17
Gefallenen als Ausgang des Kampfes gerichtet, für welchen Ausgang nur diese Leidens- und Opfer- freudigkeit das eigentliche Motiv sein kann. 3) Aber auch ein grammatisches Bedenken scheint gegen die Lesart ro dubvedat zu sprechen und zugleich auch gegen die correspondirende, von Poppo ebenfalls aufgenommene Lesart 1 εννᷣνres ανέυεασαᷣ(statt r.ος¶oε. G.). Schon Heilmann nämlich hat sich gewundert:„wie man anstatt der Redensart 1αμο νμμαχ᷑ otein rodto sagen könne„uiιdoν jroduat to zotei roöro, da nã⁴dov pr. mit keinem Substantiv, folglich auch mit keinem demselben gleich gültigen Infinitiv verbunden werden könne.“ Diese in den Lesarten ro ⁵l., τν αιυέ vorlie- gende Absonderlichkeit eines wirklichen Objectsaccusativs ist auch von Poppo und Hüpeden nicht ge- rechtfertigt; da derjenige Gebrauch, auf den sie sich stützen, nach welchem nämlich Verba der An- sicht(sentiendi), besonders νꝓπρ△εσνα, olsoat, vouicet“ auch das, was geschehen soll oder muss, als Ergänzungsinfinitiv zu sich nehmen können(Matth.§. 531, Krüger§. 55, 3, A. 15), da dieser Gebrauch— sage ich— immer nicht weiter führt, als bis zu dem blossen und regulären Infinitivus (Auiνεοσοαα, αιςεασνα), nicht aber zu dessen Substantivirung durch r6. Auch bei Madvig§. 154. b. A., wo ähnliche Wendungen statuirt werden sollen, findet sich doch keine Stelle angeführt, die für die unsrige einen Anhalt bieten könnte. Auch andere Wege scheinen nicht zum Ziele zu führen. Denn Krüger meinte zwar ad Dion. p. 240. 2⁴ον cum xlεν jungendum et jꝓτ⁵ρναασαœ constituere(beschliessen?) interpretandum esse. Aber diese Bedeutung könnte doch auch nicht anders als mit Zugrundelegung des eben besprochenen Gebrauchs zu Stande kommen. Krüger hat denn auch in seinem Thucydides eine andere Erklärung in folgenden Worten versucht:„nachdem sie darin vielmehr die(Nothwendig- keit der) Abwehr und das Leiden(Tod oder Wunden) erkannt und gesucht, als Rettung durch Weichen,“ eine Erklärung, die Jedem am Besten zeigt, zu welch einem gezwungenen Verfahren der Erklärer durch die Ausdrücke 15 ϑνεαναα, ³, αιιεααᷣᷣ genöthigt ist, wenn er sie gewissenhaft als das, was sie durch τ6 werden müssen, als substantivische Objecte, nehmen will. Endlich ist auch der Ausweg des Scholiasten, statt 2α⁴oν den Accusativ xοεεασαασον zu denken, womit freilich die bequemste Struktur gewonnen wäre(die Gegenwehr für besser haltend u. s. w.), als sprachwidrig zu verwer- fen, wie auch von jener Seite schon geschehen ist. 4) Alle diese Gründe bestimmen mich, vorn die Lesart ⁵ù. für die richtige, und hinten das aus der einen Ueberlieferung von Heilmann (oder Gottleber) gemachte ro(reui) für die wahrscheinlichste Lesart zu halten. ric aber führt nicht selten dadurch, dass es die zugehörige Vorstellung ins Unbestimmte hin erweitert, eine Verstärkung, derselben herbei, ef. Krüger Gr.§. 51, 16. A. 10.(A. 12— 14.) cf. c. 44, 3. 100.* dixaαον. S0 ist es hier, und noch mehr, wenn wir es sächlich, als wenn wir es persönlich nehmen. Unsere Worte bedeuten nun:„und'indem sie bei der Gegenwehr(dem Vergeltungskampfe) selbst der Meinung waren, sich lieber sogar ein Leid widerfahren zu lassen(euphemistisch), als durch irgend welche Nachgie- bigkeit(wörtlich: irgend Welchem nachgebend) sich zu retten.“
Kal ddν εavioros zaοοο rörc. Die Erklärung Poppo's und Anderer:„brevissimo fortunae mo-
mento“—(xαοα enim opportunitas, articulus temporis, denique momentum videtur esse), ist von Meyer
zu dem Gedanken fortgebildet worden:„dum fortuna brevissimam nacta erat opportunitatem, per brevis- simam fortunae dominationem,“ einem Gedanken, der sowohl sprachlich durch die Annahme des Genitivus subjectivus in ruüyνο sich sehr leicht rechtfertigt, als auch durch das weitere Resultat sehr fruchtbar wird: sic non hostibus sed fato— milites succubuisse dicuntur. Fugen wir hinzu, was wiederum Meyer uns zur Ausdeutung noch übrig gelassen hat. Warum nämlich mag der Redner die grosse Kürze(dt' ⁸2αeναντοο) der dem Wirken des Zufalls anheimgegebenen Frist hervorheben? Nicht etwa, um ihren Tod auch von Seiten der Leichtigkeit und Schmerzlosigkeit zu preisen, denn welches Lob hätten darin die Gefallenen selbst gehabt? Auch steht das spätere dνααννοοσ αναroc(„schmerzloser Tod“) in ganz anderem Zusam-
5
1


