Aufsatz 
Euricius Cordus. Eine biographische Skizze aus der Reformationszeit
Entstehung
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Schön zwar nicht von Geſtalt, nicht üppigem Leben ergeben, Nein, ein Mütterchen, brav, immer voll emſigen Thuns. Nicht in buntes Gewand, nur in ärmliches Linnen gekleidet, Wollene Binde umſchloß rings ihr das zitternde Haupt. Nun nach ſattem Genuße des hochbetageten Lebens Nimmt ſie, ein ſeliger Geiſt, Teil an dem himmliſchen Mahl, Schaut auf unſere Not vom hohen Himmel hernieder, Sieht, wie nichts in der Welt feſten Beſtandes ſich freut. O noch dreimal mehr mir geliebte heimiſche Schwellen, Wenn noch jene am Herd ſchaffte ihr tägliches Werk, Eier, ſo eben gelegt, in friſche Butter mir ausſchlüg', Noch ihren Liebling mich nännte mit zärtlichem Ton. 1 Die ſchon frühe hervortretende Lernluſt und nicht gewöhnliche Begabung des Knaben mochten den Eltern mit Rückſicht auf ihren bäuerlichen Wolſtand den Gedanken eingegeben haben, ihren Jüngſten nicht ihrem eigenen, ſondern einem gelehrten Berufe zu widmen. So wurde er denn, wie er es ſelbſt angibt, in ei⸗ nem Alter von 10 Jahren, alſo im Jahre 1496 nach dem von Simtshauſen nur drei Stunden entfernten Städtchen Franken⸗ berg auf die Schule geſchickt. Viele Biographen laßen Cordus zuvor in die Schule der noch näheren Stadt Wetter gehen, aber ſelbſt wenn dieſe Annahme Grund hätte, ſo würde ein ſolcher höchſtens elementarer Unterricht für ſeine ſpätere Ent⸗ wickelung gar nicht in Betracht kommen. Cordus ſelbſt deu⸗ tet in ſeinen Epigrammen ziemlich beſtimmt auf ſeine Franken⸗ berger Schulzeit hin, nennt uns ſeinen Frankenberger Lehrer

9 Expiat. p. 149. ¹) Cordi Bucolic. ecl. 4(opp.- p. 26) über Simithusius Aegon d. i. Cordus: Scilicet hoc fuerat, primis quod parvus ab annis, Quando meis festa pueris in luce coiret, Contemptis nucibus baculoque pilaque trochoque Poneret in solis ludens solatia cannis. ³) Epigr. de patria sua IJ. J.: Non procul uberibus fons ultra profluit undis, Ad quem post Clariae me rapuere Deae.