Aufsatz 
Über das Sieden des Wassers
Entstehung
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Luft liegen, so erlangen sie wieder ihre frühere Fähigkeit, das Entstehen von Siede- verzügen zu verhindern.

Noch besser als Platindrähte sind Holz- und Papierstückchen, Baumwollenfasern u. dgl. im Stande, einen Siedeverzug unmöglich zu machen; erst nach vielmaligem Erhitzen der Flüssigkeit treten wieder einigermassen grosse Verzüge ein und scbliess- lich werden auch diese Körper völlig unwirksam.

Ganz besonders stark werden die Siedeverzüge, wenn man dem destillirten Wasser etwas Schwefelsäure beimengt.

Macht man dieselben Versuche mit gewöhnlichem Wasser, so zeigen sich ganz ähnliche Erscheinungen, wie bei dem destillirten, nur dass es öfteren Erhitzens bedarf, um grössere Siedeverzüge zu erhalten.(Dabei wird meist nach dem ersten Erhitzen das Wasser trübe, indem sich Kesselstein auf die Gefässwände absetzt.)

Nimmt man statt einer Glasretorte ein Metallgefäss, in welchem man das Wasser erhitzt, so treten, wenn auch nicht so leicht, nach mehrmaligem Erbitzen ebenfalls grössere Siedeverzüge ein. Bei gewöhnlichem Luftdruck siedet das Wasser in Metall- gefässen allerdings fast genau bei dem von dem Dalton'schen Gesetz verlangten Punkt; doch lassen sich auch hier Siedeverzüge unter besonderen Umständen hervorrufen, wie dies Magnus an einer mittels Schwefelsäure und Kalilauge gereinigten Platinschale gezeigt hat. In grösserem Massstabe treten Siedeverzüge in Metallgefässen indessen nur dann auf, wenn man das Sieden durch Druckverminderung hervorbringt.

Wenn Wasser zum erstenmal zum Sieden erhitzt wird, so bemerkt man, dass zahllose Luftblasen von den Wänden des Gefässes aufsteigen und dass es auch noch nach mehrmaligem Kochen und Erkaltenlassen Stellen an den Wänden gibt, von denen sich solche Bläschen loslösen. So lange dies noch stattfindet, kann men auf grössere Siedeverzüge bei der Verminderung des Drucks nicht rechnen. Ist die Retorte nicht rein, so gibt es immer einzelne Stellen, von denen das Sieden des Wassers ausgeht, wie dies schon Marcet beobachtet hat; solche Retorten geben desshalb auch keine oder nur unbedeutende Siedeverzüge. Ist aber die Retorte blasenfrei(aus gutem böh- mischen Glas), so wird nach öfterem Erhitzen das Kochen mehr in dem Innern der Flüssigkeit seinen Ursprung nehmen und dabei von mehr oder minder starken Stössen begleitet sein. Hängen Platindrähte oder andere feste Körper in das Wasser, so stei- gen von diesen zahllose Luftblasen auf und das Sieden fängt vorzugsweise an diesen Körpern an; erst wenn nach längerem Kochen alle Luftblasen von den festen Kör- pern entfernt sind, werden sie unfähig, das Sieden zu befördern und es tritt wieder jenes stossweise Kochen ein.

Dass Flüssigkeiten, welche fern von festen und gasigen Körpern zum Kochen gebracht werden(Wasser in einem Gemisch von Nelkenöl und Baumöl, Chloroform in Chlorzinklösung etc.) sehr bedeutende Siedeverzüge erleiden, ist schon erwähnt worden.

Wenn nun eine Flüssigkeit einen Siedeverzug erlitten hat, so gelingt es auf sehr verschiedene Weise dieselbe zum Sieden zu bringen. Zur Anstellung der hier ein-