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der Kunſt gelehrte Vasmar und der liebliche Eſich und von der Trupe, deſſen Herz und Antlitz gleich glänzend ſtralt, herrliche Seelen, treffliche Namen, welche mich an ſich ziehen, wie das parthiſche Naphtha die ſtürmiſche Flamme. An dieſen Freunden will ich mich tröſten und freuen.“! Die genannten Männer entſtammten ſämtlich angeſehenen Patrizierfamilien der Stadt. Einen Dietrich Hoyer treffen wir als damaligen Bür⸗ germeiſter, einen Arnold Eſich und Heinrich von der Trupe als Senatoren. Dietrich(Cordus nennt ſeinen Vornamen Daderich) Vasmar war ein reicher Kaufmann(ein Epigramm tröſtet ihn wegen eines untergegangenen Schiffes) und gelangte ſpäter eben⸗ falls in den Senat.“ Ein anderer noch ſehr jugendlicher Bre⸗ mer Freund unſeres Dichters, Ditmar Kenkel, ſtarb nach kurzer Zeit. ³.
Doch konnte ſich Cordus ſeines Glückes nicht mehr lange freuen. Schon die Marburger Epigramme der letzten Zeit kla⸗ gen über Erſchöpfung und Hinſchwinden der Kräfte. Ein Ge⸗ dicht an den Bremer Freund Vasmar bittet ihn, ihm doch ein Weniges von ſeinem guten Liſſaboner Wein zu ſchicken, ob der ihm vielleicht die verlorene Kraft wiedergeben könne, ſein Magen wolle keine Speiſe mehr annehmen.“ Er erlag der zehrenden Krankheit am 24. Dezember 1535, im 49. Jahre ſeines Alters, nachdem er nicht viel länger als ein Jahr in Bremen gelebt und gewirkt hatte.
¹) Ad Jo. Lonicerum XII, 506. ²) S. Rotermund I, S. 116. 216. II, S. 224. ³) Ad. Ditm. Chenchelium u. epitaphinm XIII, 528. * Ad Daderich. Vasmarum XIII, 529: — Tanta reluctantes obsedit nausea fauces, Nec sinit exhaustum perfida corpus ali. Ergo boni, dives quod misit VIisbona, vini Exiguum Cordo da quid amice tuo. An velit amissas illud mihi reddere vires,
Optatae desint cum mihi pocla Gosae—


