Siebentes Kapitel.
Cordus Lehrer und Arzt in Bremen 1534—35. Sein Tod.
Das Gymuaſium zu Bremen, an welches Cordus als Lehrer berufen war, verdankte wie auch anderwärts viele ähnliche Lehr⸗ anſtalten ſeine Entſtehung der Einführung der Reformation. Die Schule zu Bremen, gegründet 1528, hatte ſchon damals einiges Anſehn und hat im Laufe der Zeit eine anſehnliche Zahl gelehrter Männer hervorgebracht.“
In Bremen fand Cordus endlich den erſehnten Frieden. „Apollo hat mich“ ſchreibt er an Niger,„obwol krank, doch glücklich hierhergeführt und das fromme Bremen hat mich in ſeinen friedlichen Schos aufgenommen.“ Demſelben Freunde meldet er auch, daß ihm die Stadt zu dem bedungenen Gehalte ein nicht unbedeutendes Geſchenk und ein bequemes Haus zur freien Wohnung gegeben habe, und daß ſie ihn gleich ihren er⸗ ſten Bürgern ehre.„Damit prahle ich,“ ſetzt er hinzu,„des⸗ halb gegen meine Gewohnheit, damit meine Feinde über mein Glück knirſchen ſollen.““ Er fand Bremen nicht ſo ungebildet, und glänzend durch manchen Namen.„Ein reiches und frommes Volk iſt hier und ein verſtändiger Senat, welcher die gute Ruhe des ſichern Friedens liebt und an der reinen Lehre des göttlichen Wortes feſthaltend ſeine Untertanen in Recht und Liebe regiert. Auch fehlen hier nicht die heiligen Gottheiten des phocäiſchen Berges und die Weſer ſelbſt fließt gemiſcht mit aoniſchen Wa⸗ ßern. So beginnen in neuer Bildung die Geiſter zu glänzen und ſo viele Männer macht der gütige Apollo berühmt. Unter dieſen leuchten hervor der geſetzkundige Hoyer und der in je⸗
¹) Rotermund, Lexicon der Gelehrten Bremens. 2 Teile. Brem. 1718.
¹) Ad Anton. Nigrum XII, 504. 6


