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³) In erſterer Hinſicht verſtattet der Raum hier nur Andeutung eini⸗ ger Fälle, wo einzelne Kräfte einer Disciplin unterliegen müſſen. b Da ſich Geiſt und Wille im Menſchen nur nach und nach aus Sinn, Trieb und Gefühl enthinden und löſen und mit dem Geiſte erſt die göttliche Blüte der Freiheit ahns ſo herrſchen, ſo lange dieſe Entwickelung nicht voll⸗ endet iſt, die unwillkührlichen geiſtigen Thätigkeiten vor. Sinn, Einbildungs⸗ kraft und Gedächtniß behaupten im Knabenalter eine verhältnißmäßig größere Euergie. Es iſt nun Zweck der Erziehung, den Menſchen zur freien Selbſtthä⸗ tigkeit hinanzubilden, und die Anforderung der Harmonie hätte man mit Rück⸗ ſicht auf das eben Geſagte auch ſo ausdrücken können: die Methode, vorzüg⸗ lich auf Erweckung und Uebung der freien geiſtigen Thätigkeiten, zu berechnen. Unter die gewöhnlichſten Fälle, wo die untere unwillkührliche Erkennt⸗ nißkraft die höhere freie Geiſtesthätigkeit überwiegt, iſt, *²) im Gedächtniß das Vorherrſchen des Sinnes vor dem Geiſte zu rechnen, welchen Zuſtand man gemeinhin durch flüch tiges Gedächtniß bezeich⸗ net. Die Folge dieſes Verhältniſſes der im Gedächtniß zuſammenwirkenden Kräfte iſt, bei einem unmäßigen, verſtandloſen, Einlernen, von der einen Seite, nach dem Geſebe der gegenſeitigen Schwächung der Vorſtellungen im Ge— dächtniß, Vergeßlichkeit; von der andern Seite eine chaotiſche Verwirrung, in der ſich kein Element ſcheidet; Ueberfüllung/ welche durchaus nur rela⸗ tiv iſt.— Beſonders die allerdings häufige Erfahrung, daß Menſchen einen Vor⸗ rath hiſtoriſcher Kennntniſſe an ſich gebracht haben, ohne im Stande zu ſeyn, einen verſtändigen Gebrauch davon zu machen, hat manche moderne Pädagogen zu einem Eifer gegen überwiegende Cultur des Gedächtniſſes gebracht, den ſie ſehr unglücklich gegen das Studium der alten Sprachen wandten. Sie ver⸗ riethen dadurch völlige Unkunde ſowohl des Zweckes, den dieſes Studium hat, als auch des Weſens der alten Sprachen ſelbſt. Ganz eutgegengeſetzt lau⸗ tet der Ansſpruch eines der ſcharfſinnigſten und zugleich tiefſinnigſten Denker unſeres Jahrhunderts:„Ich kenne keine Beſchäftigungsart, welche mehr geeig— „net wäre, im früheren Alter dem erwachenden Witz Scharfſinn und Einbil⸗ „dungskraft die erſte Uebung zu geben, als vornehmlich die mit den alten


