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ſäure übrig bleibt. Durch Entfernung der Oleinſäure und des Glyceryloxnds iſt das Fett nunmehr ziemlich hart geworden.
Ein anderes bekanntes Kerzenmaterial iſt das Wachs, welches theils unmtttelbady theils mittel⸗ bar(durch die Bienen) aus den Pflanzen gewonnen wird. Da das rohe Wachs gelb oder braun iſt und man für Kerzen die weiße Farbe vorzieht, ſo muß das Wachs gebleicht werden. Trotz vielfacher Bemü⸗ hungen iſt es bis jetzt noch nicht gelungen eine andere als die gewöhnliche Bleichart aufzufinden, die vollkommen zweckentſprechend wäre. Deswegen hat man dabei bleiben müſſen das Wachs in Bänder aus⸗ zugießen, auf geſpannte Leinwand zu legen und der Sonne und der atmoſphäriſchen Feuchtigkeit auszuſetzen.
Weniger bekannt, als die ſoeben angeführteu Marterialien für die Kerzenfabrikation ſind der Wallrath und das Paraffin. Der erſtere findet ſich in flüſſigem Zuſtande mit Wallrathöl gemengt in den Höhlungen des Kopfes großer Seefiſche, namentlich der Pottfiſche. Durch Auspreſſen und Reinigen bekommt man eine ſehr weiße, durchſcheinende Maſſe, welche recht elegant ausſehende Kerzen liefert. Leider hält es ſchwer den Wallrath vollſtändig rein darzuſtellen; überdieß ſind die Kerzen ziemlich theuer und deshalb wenig im Gebrauch.
Viel wichtiger als der Wallrath iſt das Paraffin. Es iſt eine ſchön weiße, ſchwach durch⸗ ſcheinende Subſtanz, etwas weicher als das Stearin und wird aus dem Theer gewonnen, welcher, ſo ſchmierig und unnütz er auch ausſehen mag, nichtsdeſtoweniger den Ausgangspunkt für ſehr ver⸗ ſchiedene, wichtige Körper bildet. Es exiſtiren gegenwärtig mehrere große Fabriken, von denen freilich eine der bedeutendſten, die Auguſtenhütte zu Beuel bei Bonn durch Auffindung des Erdöls zu Grunde gegangen iſt, welche neben anderen Beleuchtungsſtoffen namentlich Paraffinkerzen in großer Menge fabriciren. Durch trockene Deſtillation des Holzes, der Steinkohlen und Braunkohlen und des ſogenannten bituminöſen Schiefers gewinnt man große Mengen von Theer, aus dem das Paraffin erhalten werden kann. Beſonders merkwürdig iſt der ſogen. bituminöſe(übelriechende) Schiefer, welcher, da er eine Menge vorweltlicher Thiere eingeſchloſſen enthält, von Oel und Fett ganz getränkt iſt. Er findet ſich unter anderem am Gebirgsrande der ſchwäbiſchen und fränkiſchen Alp zwiſchen Rhein und Main in einer Ausdehnung von faſt 60 Meilen. Durch Deſtillation kann man aus ihm ſowohl Mineralöl, als Paraffin gewinnen. Anfangs hatte man demſelben eine große Zukunft prophezeit, da es ein recht elegantes Ausſehen hat und eine ſchöne und helle Flamme liefert. Die Begeiſterung hat ſich aber wieder etwas gelegt, weil die Kerzen meiſt nicht hart genug ſind und deshalb ſtark fließen und ſich im Sommer biegen. Aus den genannten Materialien nun ſtellt man die Kerzen theils durch Ziehen, theils durch Gießen her.
Das Ziehen beſteht einfach darin, daß man die Dochte in die geſchmolzene Maſſe eintaucht, wieder herauszieht, abermals eintaucht u. ſ. w. bis die Kerze die erforderliche Dicke erlangt hat. Dieſe Methode wird indeſſen ſelten und nur hie und da bei Talgkerzen angewandt. Eine andere, dem Ziehen verwandte und vorzugsweiſe bei Herſtellung dünner Wachskerzen gebräuchliche Fabri⸗ kationsmethode iſt dss Angießen. Das Verfahren beſteht der Hauptſache nach darin, daß eine Anzahl Dochte aufgehängt und nacheinander mit dem flüſſigen Wachs begoſſen werden, bis ſie die erforderliche Dicke erlangt haben. Ueberhaupt werden die Wachskerzen nur ſelten gegoſſen, weil das Wachs einestheils zu ſtark an der Form haftet, anderntheils zu ſtark ſchwindet, ſo daß beim Erkalten leicht eine Höhlung um den Docht herum entſteht.*) Die großen Kirchenkerzen z. B. werden auf
*) Will man die Wachskerzen trotzdem gießen, ſo muß der Docht, ehe er in die metallene oder gläſerne Form kommt, angegoſſen werden. Und damit die Kerze nachher leichter aus der Form herausgeht, muß dieſe einen
Augenblick in heißes Waſſer getaucht werden.


