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Mutians deſſelben vor dem J. 1513 durchaus keine Erwähnung, ja es iſt daraus klar erſichtlich, daß Mutian den Cordus erſt in dieſem Jahre und zwar aus Anlaß ſeiner damals bekannt ge⸗ wordenen bucoliſchen Gedichte kennen gelernt hat.“ Dieſen Zeugniſſen gegenüber verdient die Angabe einer auch ſonſt un⸗ zuverläßigen Quelle, einer alten Erfurter Chronik, daß Cordus ſchon im J. 1505 bei dem Empfange des Humaniſten Hermann von Buſch in Erfurt anweſend geweſen ſei, keinen Glauben. 2
Wir würden bei der Darſtellung der Ingendgeſchichte des Cordus beßer beraten ſein, wenn uns eigene Gedichte deſſelben aus dieſer Periode bei unſerer Arbeit zu Hülfe kämen. Seine erſte uns aufbehaltene dichteriſche Arbeit aber fällt früheſtens in das Jahr 1509, ein Klagegedicht(Threnodie) auf den Tod des Landgrafen Wilhelm II v. Heſſen(† 1509), des Vaters Philipps des Großmütigen.“ Bereits der Erfurter Zeit, nemlich dem Jahre 1513 gehört ſein zweites und größeres Werk, die bucoliſchen Gedichte, an. Letztere enthalten trotz ihrer für unſern Zweck ſpäten Abfaßung, da es die damaligen Dichter
¹) Die Handſchrift der Briefe Mutians befindet ſich auf der Frank⸗ furter Stadtbibliothek. Die Briefe ſind meiſt an Heinrich Urban, den uns ſchon bekannten Pſeudo⸗Cordus, einen Ciſterzienſer Mönch und Ver⸗ walter des Georgenthaler Hofes in Erfurt, einige an Eoban u. a. Freunde, ein einziger an Cordus(a. d. J. 1515) gerichtet. Aus⸗ züge aus der Sammlung ſind abgedruckt in Tentzel, supplementa histo- riae Gothanae, Jena 1701. Wo wir nach der Handſchrift eitieren, iſt dieß durch mscr. angedeutet. Der erſte Brief, der den Cordus erwähnt, iſt aus d. J. 1513, Tentzel p. 154: Relegi, Urbane, Bucolica ne- scio cujus Cordi Ricii; alſo war Cordus dem Mutian damals von Perſon noch unbekannt.
²) Hogel'ſche Chronik ad a. 1505; ſowie Hamelmann, opp- geneal. hist. p. 294. Vgl. Kampſchulte, Geſch. d. U. Erf. 1 T. S. 66 Anm. 4 u. S. 162 Anm. 1.
³) Funebris threnodia in mortem illustrissimi Hassiae principis Gulielmi, Philippi patris, Ricio Cordo Simesusio autore. Opp. Cordi p. 130— 137. Das Versmaß iſt das elegiſche.


