Aufsatz 
Euricius Cordus. Eine biographische Skizze aus der Reformationszeit
Entstehung
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Von Eoban wißen wir, daß er, nachdem er drei Jahre auf der Frankenberger Schule geweſen, im Alter von ſechzehn Jahren (1504) einem ältern, aus Frankenberg gebürtigen, in Erfurt ſtudierenden Freunde Ludwig Chriſtianus auf dieſe damals ſo berühmte Univerſität folgte. Dort that er ſich bald durch poe⸗ tiſche Verſuche hervor, gelangte in die Freundſchaft des durch Gelehrſamkeit und humaniſtiſche Bildung ausgezeichneten Conrad Mut, begab ſich darauf im Jahre 1509 nach Preußen in den Dienſt des Biſchofs Hiob von Rieſenburg und kehrte endlich nach einem kurzen Aufenthalte auf der Leipziger Univerſität im J. 1513 wieder nach Erfurt zurück. Hier treffen wir ihn denn alsbald in vertrautem Verkehre mit ſeinem alten Schulfreunde Cordus an, welcher ſich inzwiſchen ebenfalls auf der Erfurter Univerſität eingefunden hatte. Wo ſich nun aber Cordus ſelbſt in der Zwi⸗ ſchenzeit aufgehalten habe denn der Frankenberger Aufenthalt kann wol ſchwerlich bis über das Jahr 1504 hinaus gedauert haben iſt in faſt völliges Dunkel gehüllt. Eoban hatte er, wie aus den uns aufbehaltenen Begrüßungsdiſtichen hervorgeht, in langen Zeiten nicht geſehn, jedenfalls nicht ſeit dem J. 1509, vielleicht ſogar nicht ſeit dem J. 1504. So gut als gewis iſt, daß ſich Cordus in den Jahren 1504 9 mit Eoban nicht auf der Univerſität Erfurt befunden habe, denn ſonſt würde in den Gedichten Eobans, namentlich deſſen Idyllen, welche die Erfurter Freunde, einen Mutian, Spalatin, Jonas u. A. verherrlichen, auch des Cordus gedacht ſein. Feruer geſchieht in den Briefen

¹) Camer. vita Eob. p. 12 sd. Eoban erzählt es ſelbſt in ſeiner 1 Idylle, opp. farrag. duae p. 4 sqd. ²) Distichon, quo Eobanus ex Prussia reversus ex tempore Cor- dum salutavit. Opp. C. p. 180: Salve, Corde, mei, salve, pars altera cordis, 0 mecum patriae fama futura meae. Euricii responsum. 0 non vise mihi longis Eobane diebus, Te columi tandem lactor adesse pede-