Aufsatz 
Von den Kerzen und Lampen : populär dargestellt / von G. Krebs
Entstehung
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trachtung des Oelbehälters über, der ebeninüs Aaturferſchern und Luüheuten man⸗ cherlei Kopfzerbrechen gemacht hat.

Stehen zwei Gefäße mit einander in Verhindung, und gießte man in das eine eine Füßſgteu ſo fließt ſie auch in das andere und ſteht ſchließlich in beiden gleich hoch(Fig. 14). Bei der Studir⸗ und Küchenlampe müſſen deshalb auch die Spitze des Brenners und der obere Rand des Oelge⸗ fäßes auf gleicher Höhe ſtehen, damit das Oel an dem Brenner nicht überläuft, wenn man den Behälter füllt.

Wenn nun die Lampe zu brennen anfängt, ſo ſinkt das Oel ſowohl vorn im Prenmer als hinten im Oelgefäß, ſo daß es ſchließlich nicht mehr gut im Docht aufſteigen kann. Die Lampe brennt dann immer ſchlechter und ſchlechter. Damit nun das Oel nicht tief ſinken kann, ohne daß man zu oft nachgießen müßte, macht man, wie bei der Studirlampe, das Oelgefäß niedrig und ſehr breit. Eine ſolche Einrichtung iſt zwar ziemlich gut, doch aber nicht vollkommen zweckentſprechend und es lohnt ſich, deshalb darauf zu denken, wie man das Sinken des Leuchtſtoffs gänzlich vermeiden könne.*)

Unter den verſchiedenen Vorrichtungen, welche zur Exrreichung dieſes Zweckes erſonnen worden ſind, iſt ganz beſonders die Sturzflaſche zu erwähnen. Statt des Oelbehälters iſt mit dem Brenner ein Gefäß(Fig. 15) in Verbindung, deſſen unteres Ende mit dem oberen des Brenners auf gleicher Höhe ſteht. In dieſes Gefäß wird ein anderes, die Sturzflaſche geſetzt, welches über⸗ all geſchloſſen iſt und nur unten eine Oeffnung hat, die ſich durch ein an einem Eiſenſtäbchen be⸗ feſtigtes Blechſtück, das zwiſchen zwei Schienen hin und her bewegt werden kann, verſchließen läßt. Füllt man nun die Sturzflaſche und drückt das Blättchen gegen die Oeffnung, dadurch, daß man den Draht anzieht, ſo kann man die Sturzflaſche umkehren und in das andere Gefäß hineinſtellen. Unten aber ſtößt der Draht auf, das Blättchen geht in die Höhe, die Oeffnung wird frei und das Oel fließt aus. Es fließt aber nur ſo lange, bis die Oeffnung der Sturzflaſche unter Oel ſteht, deſſen Niveau nunmehr auf gleicher Höhe mit der Spitze des Brenners ſich befindet. Wenn jetzt die Lampe angezündet wird, ſo ſinkt das ausgelaufene Oel und zwar ſo tief, daß die Oeffnung der Sturzflaſche wieder frei wird. Nun dringt Luft durch das Loch, ſteigt in dem Oel in die Höhe und drückt ſoviel davon heraus, daß die Oeffnung abermals untergetaucht iſt. Und dieſes Nach⸗ fließen wiederholt ſich von Zeit zu Zeit, bis die Sturzflaſche vollkommen leer geworden.

Durch dieſe Einrichtung kann das Oel am Brenner höchſtens einen kleinen Finger breit ſinken, um dann ſogleich wieder bis oben hin zu ſteigen.

Das Rappeln hinten im Oelbehälter, welches man von Zeit zu Zeit vernimmt, wird durch das ſtoßweiſe Ausfließen verurſacht.

Außerdem mache ich noch auf das kleine Loch a(Fig 15) aufmerkſam, welches ſich in dem äußeren Gefäß befindet; durch dieſes kann die Luft einſtrömen und unten durch die Oeffnung der Sturzflaſche dringen. Ein ſolches Sturzgefäß iſt namentlich an allen Benkler⸗Axrgand'ſchen Lampen d. h. an allen ſolchen, welche doppelten Luftzug und einen eingeſchnürten Cylinder haben. (Fig. 16). Sie waren vor Auffindung des Petroleums allgemein verbreitet und haben auch in der That alle möglichen Vorzüge, Ein Makel aber haftet ihnen noch an, das Oelgefäß wirft Schatten und dadurch macht die Lampe nicht nach allen Setten gleich hell. Aber auch dem hat man abzuhelfen geſucht.

*) Bei dem Nachtlicht, welches aber ſeiner beſchränkten Anwendbarkeit halbet, keine weitere Berückſichtigung verdient, ſinkt der Docht mit dem Oel, ſo daß daſſelbe immer mit gleicher Leichtigkeit in ihm aufſteigen kann. Aehnlich iſt es bei der Lampe(Fig. 2).