Aufsatz 
Kanon zum Erlernen der Geschichtszahlen / von Hermann Deskau
Entstehung
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der berechtigten höheren Lehranstalten Preuſsens eingereiht zu werden. Dals

letzteres endlich geschehe, das ist das Ziel, welches wir uns gesteckt haben.

Uber die Hindernisse, die sich auch dem redlichsten Willen dabei entgegen-

stellen werden, mache ich mir so wenig IIlusionen wie einer in dieser Ver-

sammlung. Indessen werden diese Hindernisse am sichersten hinweggeräumt, wenn man sie von vornherein fest ins Auge fafst, wenn man sich in betreff ihrer Widerstandskraft keiner Täuschung hingiebt.

In verhältnismäſsig kurzer Frist hat er die Anstalt dem vorgesehenen Ziele zugeführt, denn mit 17. Oktober 1877 konnte dieselbe bereits in das Ressort des Königlichen Provinzialschulkollegiums übernommen und damit als höhere Schule formell anerkannt werden. Am 31. März 1878 wurde die erste Entlassungsprüfung abgehalten. Ein Schüler der Oberprima bestand dieselbe mit Auszeichnung, sodass auch nunmehr seitens des Ministers die faktische Anerkennung der Anstalt als Real- schule II. O. erfolgen und ihr seitens des Reichskanzlers die Berechtigung zur Er- teilung von Reifezeugnissen für den einjährig-freiwilligen Dienst erteilt werden konnte.

Die Zahl derjenigen, welche sich dem Abgangsexamen unterworfen haben, beträgt bis heute 25. Mag diese Ziffer an sich auch gering erscheinen, so muſs sie doch im Verhältnis zu anderen derartigen Anstalten als eine sehr hohe an- gesehen werden. Denn es ist eine eigene, von der Aufsichtsbehörde oft beklagte Thatsache, daſs die weitaus meisten Realschulen nur in grölseren Zeiträumen, häufig auch gar keine Abiturienten liefern. Aber unter des Verstorbenen Leitung konnte alljährlich ein Abiturientenexamen abgehalten werden, und alle Examinanden bestanden die Prüfung. In der Numerierung der Berechtigungsscheine für den einjährig-frei- willigen Dienst ist das erste Hundert bereits um 10 überschritten, und die Zahl der seit Anerkennung der Anstalt als Realschule aufgenommenen Schüler beziffert sich heute auf 1010.

Wenn Zahlenangaben Beweiskraft innewohnt, so sprechen diese trockenen statistischen Daten doch beredt dafür, daſs das Vertrauen zu der von dem Dahin- geschiedenen geleiteten Anstalt in der Bevölkerung der hiesigen Stadt und ihrer Umgebung feste Wurzel geschlagen hat.

Aber auch um die Entwicklung der anderen städtischen Schulanstalten, denen er in seiner Eigenschaft als städtischer Schulinspektor vorstand, hat er sich ein bleibendes Verdienst erworben. Zwei Anstalten mit 27 Lehrkräften fand er bei seinem Dienstantritte vor: die ihm direkt unterstellte höhere Bürgerschule, noch vielfach an den Folgen einer vorausgegangenen ungünstigen Entwicklung leidend, und die einzige Volkschule, zwar Schönes leistend, aber in organisatorischer Hinsicht noch nicht auf der Stufe der formellen Vollkommenheit angelangt. Heute sehen wir vor uns eine berechtigte 7-klassige Realschule, eine 9-klassige höhere Töchterschule und drei blühende Volksschulen, also 5 Anstalten mit 65 Lehrkräften.

Nicht minder war sein Schaffen und Streben der gedeihlichen Entwicklung des Schulwesens im allgemeinen gewidmet. Die Fortschritte auf dem Gebiete der Pädagogik verfolgte er nicht nur mit der Aufmerksamkeit eines gewissenhaften Schulmannes, sondern auch mit dem prüfenden Blick eines sach- und fachkundigen Kritikers.Erst wägen und dann wagen, war der Wahlspruch, unter dem er den reformatorischen Ideen, wie sie die pädagogische Bewegung der Gegenwart zahllos zu Tage fördert, prüfend und erwägend gegenüberstand. In ganz besonderer Weise hatte er den Be- strebungen zur Organisation des höheren Unterrichtswesens sein Interesse zugewendet,