zuſtandes der Gelehrſamkeit deutſame Winke hergeben können. Ohne aber von dem myſtiſchen Schwindel zu reden, zu dem in unſern Tagen die Fieberhitze einer überreizten Phantaſie ſo oft ausſchlug, und wie Gelehrte, während ſonſt der Subtilitäten kein Ende war, jetzt häufig Phantasmen für Ideen ausgeben, will ich nur auf den Umſtand aufmerkſam machen, wie reich die neueſte Zeit an Menſchen jeder Art iſt, die ohne Ernſt und Kraft, in die Tiefe einer Wiſſenſchaft zu dringen, mit fauniſchen Gelüſten ihre Heiligthümer benaſchen. In der Literatur des neunzehnten Jahrhunderts iſt nichts gemeiner, als das Duodezformat. Seltſam konnte man es mit Recht nennen, wenn diesmal nicht die Literatur der Spiegel des gebildeten und ges lehrten Theils der Nation wäre.
Wenigſtens zum Theil trägt unſere Erziehung die Schuld dieſes Uebel⸗ ſtandes, da ſie ſo oft durch geiſtige und phyſiſche Genüſſe überreizt, und dieſe


