Aufsatz 
Über das Sieden des Wassers
Entstehung
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schlägigen Versuche kann man sich, namentlich zu Vorlesungsversuchen, des von dem Verfasser dieser Abhandlung angegebenen Apparates(Fig. 3) bedienen ¹). Es besteht derselbe aus einem cylindrischen Glasgefässe A(Fig. 3), welches durch einen Messing- deckel verschlossen ist undCommunicationsgefäss genannt wird. In den Deckel ist in der Mitte die Röbre eines Gefässbarometers gekittet, dessen Gefäss im Innern des Communicationsgefässes sich befindet. Ausserdem trägt der Dekel noch zwei Röhren; die eine, kürzere a, ist mit einem Hahn versehen, die andere, längere b, hat an ihrem unteren Ende einen durchlöcherten Boden und kann an ihrem oberen Ende durch ein kleines Cylinderchen mit geschlitzter Seitenwand und etwas übergreifendem durchlöchertem Deckel verschlossen werden. Die Röhre b wird mit Bimsteinstückchen angefüllt und nun wird so lange starke Kalilauge in die Röhre gegossen, bis dieselbe unten durchfliesst und den Boden des Communicationsgefässes einige Linien hoch be- deckt. Hierdurch verhütet man, dass saure Dämpfe in die Luftpumpe gelangen.

Ueber die Röhren a und b zieht man dickwandige, lange Kautschuckschläuche, von denen der eine mit dem Hals einer Retorte, der andere mit einer Luftpumpe in Verbindung gesetzt werden kann.

In den Tubulus der Retorte ist ein Gummistopfen eingesteckt, durch dessen Oeffnung zwei Platindrähte mit Platinplättchen, die einander nicht berühren dürfen, so- wie ein Thermometer, eingesteckt.

Die mit Schwefelsäure ausgespülte und mit heissem destillirtem Wasser ausge- waschene Retorte wird theilweise mit destillirtem Wasser, dem man etwas Schwefel- säure zugesetzt hat, gefüllt.

Da man nur zu einem der zu beschreibenden Versuche einen Hahn an der Röhre a nöthig hat und dieser durch die Dämpfe des sauren Wassers ange- griſten werden würde, so ist es gut, statt der Röhre a für gewöhnlich eine andere ohne Hahn zu nehmen, bei dem Versuch aber, zu welchem man den Hahn nöthig hat, reines, statt gesäuertes Wasser zu benutzen. Das in der Retorte enthaltene Was- ser wird nun im Oelbad, oder einfacher über dem freien Feuer einer mit viellöcheri- gem Aufsatz versehenen Gaslampe zum Sieden erhitzt und längere Zeit im Sieden er- halten. Währenddessen ist die Verbindung der Retorte mit dem Communicationsgefäss unterbrochen.

Hat nun das Kochen einige Zeit gedauert und bemerkt man nicht mehr, dass die Dampfblasen ununterbrochen von bestimmten Stellen der Wand der Retorte aus- gehen, so lässt man das Wasser bis ca. 75° erkalten, was dadurch beschleunigt wer- den kann, das man der Retorte von unten her ein Gefäss mit Wasser nähert und den Bauch derselben wiederholt in das Wasser eintauchen lässt.

Nunmehr stellt man die Verbindung der Retorte mit dem Communicationsgefäss her und pumpt ruhig aus. Damit die Retorte nicht erschüttert wird, ist es gut, die

¹) Versuche über Siedeverzüge, Pogg. Ann. Bd. CXXXIII. p. 673(1868).