Aufsatz 
Reliquiae libri tricesimi septimi bibliothecae Diodori Siculi : de bello Marsico / Krebs
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

O. J. R. Ilgen, Sohn des Pfarrers K. Ilgen zu Naurod, iſt geboren am 17. Mai 1818. Von ſeinem Vater wurde er ſo weit vorgebildet, daß er nach einjährigem Beſuch des Gymnaſiums zu Weilburg dasſelbe im Jahre 1836 mit dem Zeugniſſe guter Maturität verlaſſen und die Univerſität Marburg beziehen konnte. Nach vierjährigen Studien in dem von K. Fr. Hermann geleiteten philologiſchen Seminar gewann er den akademiſchen Preis mit einer Abhandlungde C. Rabirio perduellionis reo. Nachdem er die Staatsprüfung gut beſtanden und den geſetzlichen Probecurſus abſolvirt hatte, wurde er von Herzoglicher Landesregierung im Jahre 1842 als Lehrer an das Pädagogium zu Dillenburg dirigirt, auf ſein Anſuchen aber von der Annahme dieſer Stelle ent⸗ bunden, und begab ſich darauf zu ſeiner weiteren Ausbildung nach England. Nach mehrjährigem Aufenthalte daſelbſt wurde er 1845 zum Collaborgtor am Gelehrten⸗Gymnaſium zu Wiesbaden ernannt, 1846 in gleicher Eigenſchaft an das Pädagogium zu Dillenburg verſetzt und 1850 ebendaſelbſt zum Conrector gnädigſt befördert. Im Jahre 1857 übernahm er proviſoriſch eine Lehrerſtelle an der höheren Bürgerſchule zu Wiesbaden, an welcher Anſtalt er bis zu ſeiner Anſtellung am Gymnaſium zu Weilburg gewirkt hat.

J. B. Ricker, Sohn des Landmanns J. B. Ricker zu Werſchau, Amts Limburg, geb. daſelbſt am 12. De⸗ cember 1831, beſuchte von 1846 bis 1849 die lateiniſche Schule zu Limburg und darauf das Gymnaſium zu Hadamar, von welchem er zu Oſtern 1855 mit dem Zeugniſſe der akademiſchen Reife entlaſſen wurde. Er bezog die Univerſität München und widmete ſich hauptſächlich philologiſchen und philoſophiſchen Studien unter der Leitung von Spengel, Halm, Prantl, von Laſaulx und Frohſchammer. Zu Oſtern 1856 trat er in die theologiſche Lehranſtalt zu Mainz ein, verließ dieſelbe aber im Herbſte 1857 wieder, um zu Würzburg das Studium der Theologie und Philologie fortzuſetzen. Im Herbſt 1858 begab er ſich abermals nach München und beſchäftigte ſich bis zum Herbſt 1860 mit hiſtoriſchen und philologiſchen Studien. Nach beſtandener erſter(theoretiſcher) Staatsprüfung unter die Candidaten der Philologie aufgenommen, wurde er zu Oſtern 1861 an das Gymnaſium zu Weilburg dirigirt.

Von literariſchen Arbeiten einzelner Lehrer ſind zu erwähnen:

1) Von Profeſſor Schenck: a. Beſchreibung der deutſchen Vesparien nebſt einer Naturgeſchichte dieſer Familie. b. Zuſätze und Berichtigungen zu der Beſchreibung der Bienen, Ameiſen, Gold⸗ und Graswespen Wiesbaden 1862.(Separat⸗Abdruck a. d. Jahrb. des Vereins f. Naturkunde im Herzogth. Naſſau). 2) Von Profeſſor Stoll: Götter und Heroen. Populäre Mythologie der Griechen und Römer. 2. Aufl. Leipzig(Teubner) 1861.

B. Unterricht. 1. Allgemeines.

Die im Lehrerperſonal eingetretenen Aenderungen, insbeſondere die Vermehrung desſelben, erleichterten die Aufſtellung des Unterrichtsplanes für das abgelaufene Schuljahr. Er wurde auf Grund des für die Naſſauiſchen Gelehrten⸗Gymnaſien geltenden allgemeinen Lehrplans entworfen und durch Reſcript Herzoglicher Landesregierung vom 15. Mai zur Ausführung genehmigt.

Der Candidat Ricker erhielt das Ordinariat in der ſiebenten Claſſe, der Conrector Ilgen übernahm die ſechſte als Ordinarius, und da der Profeſſor Schulz das Ordinariat, ſowie den deutſchen und lateiniſchen Unterricht in der fünften Claſſe abgab, um wieder, wie in früheren Jahren, in ausgedehnterer Weiſe mit dem Unterrichte in der Geſchichte betraut zu werden, ſo konnte der Collaborator Brandſcheid, der im vorigen Schuljahre Ordinarius der ſechsten Claſſe war, mit ſeinen Schülern in die fünfte Claſſe aufrücken und ſomit dieſelben Zöglinge zwei Jahre unter ſeiner Leitung behalten.

Zur richtigen Würdigung eines Lehr⸗ und Stundenplans für ein einzelnes Gymnaſium darf aber nicht außer Acht gelaſſen werden, daß jede Schulanſtalt, wenn ſie die jeweilig gegebenen Lehrkräfte und Lehrmittel möglichſt vortheilhaft verwerthen will, neben den geſetz⸗ lichen Beſtimmungen ihre beſonderen Verhältniſſe zu berückſichtigen hat und darum von der