Aufsatz 
Von den Kerzen und Lampen : populär dargestellt / von G. Krebs
Entstehung
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ſcheibchen angebracht wird(Fig. 11). Wenn nun die Luft von Innen einſtrömt, ſo ſtößt ſie gegen das Metallſcheibchen und wird dadurch ſeitwärts gegen die Flamme getrieben. Dieſe würde ſich in Folge davon faſt horizontal ausbreiten, wenn ſie nicht durch die äußere Luft oben wieder zuſam⸗ mengetrieben würde. Indem die Luft ſo von Außen und Innen quer gegen und durch die Flamme ſtößt, kommt ſie viel beſſer mit allen einzelnen Theilen derſelben in Berührung und der Kohlenſtoff kann vollſtändig verbrennen. Außerdem erlangt die Flamme auf dieſe Art eine tulpenförmige Ge⸗ ſtalt und eine große leuchtende Oberfläche. Iſt der Docht nur etwas zu hoch geſchraubt, oder nicht vollkommen egal abgeſchnitten, ſo entſteht binnen wenigen Augenblicken eine ungeheure Menge Ruß, zum Zeichen, daß im Camphin ſehr viel Kohlenſtoff enthalten iſt. Dieſer erzeugt aber auch, wenn er vollſtändig verbrennt, ein ungemein intenſives Licht.

m eeider iſt in neuſter Zeit das Camphin ſo theuer geworden, daß man es nicht mehr zum Brennen verwenden kann. Doch aber laſſen ſich die Camphinlampen(Fig. 11 a) entweder gerade ſo, wie ſie ſind, oder nach einiger Veränderung des Brenners mit dem billigen Erdöl ſpeiſen. Dieſes enthält etwas weniger Kohlenſtoff und bedarf alſo des Metallſcheibchens über dem Bren⸗ ner nicht.

Ueberhaupt iſt eine ſolche Einrichtung nur nöthig, wenn das Leuchtmaterial ungemein viel Kohlenſtoff enthält. Dagegen läßt ſich an den gewöhnlichen Oellampen eine andere Verbeſſerung des Luftzugs anbringen, welche ſehr leicht herzuſtellen iſt.

Wenn nämlich das Zugglas überall gleich weit iſt, ſo ſtrömt eine Maſſe Luft hinein, die gar nicht mit der Flamme in Berührung kommt, alſo nichts nützt, ſondern nur ſchadet; denn ſie gibt keinen Sauerſtoff ab und entzieht der Flamme Wärme. Um nun zu bewirken, daß alle Luft, welche unter das Zugglas ſtrömt, auch an die Flamme kommt, hat man demſelben eine eigenthümliche Form gegeben. Ich erwähne dieß mit beſonderem Vergnügen, weil an dieſer Erfindung ein Naſſauer Theil hat, der bekannte Wiesbadener Spenglermeiſter Benkler. Er hat das Zugglas aus zwei Glaslylindern zuſammengeſetzt, aus einem niedrigen weiten und einem hohen engen, die durch ein Blechſtück mit einander verbunden ſind(Fig. 12). Die einſtrömende Luft bricht ſich an dem Blech, an der ſogenannten Schulter, wird dadurch gezwungen quer gegen die Flamme zu ſtoßen, und kann nicht neben vorbei in die Höhe ſteigen.

Später hat man das Meſſingſtück entfernt und ſtatt deſſen dem Zugglas da, wo die Flamme ſich befindet, eine Einſchnürung gegeben(Fig. 13), wie dieß jetzt an den meiſten Cylindern zu ſehen iſt. Daß eine ſolche Einſchnürung bei plattem Docht unmöglich iſt, leuchtet von ſelbſt ein; man müßte denn gerade den Chlinder ebenfalls platt machen. Bei vielen Flammen, wie z. B. bei der des Camphins, iſt ſogar ein ausgebauchter. Cylinder beſſer, weil ſie ſich da beſſer ausdehnen können. Aehnliches gilt von der ſpäter zu beſprechenden Erdöllampe.

Aus dem über den Luftzug Geſagten geht hervor, daß Stab⸗ und Banddochte, namentlich die erſteren nur eine geringe Ausdehnung zulaſſen. In das Innere eines Stabdochtes kann ja die Luft überhaupt nicht eindringen, und ein breiter Banddocht würde ein übermäßig weites Zugglas verlangen. Auch ſelbſt die ſpäter zu erwähnende Einrichtung der Erdöllampe geſtattet eine allzu⸗ große Verbreitung des Dochtes nicht. Dagegen unterliegen die Röhrendochte einer ſolchen Be⸗ ſchränkung in viel geringerem Maße. Man kann ſelbſt mehrere Brenner in einander ſchachteln und eine außerordentliche Helligleit erzielen, zumal wenn man reinen Sauerſtoff ſtatt Luft in die Flamme treten läßt.

Wir haben im Vorſtehenden den Luftzug ausführlich behandelt und gehen nunmehr zur Be⸗

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