—
4
Horläus,“ und Lauze ſagt:„er vnd H. Eobauus Heſſus haben beide in der Jugent Herrn Jacoben Horlen zum Franckenberge zum Schuelmeiſter gehabt.“ Von einer Schule zu Wetter erwäh⸗ nen beide kein Wort. Eine ſolche taucht überhaupt erſt um die Reformationszeit auf, in der ſie, wenigſtens als gelehrte Anſtalt, auch erſt gegründet zu ſein ſcheint. Von den auf ihr gebildeten Gelehrten handeln„die Nachrichten von Wetter“ ausführlich. In dieſem ſehr unzuverläßigen Buche hat auch Cordus ſeinen Platz erhalten, aber offenbar nur, weil er ganz nahe bei Wetter geboren war und alſo im weitern Siune zu den Gelehrten dieſer Stadt gerechnet werden konnte.* Mehr als fantaſtiſch aber iſt es, wenn Cordus zu einem Zöglinge des Aebtiſſinnen⸗Stiftes zu Wetter gemacht worden iſt. Auf ſonderbarere Weiſe iſt wol ſelten ein Irrtum entſtanden. Ein unglücklicher Interpret aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts hat nemlich die Worte des Dichters, daß ihn„die Clariſchen Göttinnen zu dem nahen Mu⸗ ſenquell“(d. i. Frankenberg) entführt hätten, ſo ausgelegt, daß er unter den Clariſchen Göttinnen, wie Cordus die Muſen oft be⸗ zeichnet, die Aebtiſſinnen zu Wetter verſtand, welche den armen(⁷)
*) Epigr. ad Jac. Horllum II, 220. Epigr. ad stud. juvent. XI, 463: Doctus eas casto sic Horlus amore coëgit. Eclog. 4 p. 23: — sed erit scio Gosius Horlus-. Dicitur hic sacri vidisse cacumina montis sqd. Ecl. 2 p. 7. Das Rohr zu Aegons(Cordus) Hirtenpfeife iſt an der Ed⸗ der gewachſen: Nec tamen ex Italis, sed, quas habet Aedera, cannis. ²) Mahrdt u. Plitt, realis encomii seminarii scholae Wetteranae, 1724, p. 2. Ayrmann, de literaturae elegantioris statu in Hassia veteri, Gieß. 1733, p. 33. Kahler p. 16 ſagt: Wetteranae scholae alumnus fuisse creditur, bezweifelt aber dieſe Nachricht ſeiner eben ge⸗ nannten Gewährsmänner. Die„Nachrichten von Wetter“ erwähnen in der eigentlichen Biographie des Cordus von einem Schulbeſuche zu Wetter nichts und ſcheinen ihn ſtillſchweigend vorauszuſetzen. Strieder u. A. nehmen die Sache als ausgemacht an.


