Aufsatz 
Von den Kerzen und Lampen : populär dargestellt / von G. Krebs
Entstehung
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welcher auch die Moderateurlampe(Fig. 19) conſtruirt iſt. Dieſe letzere wollen wir denn auch etwas näher betrachten. Das Oelgefäß iſt, wie bei der Wormſer Lampe, unter der Flamme und der Schatten desſelben wird hier in ähnlicher Weiſe durch eine mattgeſchliffene Glaskugel, wie dort durch das Milchglas zerſtört. manoſh= 1d did el Fsuls

Bei der Moderateurlampe bildet der etwas dicke cylindriſche Fuß F das Oelgefäß. In demſelben kann ſich ein metallener Kolben K auf und ab bewegen, der an den Seiten einen nach unten ge⸗ bogenen Rand von Leder hat. An dem Kolben iſt 9 2 n

1) eine gezahnte Stange S, in die oben ein Trieb T zum Aufziehen des Kolbens eingreift,

2) eine enge Röhre r, die ſich in einer weiteren, bis zum Brenner führenden R öldicht verſchie⸗ ben läßt, und. 13 150ni

3) eine Feder angebracht, welche gleichzeitig an dem oberen Theil des Fußes befeſtigt iſt.

Befindet ſich nun der Kolben ganz unten, und gießt man Oel in den offenen Fuß, ſo fließt dasſelbe, wenn der Kolben durch den Trieb T aufgezogen wird, neben dem Lederand vorbei in den unteren Theil des Fußes; denn durch das Aufziehen des Kolbens wird die Luft unter demſelben verdünnt, ſo daß die äußere mit überwiegender Kraft auf das Oel drückt. Dadurch biegt ſich der Lederrand nach Innen und das Oel kann neben ihm vorbei nach unten fließen. Zugleich wird bei dem Aufziehen des Kolbens die Feder zuſammen gepreßt und ſucht ſich alſo, wenn man zu drehen auf⸗ hört, wieder auszudehnen. Der Kolben bewegt ſich dadurch nach unten und drückt auf das Oel. Dieſes nun leiſtet einen Gegendruck nach oben und ſeitwärts und preßt den Lederrand des Kolbens feſt gegen die Wand des Fußes. Deshalb kann es nicht wieder neben dem Lederrand vorbei über den Kolben fließen und muß vielmehr durch die Steigröhre r hinauf zum Brenner gehen. Der Trieb v dient zum Auf⸗ und Abſchrauben der Stange l und des daran befeſtigten Dochtes. Bei dieſer Einrichtung ſcheint es unvermeidlich, daß das Oel anfänglich, wo es noch nicht ſo hoch gehoben zu werden braucht und die Feder noch ſehr ſtark vermöge der höheren Spannung drückt, mit größerer Kraft ſteige, als ſpäterhin. Doch aber iſt es gelungen die Bewegung des Oels gleichförmig zu er⸗ halten, dadurch daß man ein unten zugeſpitztes Stäbchen in der Röhre R angebracht hat(Vergl. Fig. 20). Im Anfang, wenn der Kolben aufgezogen iſt, ragt das Stäbchen auch mit ſeinem oberen, dicken Theil tief in das untere, enge Steigrohr r und läßt zwiſchen ſich und den Wänden desſelben nur einen kleinen Zwiſchenraum, ſo daß das Aufſteigen des Oels bedeutend erſchwert wird. Später, wenn ſich der Kolben und das Rohrer ſchon bedeutend nach unten bewegt haben, befindet ſich nur noch der zugeſpitzte Theil des Stäbchens in dem Steigrohr r, weshalb dann das Oel leichter in die Höhe ſteigen kann. Auf dieſe Art wird am Anfang die aufſteigende Bewegung des Oels gemäßigt, moderirt, daher der Name Moderateurlampe.

Da die Feder ſo adjuſtirt iſt, daß das Oel beſtändig im Uebermaß aufſteigt, ſo bleibt der Docht ſtets feucht und verkohlt nicht ſo leicht, was ebenfalls ein großer Vorzug dieſer Lampe iſt. Das überflüßige Oel tropft ab und fällt in den Fuß zurück.

Damit der Schatten, den der Lampenfuß erzeugt, nicht zu breit wird, macht man den Fuß lieber etwas hoch und ſchmal, als niedrig und dick. Die oben aufgeſetzte, mattgeſchliffene Glaskugel wirft das Licht nach allen Seiten und auch nach unten, ſo daß es überall im Zimmer hell iſt, und auch der kreisförmige Schatten des Fußes auf dem Tiſch verſchwindet.

Bei manchen Moderateurlampen werden breite und flache Milchgläſer ſtatt der Glaskugeln angewandt. Auf dieſe Weiſe werden die Lampen, namentlich wenn ſie niedrig ſind, ſo daß man nicht gut von unten in die Flamme ſehen kann, geeigneter um dabei arbeiten zu können, weil das Licht