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gemaͤß anzuregen, zu entwickeln und auszubilden, alſo daß ſich in dem harmo— niſchen Zuſammenwirken aller einzelnen Kräfte die Blüte vollendeter Humani⸗ tät entfalte..
Dieſes harmoniſche Zuſammenwirken alſo zu erhalten, wo es ſich fin— det, iſt eins der erſten Geſetze; es aber darzuſtellen, wo es mangelt, eine der erſten Aufgaben aller Erzitehung; welche, durch zweckgemäße Akkomodation der Methode nach der Individualität des Zöglings, zu vermitteln, dem Pädagogen eine Erforſchung und Beurtheilung dieſer Individualität nothwendig iſt.
A. Gegenſtand dieſer Erforſchung ſind in intellektueller Hinſicht, die vorherrſchenden Kräfte und Thätigkeiten, und das Verhältniß der⸗ ſelben zu einander ſelbſt. Außerdem auch Art, Wahl und Dauer der Thätigkeit, ſo wie die Neigungen des Zöglings, deren vorſichtige Benutzung bei Anregung der Kräfte erlaubt iſt.
B. Mittel derſelben ſind Beobachtung und Perüfung.
²) Das Unſichere, Schwankende einer von allen leitenden Principien verlaſſenen Routine hat auch in der Menſchenkunde Verſuche zu einer Aus⸗ ſpähungskunſt der innern Zuſtände des Menſchen veranlagt. Es iſt hier der Ort nicht, ſolche Verſuche in ihrem Werth oder Unwerth zu prüfen. Mag es aber auch eine anthropologiſche Charakteriſtik, eine Semiotik des inneren Men⸗ ſchen geben, die auch Kant zugibt und zum Theil verſucht hat, ſo iſt doch die Idee, ſie zu vollendeter Wiſſenſchaft zu verklären, unausführbar; da nur das gemeinſame Merkmahl Object des Verſtandes ſeyn kann, während ſchon dem Begriff der Indive dualität zufolge, ihre Auffaffung Sache des Gefübtes bleibt. Nirgends erſcheint mehr der grelle, ſchneidende, Contraſt grauer Theorie gegen die reiche, grüne Fülle des Lebens, als wenn man ſie in der Menſchentunde zur Auffaſſung menſchlicher Jurividual tät anzuwenden unternimmt. Am wenig⸗ ſten möchten dergleichen, nach abgezogenen Regeln eingeleitete, Verſuche dem Lehrer die Mühe lohnen.


