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Richtigkeit des Satzes erweiſen. Stellt man nämlich auf die eine Seite des vorhin erwähnten Schirmes eine Kerze und auf die andere Seite in der doppelten Entfernung vier, ſo verſchwindet der Stearinfleck. In der doppelten Entfernung hat man alſo, um dieſelbe Beleuchtung zu erzielen, viermal ſo viel Licht nöthig, als in der einfachen. Apparate, wie der eben beſchriebene, mittelſt deren man die Lichtſtärken verſchiedener Flammen vergleichen kann, nennt man Lichtmeſſer oder Photometer. In Gasfabriken hat man ſolche, bei denen die Lichtſtärken, welche verſchiedene Brenner hergeben, alle mit der eines und desſelben Brenners verglid)en werden. Die Brenner ſowohl, als der Schirm befinden ſich dabei auf einer Stange, mit der eine Eintheilung verbunden iſt, die gewöhnlich nicht die Entfernungen der Brenner von dem Schirm ſelbſt, ſondern ſogleich deren Qua⸗ drate angibt, ſo daß man die Lichtſtärke ohne weiteres ableſen kann. Zudem iſt, weil man dabei genauere Reſultate erhält, der ganze Schirm bis auf einen kleinen Kreis in der Mitte mit Stearin, oder beſſer noch mit einer Löſung von Wallrath in Benzin getränkt, und weil der transparente Theil nie vollkommen dem andern gleich wird, ſo iſt mit dem Schirm ein Doppelſpiegel verbunden, in dem man beide Seiten des Schirmes zugleich ſehen kann. Erſcheinen dieſelben gleich hell, ſo iſt die richtige Stellung gefunden.
Vergleicht man nun die Koſten zweier Flammen per Stunde mit ihren Lichtſtärken, ſo erfährt man welche Flamme die vortheilhafteſte iſt. Koſtet ein Schoppen Erdöl z. B. 12 kr. und brennt man an demſelben 25 Stunden, ſo koſtet die Stunde ½ kr. Eine Stearinkerze dagegen koſtet 9 kr. Eine Stearinkerze iſt alſo 3: 1½= 1 5mal ſo theuer als eine Erdöllampe kleinerer Sorte. Außerdem hat letztere eine etwa 4mal ſo große Lichtſtärke und iſt deßhalb 4. 1 ⅛ d. h. 5 Smal ſo vortheilhaft als eine Stearinkerze. Ferner: Eine Talgkerze koſtet per Stunde 2 5⅜ kr., eine Moderateurlampe 1²3 kr., folglich iſt die Talgkerze: 123 d. h. nur etwa ½ ſo theuer, als die Moderateurlampe. Letztere hat aber eine Smal ſo große Lichtſtärke und iſt deshalb 2mal vorheilhafter, als die Talgkerze.
Dieſes Reſultat wird aber Niemand zu dem Schluſſe verleiten, daß man die Talgkerze aus der Küche verbannen, und ſtatt deſſen eine Moderateurlampe brennen müſſe. Allerdings, wenn man die Helligkeit einer Moderateurlampe braucht, iſt es vortheilhafter dieſe ſelbſt und nicht ſtatt ihrer 8 Talgkerzen zu nehmen. In der Küche aber reicht die Helligkeit einer einzigen Kerze, wenn auch nothdürftig, aus, und ſie koſtet doch nur den vierten Theil von dem, was die Lampe koſtet. Anders iſt es mit der kleinen Erdöllampe; dieſe gibt ein bei weitem helleres Licht, als die Talgkerze und brennt doch faſt ebenſo ſparſam als dieſe.
Aus dem Geſagten erhellt nun hinreichend, wie man bei der Auswahl einer Lampe zu ver⸗ fahren habe. Zuerſt muß man ſich darüber klar werden, eine wie große Helligkeit man zu einem gewiſſen Zwecke nöthig habe. Nun ſucht man diejenigen Lampen aus, welche etwa die gewünſchte Helligkeit geben. Dabei kann es eintreten, daß die hellſte zugleich die billigſte in Betreff des Ver⸗ brauches iſt, und dieſe wird man dann wählen. Iſt dieß nicht der Fall, ſo wird man ſich entſcheiden müſſen, ob lediglich die Billigkeit vorwalten, oder die Helligkeit auch ein Wort mitreden ſoll.
In den Lehrbüchern der Technologie finden ſich ſtets Tabellen, welche ſowohl den Verbrauch der Kerzen und Lampen per Stunde, als auch die Lichtſtärte ꝛc. angeben. Auf dieſe Weiſe iſt man der Mühe überhoben beſondere Unterſuchungen zu führen, mindeſtens aber laſſen ſich die Tabellen als gute Anhaltspunkte benutzen.
Heut zu Tage freilich kann Niemand im Zweifel darüber ſein, welche Lampe er zu wählen habe. Seit Auffindung des ſo billigen und ein ſo helles Licht verbreitenden Petroleums hat ſich die
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