Aufsatz 
Von den Kerzen und Lampen : populär dargestellt / von G. Krebs
Entstehung
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endigenden Rinne aus, welche zum Feſthalten des in der Rinne befindlichen Dochtes dient. Bei dem Küchenlicht iſt der Brenner von dem eigentlichen Oelgefäß ſchon völlig abgeſondert. Er beſteht aus einer engen Röhre, welche mit dem Oelgefäß communicirt und zur Aufnahme des Dochtes beſtimmt iſt.

Die Nürnberger Studirlampe(Fig. 8) iſt im weſentlichen von einem Küchenlicht nur durch den platten Docht verſchieden freilich auch durch die Anweſenheit eines Triebs zum Auf⸗ und Abſchrauben des Dochts und eines Blechſchirmes, ſowie überhaupt durch größere Eleganz der Einrichtung.

Alle dieſe Lampen aber haben wegen des unzureichenden Luftzutritts den Nachtheil, daß eine große Menge Kohle unverbrannt als Ruß in die Höhe ſteigt. Nun ſind es aber gerade die kleinen, weißglühenden Kohlentheilchen, welche die Flamme ſo hell machen. Iſt der Luftzug ſchlecht, ſo glühen die meiſten blos roth, nicht weiß; andere glühen gar nicht und ſteigen als Ruß auf.

Vor etwa 100 Jahren aber erfand der pariſer Apotheker Quinquet das Zugglas(den Cylinder), und von dieſem Augenblick an war die Bahn zu den manrichfaltigſten Erfindungen gebrochen. Setzt man der Flamme ein Zugglas auf, ſo wirkt dieß wie ein Schornſtein; durch die Hitze der Flamme wird die im Zugglas enthaltene Luft ſehr ſtark erwärmt und verdünnt, während die äußere faſt ganz kalt und dicht bleibt. Dieſe ſtrömt dann in den luftverdünnten Raum des Zugglaſes von unten ein und gibt ihren Sauerſtoff an die Flamme ab, die nun, ohne Ruß zu erzeugen, brennt. Dieß iſt namentlich dann der Fall, wenn der Docht platt und nicht rund und ſolid iſt, wie bei dem Küchenlicht und der antiquen Lampe. Iſt die Flamme dick und rund, ſo kann die Luft nur an die äußere Fläche; iſt ſie aber länglich und ſchmal, ſo kommt die Luft faſt mit allen einzelnen Theilchen in Berührung. Die Nürnberger Studirlampe und die Wormſer Lampe(Fig. 9) haben einen ſolchen platten Docht. Die erſtere freilich kann hier nur erwähnt werden, wenn ſie mit einem Cylinder verſehen iſt(in welchem Fall zugleich der Blechſchirm weggelaſſen und ſtatt deſſen ein Milchglas angewandt wird), da ſie ja ſonſt nicht zu den Lampen mit einfachem Luftzug, ſondern zu den Küchenlichtern gehört.

Obwohl nun durch Einführung des Glascylinders ein bedeutender Schritt zur Verbeſſerung der Lampen gethan war, ſo konnte man doch dabei nicht ſtehen bleiben, weil die Luftzufuhr immer noch unzureichend und das Rußen keineswegs ganz beſeitigt war. Die Aufgabe nun, der Flamme noch mehr Luft zuzuführen, hat der Genfer Argand, der berühmte Erfinder des doppelten Luftzugs und der Argand'ſchen Lampen im Jahre 1786 wirklich gelöſt; durch eine eigenthümliche Einrichtung des Brenners brachte er die Luft nicht blos von Außen, ſondern auch von Innen an die Flamme. Um die Luft auch in die Flamme hinein zu bringen, nimmt man einen runden hohlen Docht. Dieſer wird zwiſchen zwei Cylinder geſteckt, welche unten durch einen Ring verbunden ſind, und durch ein Seitenrohr mit dem Oelgefäß communiciren(Fig. 10). In die etwa fingerdicke Höh⸗ lung des inneren Cylinders ſtrömt die Luft von unten ein und gelangt ſo ins Innere der Flamme, während ſie zugleich auch unter das Zugglas tritt und von Außen an die Flamme kommt.

Obwohl nun dieſer doppelte Luftzug für das gewöhnliche Oel vollkommen hinreichend iſt, ſo gibt es doch auch Stoffe, wie z. B. das aus dem Terpentinöl dargeſtellte Camphin, welche, da ſie außerordentlich kohlenſtoffreich ſind, ſelbſt bei einer ſolchen Einrichtung des Brenners eine große Menge Ruß entſtehen laſſen.

Um nun ſolche Stoffe zu verbrennen, iſt es nöthig noch eine weitere Verbeſſerung hinzuzu⸗ fügen, welche darin beſteht, daß über der mittleren Oeffnung des Brenners ein kleines Metall⸗