Aufsatz 
Euricius Cordus. Eine biographische Skizze aus der Reformationszeit
Entstehung
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Bauernjungen umſonſt aufgenommen, verpflegt und erzogen ha⸗ ben ſollen. Dieſe Geſchichte, noch mit allerhand Anecdoten im Geſchmacke jener Aufklärungszeit aufgeputzt, hat aber bei An⸗ dern den bereitwilligſten Glauben gefunden.

) S. Leonhard Henkel,Eliſabeth, die Edle von Wetter, Schutzgöttin der evangeliſchen Aufklärung u. Stifterin des daſigen geheimen Muſentem⸗ pels der evangeliſchen Marienſchule u. ſ. w. in der Marburger Wo⸗ chenſchrift v. 1799 Stück 31 u. ff. Vgl. S. 325:Nicht gar weit fließt dieſe Quelle(von der Simtshäuſer Flur bis Wetter, wo noch mehrere hineinfallen); da haben mich dieſe Schwanengöttinnen des Apollo ſehr gnädig mit großer Ehre in ihr Heiligtum geführt. So erklärt Henkel das Epigramm de patria sua; die Quelle faßt er im eigentlichen Sinne, die Muſen als Schwanengöttinnen, worunter er hauptſächlich die Aebtiſſin Eliſabeth von Brück begreift. Die Worte des Cordus: et teneros egi per duo lustra dies(nemlich bevor ich auf die Schule kam) überſetzt Hen⸗ kel:Durch zehn Jahre war er nun ihr(der Aebtiſſin) Sohn. Von dem Stifte zu Wetter ſind aus der Verheerung des dreißigjähr. Kriegs nur wenige Urkunden übrig. S. Würdtwein, dioec. Mog. Tom. III, 319. 324. Zwei königliche Schweſtern aus Schottland, Almudis u. Dick⸗ mudis, ſollen die Kirche zu Wetter 1015 gegründet und damit ein Jung⸗ frauenſtift zu Ehren der hl. Maria verbunden haben. Ihre Grabſteine, ſo⸗ wie der einer ſpätern Aebtiſſin Eliſabeth von Brück( 1512), auf welche Henkel ein im Jahre 1530 gedichtetes Epigramm des Cordus Epitaphium Elisabethae Laedae(X, 456), eben wegen des Zuſatzes Laedae(Ledae), bezieht befinden ſich noch in der dortigen, in ſchönem gothiſchem Stil gebauten Kirche. Landgraf Philipp der Großmütige ver⸗ wandelte das Kloſter 1532 in eine Verſorgungsanſtalt adeliger heſſiſcher Fräulein. Vgl. Winkelmann, Beſchreib. v. Heſſ. 1697, 2 T. S. 228 b. Rommel, Geſch. v. Heſſ. 1 T. S. 139. 140. Von einer wißenſchaftlichen Lehranſtalt unter der Leitung der Aebtiſſinnen findet ſich keine Spur. Erſt Henkel hat aus einem angeblichen Stiftungsdoeumenteeine Schwanen⸗ ſchule der Ritter, in die auch von Zeit zu Zeit drei begabte Bauernkin⸗ der aufgenommen worden ſein ſollen, herausgefunden. Verfaßer hat das in alter Mönchsſchrift geſchriebene Document ſelbſt in Händen ge⸗ habt und darin mit Sicherheit ein altes Rechnungsbuch über die Ge⸗ fälle des Stifts aus dem Ende des 15. Jahrh. erkannt. Es iſt nach