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und auf diesem Gebiete finden wir ihn schon seit einer Reihe von Jahren als Vor- kämpfer für die lateinlose höhere Schule, bezw. für die Realschule, auf dem Plane.
Durch kleinere Abhandlungen, speziell durch seine gröſsere Apologie in dem siebenten Jahresbericht der hiesigen Realschule(1881— 82)* hat er die Aufmerksam- keit der fachmännischen Kreise auf sich gelenkt. Die neugegründete„Zeitschrift für lateinlose höhere Schulen“, welche ihn auf ihrem Titel unter den Mitarbeitern auf- führt, hat er nur in ihrer ersten Nummer(Oktober 1889) sehen können. Die Muſse seiner Herbstferien war noch der Abfassung einer Arbeit für dieses Blatt gewidmet.** Welche Arbeitslust ihn für die nächste Zukunft beseelte, erhellt daraus, daſs er noch eine halbe Stunde vor seinem Tode sich die sämtlichen Schulprogramme der dies- seitigen Provinz durch den Bibliothekar bereit stellen liels.
Lassen wir das nunmehr vollendete irdische Tagewerk des Verblichenen nach dem vorentworfenen Bilde noch einmal vor unser Auge treten, so sehen wir hier ein herrliches Beispiel rastlosen Strebens und unermüdlichen Fleiſses.
Wenn man in Erwägung zieht, daſs neben seiner unterrichtlichen Thätigkeit, die Organisation und Leitung von 6 Lehranstalten(einschliefsl. der Fortbildungsschule) das Werk des Verstorbenen war, so kann man ermessen, mit welcher Treue und mit welchem Berufseifer er seines Amtes waltete. Auch sein verborgenes Leiden ver- mochte ihn nicht um eines Haares Breite aus der Bahn seiner Pflichten zu lenken oder ihn zu bestimmen, sich die erforderliche Ruhe und Schonung zu gönnen.
Wir sehen ihn, von einer gewaltigen Willensstärke getragen, bis zum letzten Augenblicke im Dienste seiues Berufes. Noch am Vormittage seines Todestages gab er die planmälsigen Unterrichtsstunden und erledigte in gewohnter Weise die laufen- den Verwaltungsgeschäfte, aber schon am nächsten Morgen muſsten die Schüler die Trauerkunde von dem Ableben ihres Direktors vernehmen. Yierzehn Jahre lang lag die Leitung des gesamten städtischen Schulwesens in seinen Händen, und sein Wirken wird in der Geschichte dieser Schulen auf immer mit unauslöschlicher Schrift ein- gegraben sein.
Mag man bei Beurteilung des Dahingegangenen, besonders wenn sie unter dem Gesichtspunkte subjektiver Erwägungen erfolgt, vielleicht zu verschiedenen Ergeb- nissen kommen, in einem Resultate dürften sich alle begegnen, nämlich in der An- erkennung: er war ein Vorbild getreuester Pflichterfüllung.
Gerade dieser hervorragenden Seite seines beruflichen Wirkens wurde auch am offenen Grabe von Herrn Merz im Namen des Lehrerkollegiums in der gebührenden Weise Ausdruck verliehen, und wir glauben, diesen Nachruf nicht besser beschliefsen zu können, als wenn wir jenen beredten und tief empfundenen Worten hier eine Stelle geben.
„Wie ein Vorkämpfer in der Schlacht“, sagt Redner,„den seine Kampfgenossen voranschreiten sehen und der plötzlich dahinsinkt, Brust und Auge nach vorwärts gerichtet— so sahen wir unseren Kollegen und Vorgesetzten, hochragend und vor- wärts gerichtet, als einen pflichttreuen und nimmer müden Streiter, auf dem geistigen Kampffeldes des Unterrichtes und der Erziehung uns voranschreiten und sinken.“
„Und wenn wir denken an sein verborgenes Leiden, so müssen wir bewundernde Anerkennung zollen der Tapferkeit unseres Mitstreiters und Vorkämpfers, und es wird
* Die Realschule ohne Latein— ihre Ziele nnd gegenwärtige Stellung.§. 73. ** Erschienen im 3. Heft, Dezember 1889.


