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zerſetzt wird; der erſtere brennt am Rande des dunklen Raumes, nammentlich neben und unten, mit ſchwachblauer Flamme, erzeugt aber eine ſolche Hitze, daß die kleinen Kohlenſtofftheilchen roth, oder gar weiß glühen und ſo den eigentlich hellen(mittleren) Thei der Flamme erzeugen. In dem äußeren, ſchwachröthlichen Theile verbrennt die glühende Kohle mit dem Sauerſtoff der Luft zu Kohlenſaure.
Eine Flamme, welche hell brennt, verdankt dieſe Eigenſchaft immer einem feſten Körper, der in fein vertheiltem Zuſtand in derſelben enthalten iſt und durch ihre Hitze ins Glühen gebracht wird. Gaſe, welche keine feſten Beſtandtheile enthalten, wie z. B. Waſſerſtoffgas, brennen mit kaum ſicht⸗ barer Flamme. Nur feſte Körper vereinigen auf kleinem Raume eine große Menge einzeiner Theilchen, welche denn auch, da ihrer ſo viele ſind, ein helles Licht verbreiten, wenn ſie ins Glühen gerathen.
Doch kann man es auch dahin bringen, daß rein gasförmige Körper eine große Leuchtkraft erlangen. Wenn man z. B. Waſſerſtoffgas anzündet und in dieſe Flamme reinen Sauerſtoff leitet, damit die Verbrennung möglichſt lebhaft vor ſich gehe, ſo erzeugt die kleine Flamme, wegen der Ab⸗ weſenheit feſter Körper, ein ſehr geringes Licht, aber eine Hitze, in welcher Körper, wie Platina mit Leichtigkeit ſchmelzen, die ſonſt kaum dazu gebracht werden können. Hält man in dieſe Flamme ein Stück Kreide, ſo wird dasſelbe durch die große Hitze glühend und die kleinen weißglühenden Kreidetheilchen verbreiten ein ſo blendentes Licht, daß man kaum hinein ſehen kann. Dieſes Licht, welches man auch Kalk- oder Drummond'ſches Licht nennt, wird bekanntermaßen in den Leucht⸗ thürmen mit dem beſten Erfolg angewandt. In den im gewöhnlichen Leben gebräuchlichen Flammen ſind es, wie ſchon geſagt, die kleinen glühenden Kohlentheilchen, welche die Helligkeit der Flamme erzeugen, was auch namentlich bei einer Gasflamme deutlich bemerkbar iſt.
II. Von den Kerzen.
Obwohl die Kerzen ſchon vor Jahrhunderten im Gebrauch waren, ſo ſind ſie doch das älteſte Beleuchtungsmittel nicht; die alten Griechen und Römer bedienten ſich vielmehr zur Zimmerbeleuch⸗ tung der Lampen. Erſt während des Mittelalters fing man an Talglichter zu fabriciren.
Daß Fett brenne, hat man ſchon in den älteſten Zeiten gewußt; man hatte es aber nicht verſtanden die Verbrennung ſo zu regeln, daß ſie zur Beleuchtung dienen konnte. Um dieß zu er⸗ reichen muß man die Fettmaſſe mit einem Docht verſehen und in eine eylindriſche Form bringen, weil die Hitze der Flamme ſich gleich ſtark nach allen Seiten verbreitet. Dabei muß der Durchmeſſer des Cylinders ſo groß ſein, daß nur der mittlere Theil ins Schmelzen geräth, außen aber ein kleiner Rand ſtehen bleibt, welcher die flüſſige Maſſe rundum einſchließt und ſo das unangenehme Abfließen der Kerzen verhindert. Bei weichem Fett freilich ließe ſich dieſer Uebelſtand nur dadurch beſeitigen, daß die Kerze ſehr breit gemacht würde, wodurch man aber eine übermäßig große und qualmende Flamme erlangte.
Leider nun liefert die Natur kein Fett, welches die erforderliche Härte beſitzt; ſelbſt Rinds⸗ und Hammelstalg, aus dem man die Unſchlittkerzen fabricirt, iſt noch zu weich. Und ſo mußte man ſich denn Jahrhunderte lang mit ſchlechten Kerzen behelfen, bis der Franzoſe Chevreul eine künſtliche Maſſe herſtellte, welche allen Anforderungen genügte. Dieſer berühmte Chemiker fand nähmlich am
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