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vorzugsweiſe nach unten geworfen wird. Für eine größere Zahl von Perſonen aber iſt die matt⸗ geſchliffene Glaskugel viel angenehmer. Auf einen hohen Fuß geſtellt, erhellt eine ſolche Lampe das Zimmer weithin; man kann nicht die Flamme ſehen und die Glaskugel macht einen ſymmetriſchen und eleganten Eindruck.
Wir wollen nun noch eine Lampe beſprechen, welche in der neueſten Zeit beſonders Aufſehen gemacht hat; es iſt dieß die amerikaniſche Erdöllampe(Fig. 21). Sie hat, wie die Camphinlampe ein plattgedrücktes Oelgefäß von Glas, über dem der Brenner und die Flamme ſich erhebt. Da⸗ durch würde denn auch ein wegen der Durchſichtigkeit des Glasgefäßes freilich ſchwacher, wegen deſſen Breite aber ziemlich umfangreicher Schatten nach unten entſtehen, wenn er nicht durch die von dem Milchglas eben dahin reflectirten Strahlen wieder zerſtört würde.
Daß bei einem ſolchen Glasgefäß als Oelbehälter das Niveau des Leuchtſtoffes nicht im⸗ mer gleich hoch am Docht erhalten werden kann, iſt zwar nach früheren Bemerkungen ein Uebel⸗ ſtand; doch aber braucht man hier kein beſonderes Gewicht darauf zu legen, weil das dünnflüſſige Petroleum ebenſo wie das Camphin mit der größten Leichtigkeit in dem Docht in die Höhe ſteigt und deshalb nicht wie bei dem dickflüſſigen, gewöhnlichen Oel eine merkliche Abnahme der Hellig⸗ keit mit dem Sinken des Niveaus zu befürchten iſt. Zudem iſt das Oelgefäß breit und nicht ehr tief. 5 5 Erdöl iſt vor mehreren Jahren in Pennſylvanien an den Ufern des ſogenannten Oel⸗ baches, welcher von Titusville nach der Bil⸗City fließt und in den Alleghanyfluß mündet, zuerſt aufgefunden worden, wo es von ſelbſt in zahlreichen Quellen aus dem Boden hervorkam. Seitdem ſind noch eine ganze Anzahl anderer Oeldiſtrikte endeckt worden. Mit der größten Rührig⸗ keit haben ſich die Amerikaner auf dieſes neue Feld der Induſtrie geworfen und hunderte von Brunnen, oft bis zu einer Tiefe von 500 Fuß gebohrt.
Da das Petrol mit dem Schieferöl die größte Aehnlichkeit hat und dieſes durch Deſtillation aus bituminöſem Schiefer gewonnen wird, ſo liegt die Vermuthung nahe, daß das Erdöl ebenfalls aus einem ſolchen, aber ziemlich tief liegenden Schiefer entſtehe, indem die innere Gluth der Erde den Deſtillationsprozeß ſelbſt übernimmt.
Das Petrol, wie es aus der Erde kommt, iſt grünlich gelb und entzündet ſich ziemlich leicht. Wird es aber gereinigt,(raffinirt), ſo kann es faſt waſſerhell gemacht werden und verliert auch viel von ſeiner leichten Entzündlichkeit. In raffinirtem Zuſtand fängt es bei 54° zu brennen an.
Die Erdöllampe ſelbſt iſt nur unweſentlich von den ſchon früher für Schieferöl und ähnliche Stoffe im Gebrauch geweſenen Lampen verſchieden.
Das Petrol enthält nämlich, ebenſo wie das Schieferöl, nicht ſo viel Kohlenſtoff, als das Kamphin und man kann deshalb die Metallſcheibe über dem Brenner, ja ſelbſt den inneren Luft⸗ zug entbehren und den Docht platt nehmen, wenn nur auf den äußeren Luftzug beſondere Sorgfalt verwandt wird.
Zu dieſem Zweck iſt der Brenner mit einem Blechſtück umgeben, das die Form einer geſtreck⸗ ten Halbkugel hat und oben gerade über dem Ende des Brenners mit einem Schlitz zum Durchlaſſen der Flamme verſehen iſt(Fig. 21). Hierdurch wird die unter die Halbkugel ein⸗ ſtrömende Luft gezwungen quer gegen die Flamme zu ſtoßen und kommt dadurch mit allen einzelnen Theilen derſelben in Berührung. Damit die Luft unter das Hütchen dringen kann, iſt die Gallerie des Brenners mit einer Anzahl Löcher verſehen.— Eine platte Flamme verlangt einen weiten Cylinder nicht blos wegen ihrer größeren Breite, ſondern auch wegen der ſonſt zu ungleichen Erwärmung


