Aufsatz 
Über das Sieden des Wassers
Entstehung
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bringen und bei dem verstärkten Druck im Dampfkochtopf steigt die Siedetemperatur oft weit über 100⁰° C. Die nachstehende kleine Tabelle zeigt den Zusammenhang zwischen dem Siedepunkt

und dem in Atmosphären, sowie in Centimetern angegebenen Druck.

Druck Druck

Temperatur. in in Temperatur. in in Centimetern. Atmosphären. Centimetern. Atmosphären. 1

0 0,460 0,006 100 76,000 1,000 10 0,916 0,012 110 107,537 1,4 15 20 1,739 0,023 120,694 152 2 30 3,155 0,042 134,184 228 3 40 5,491 0,072 144,403 304 4 50 9,198 0,121 152,763 380 5 60 14,879 0,196 159,880 456 6 70 23,309 0,306 166,104 532 7 75 28,852 0,380 171,655 608 8 80 35,464 0,466 176,677 684 109 90 52,545 V 0,691 V 181,273 760 1⁰

Das Dalton'sche Gesetz, wonach jedem bestimmten Drueck eine bestimmte Siede- temperatur entspricht, erleidet aber nach den neueren Forschungen zahlreiche Ausnahmen; das Sieden tritt nur selten bei dem von dem Dalton'schen Gezetz verlangten Punkte ein, vielmehr kann die Temperatur oft beträchtlich höher steigen, ohne dass die Flüs- sigkeit in Dampf übergeht; in solchen Fällen sagt man, die Flüssigkeit erleide einen Siedeverzug. Diese Siedeverzüge sollen im Nachstehenden ausführlich betrachtet werden.

Siedeverzüge. I. Siedeverzüge durch Erhöhung der Temperatur.

Im Jahre 1785 machte Achard seine Versuche über das Sieden des Wassers be- kannt ¹). Nach ihm gelten folgende Gesetze: 1) Der Siedepunkt des Wassers ist in Glassgefässen und überhaupt in Ge- fässen, welche aus schlechten Leitern gemacht sind, constant, nicht aber in Metallgefässen;

¹) Achard, Mémoires de l'Académie de Berlin 1785 oder: Ann. de chim. T. X. ann. 1791.