Aufsatz 
Reliquiae libri tricesimi septimi bibliothecae Diodori Siculi : de bello Marsico / Krebs
Entstehung
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conſequenten Durchführung ſelbſt richtiger und feſtſtehender Sätze der Pädagogik und Methodik oft abſehen muß. Dieſe Bemerkung gilt hauptſächlich denen, die ſich z. B. über die Ver⸗ wendung von Fach⸗ und Klaſſenlehrern, über Concentration des Unterrichts, Aufeinanderfolge der Lehrſtunden ꝛc. eine Anſicht gebildet haben und nun mit einem auf ideellen Vorausſetzungen beruhenden Maßſtabe an die Beurtheilung eines nach gegebenen Verhältniſſen entworfenen Lehrplanes gehen.

Im vorjährigen Programme hatte ich an dieſer Stelle die Bemerkung abdrucken laſſen:

Es kommt hier nicht ſelten vor, daß Schüler, die blos durch Privatunterricht vorgebildet ſind, ſich zur Aufnahme in eine höhere Klaſſe, Tertia oder gar Secunda, melden. Sie werden auch mit Rückſicht auf ihre in den Sprachen erlangten Kenntniſſe, ſowie nach ihrem Alter und der in der Prüfung dargelegten allgemeinen geiſtigen Reife in eine der bezeichneten Klaſſen aufgenommen, allein bald zeigen ſich in allen übrigen Gegenſtänden erhebliche Lücken und die natürliche Folge iſt, daß die ſtrebſamen und befähigten ſich übermäßig anſtrengen, das Verſäumte nachzuholen, die weniger eifrigen und ſchwachen aber bald alle Hoffnung je beizukommen, aufgeben und die beregten Unterrichtsgegenſtände vernachläſſigen. Nur wenige arbeiten ſich ohne Nachtheil fuͤr ihre Geſundheit allmählich bei. Möchten doch die Eltern Privatanſtalten und einzelnen Privatlehrern nicht allzu großes Vertrauen ſchenken und ſich wenigſtens, wenn ſie ihre Söhne nicht früher dem Gymnaſium anvertrauen können oder wollen, rechtzeitig mit dem Gym⸗ naſium in Beziehung ſetzen, um die Forderungen für die einzelnen Lehrgegenſtände zu erfahren.

An dieſe Worte, die zu meiner Freude nicht unbeachtet geblieben ſind, jetzt wieder an⸗ knüpfend, möchte ich die Eltern und Privatlehrer auch bezüglich des ſprachlichen Unterrichts noch darauf aufmerkſam machen, daß es nicht ſowohl auf den Umfang, als auf die Gründlichkeit und Sicherheit des erlangten Wiſſens ankommt, wenn die neu aufgenommenen Zöglinge ſich bald zurechtfinden und auf der gegebenen Grundlage mit Erfolg weiter bauen ſollen.

Der für das Schuljahr genehmigte Lehrplan wurde ohne erhebliche Störungen durch⸗ geführt.

Vom Unterricht im Griechiſchen waren im Ganzen nur ſieben Schüler befreit, vier weniger als im vorigen Schuljahre. Im Intereſſe der Eltern und Schüler erlaube ich mir daran zu erinnern, daß zur Erſtehung der Maturitätsprüfung an einem Gelehrten⸗Gymnaſium auch die Kenntniß der griechiſchen Sprache erfordert wird, und daß das unterſte in derſelben er⸗ worbene Prädicat(ungenügend) die Zuerkennung der Reife ausſchließt.(Reſcr. vom 1. Febr. 1861, die Reviſion der Inſtruction über die Einrichtung der Maturitätsprüfung an den Herzogl. Gelehrten⸗Gymnaſien betreffend). Bei dieſer Gelegenheit kann ich die Bemerkung nicht unter⸗ drücken, daß die Eltern nur allzu leicht nachgeben, wenn die Söhne Befreiung vom griechiſchen Unterrichte wünſchen. Die Anſicht, daß die dadurch gewonnene Zeit andern Gegenſtänden zu gute komme, iſt erfahrungsgemäß eine irrthümliche.

Der Unterricht im Hebräiſchen wurde von 10 Schülern beſucht. Nach dem eben an⸗ geführten Regierungsreſcripte wird von künftigen Theologen und Philologen bei der Maturitäts⸗ prüfung auch Kenntniß der hebräiſchen Sprache verlangt, und hängt die Prüfung in dieſem Gegenſtande nicht mehr von dem Wunſche der Prüflinge ab.

An dem(facultativen) Unterrichte in der engliſchen Sprache betheiligten ſich im Sommer 22, im Winter 12 Schüler.

Die an dem hieſigen Gymnaſium gebotene Gelegenheit, Reitunterricht zu nehmen, wurde im Sommerſemeſter von 7, im Winterſemeſter von 5 Schülern benutzt.