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Stearin ꝛc. verbrennt. Das hier Geſagte gilt nämlich ebenſo gut von Kerzen wie von Lampen. Etwas ſchwieriger ſchon iſt die Beſtimmung der Lichtſtärke, weil dazu Apparate, wenn auch höchſt ein⸗ fache, nöthig ſind und außerdem noch eine kleine Rechnung gemacht werden muß.
Ich beſchreibe von dieſen Apparaten nur einen und zwar in derjenigen einfachſten Geſtalt, in welcher er von Jedem hergeſtellt und gebraucht werden kann.
Man nehme etwa einen Viertelbogen weißes, ſtarkes Papier und laſſe in der Mitte einige Tropfen Stearin drauf fallen. Das Papier wird nun über eine heiße Ofenplatte gehalten, damit das Stearin zerfließe und ſich gleichmäßig in der Mitte ausbreite. Will man das Papier auf einen Holzrahmen aufſpannen, ſo wird die Unterſuchung nur bequemer, namentlich wenn in der Mitte der einen Seite des Rahmens ein Stiel angebracht wird, den man dann etwa in einen Leuchter ſtecken kann, damit der Papierſchirm feſtſteht, ohne daß man nöthig hätte ihn zu halten. Stellt man nun(Fig. 23) vor dieſen Papierſchirm eine Flamme, welche auf gleicher Höhe mit dem Stearin⸗ fleck ſteht, ſo erſcheint auf der Seite, auf welcher die Flamme ſich befindet, das Papier hell und der Fleck in der Mitte dunkel. Das Papier nämlich wirft alles darauffallende Licht zurück ins Auge; der Stearinfleck dagegen läßt einen großen Theil desſelben hindurch. Auf der andern Seite iſt die Sache umgekehrt; das Papier iſt dunkel und der Stearinfleck hell.
Dadurch aber, daß eine zweite Flamme auf die andere Seite geſtellt wird, kann man es durch Hin⸗ und Herrücken des Schirmes, oder der einen Flamme leicht dahin bringen, daß der Fleck faſt gänzlich verſchwindet. Befindet ſich z. B. das Auge auf der Seite der erſten Flamme, ſo ſchickt dieſe viel Licht durch den Stearinfleck nach der andern Seite hinüber, welches für das Aug verloren geht. Schickt nun aber die zweite Flamme genau ebenſoviel durch den Stearinfleck herüber, ſo iſt das Verlorene wieder erſetzt und Papier und Fleck erſcheinen gleich hell.
Dieſes tritt immer ein, wenn beide Flammen den Schirm gleich ſtark erleuchten.
Hierdurch iſt man auf eine ſehr einfache Weiſe in den Stand geſetzt, die Helligkeit zweier Lichtquellen mit einander zuvergleichen.
Hat man z. B. eine Erdöllampe kleinerer Sorte und eine Stearinkerze und iſt in der Stellung, bei welcher der Stearinfleck verſchwindet, die Kerze 2 Fuß und die Lampe 4 Fuß von dem Schirm entfernt, ſo leuchtet die letztere in der doppelten Entfernung ebenſogut, wie die erſtere in der einfachen. Daraus folgt aber nicht, daß die Lampe eine zweimal, ſondern daß ſie eine zweimal zwei, oder vier⸗ mal ſo große Lichtſtärke, als die Kerze beſitze. Wäre die Lampe 4 Fuß 8 Zoll= 4, 8 Fuß von dem Schirm entfernt, ſo wäre ihre Entfernung 2,4 mal größer als die der Kerze und ihre Lichtſtärke 2,4. 2, 4= 5,76, oder etwa 5 ⅜ mal ſo groß, als die der letzteren. Man muß alſo immer die Zahl, welche angibt, wie vielmal die eine Flamme weiter von dem Schirm entfernt iſt, als die andere, auf das Quadrat erheben, d. h. mit ſich ſelbſt multipliciren, denn das Licht nimmt ab im Qua⸗ drat der Entfernung.
Daß das eben angeführte Geſetz richtig ſei, läßt ſich auf folgende Art ſelbſt einem Laien begreiflich machen. Sei m(Fig. 22) ein leuchtender Punkt, welcher das Viereck abed beſcheint und verlängert man die Strahlen, welche nach den Ecken des Vierecks gehen, auf das Doppelte, ſo erhält man ein neues Viereck abocd, welches, wie ſchon der Augenſchein lehrt, viermal ſo groß iſt, als das erſte und auf das doch genau dieſelben Strahlen fallen. Eine viermal ſo große Fläche, welche nur dasſelbe Licht erhält, kann aber nur den vierten Theil ſo hell ſein. In der dreifachen Entfernung fällt daſſelbe Licht auf eine neunmal ſo große Fläche ABCD und dieſe kann deshalb nur den neunten Theil ſo hell ſein als abed.— Aber auch durch einen Verſuch kann man die


