Aufsatz 
Kurze geschichtliche Darstellung der alten lateinischen Schule und des darauf gefolgten ehemaligen Pädagogs zu Dillenburg
Entstehung
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innere Einrichtung der lezten uͤberließ er ſeinem verſtaͤndigen und gelehrten Su⸗ perintendenten Erasmus Sarcerius.

Zuerſt wurde die Schule zu Siegen 1536 errichtet; auf dieſe folgte die Anlegung der andern, in einem Zwiſchenraume von 2 Jahren.

Der naͤchſte Zweck und der Grund zu ihrer Errichtung war, junge Leute zum geiſtlichen Stande vorzubereiten und fuͤr die Kirche wuͤrdige und gebildete Diener zu erziehen.

Waren die Juͤnglinge in dieſen Schulen gehoͤrig vorbereitet worden: ſo wurden ſie aus den Kirchenfonds mit Stipendien verſehen und zuerſt nach Wit⸗ tenberg, in der Folge nach Marburg geſchickt.

Gern haͤtte man die Lehrer aus Fonds beſoldet, aber deren waren keine, oder unergiebige, da. Beſonders war dieſes zu Dillenburg der Fall. In der ganzen gleichnamigen Grafſchaft traf man kein Kloſter an, deſſen Einkuͤnfte dazu verwendet werden konnten. Die reiche Pfarrey Herborn war vom Grafen Heinrich dem erſten, dem Stammvater des Geſammthauſes Naſſau, am 3ten des Juny 1231 dem deutſchen Orden geſchenkt worden. 3) Auch wurden ihm von demſelben, den 26ten Juny 1250, noch die Einkuͤnfte von vakanten Plaͤtzen in der Dioceſe Herborn und deren Kapellen angewieſen: zur beſſern Ver⸗ pflegung und Unterſtuͤtzung der Ihrigen im gelobten Lande.

Erſt 1578 kaufte ſie Graf Johann der aͤltere, durch Unterhandlung des Herborner Pfarrers Geldenhauer und des Fritzlarſchen Schultheiſſen Vernelich, wieder von dem gedachten Orden zuruͤck.

Haiger, der Sitz des Archipresbyteriats, hatte nur eine, fuͤr ſeine Geiſtlichen hinreichende, Fundation..

Hierzu kam noch, daß die Pfarrey Dillenburg erſt, bey dem Ablaufe des XVten Jahrhunderts, durch die Verſetzung der Pfarrey Feldbach ebendahin kuͤrzlich errichtet und ihre Pfarrkirche neu erbaut worden war. Dadurch hatte ſich ihre Einnahme ſo ſehr vermindert, daß dieſelbe erſt, durch die Aufhebung und Combinirung der alten Pfarrey Eibach, einigermaßen gemehrt und dem al⸗ ten Zuſtande naͤher gebracht werden konnte.

3) Kremer, Origines Nassov. Nro. 141 u. 142.