Aufsatz 
Erläuterungen über den Gedankenplan des pericleischen Epitaphios, gegeben durch Erklärung betreffender Stellen
Entstehung
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der Regel auch wirkliche Personen gemeint, z. B. Demosth. pr. cor.§. 66. Thucyd. VI. 10, 1, jedoch in einer sächlichen Beziehung, z. B. als Object des Besitzes u. s. w. Auch diese Ein- schränkung fällt noch weg in andern Gegenüberstellungen, so heisst es I. 143, 5: 46ρ% ο mQuάν o- x6ν να τοεανα᷑ dd riν οαοσιμαἀαων, worauf sogleich ol dν⁶ε den oiztat und der j gegen- übergestellt, also den α‿φαt parallel gebraucht werden. Ebenso ist es VI. 17, 2. 05re εο d -6μα obte u Th Lpx, wo die Beschützung der Person der Beschützung des Landes gegen- über gestellt ist. Noch augenfälliger heisst ei☛ Person in der Gegenüberstellung αμαᷣα und. letc(so in Demosth. pr. cor.§. 100.), denn der Begriff Staat fordert den Gegensatz Individuum, Person. Hiernach wird man denn auch αι☛α da, wo es einzeln steht, wenn anders der Zusammen- hang darauf hinweist, als Person zu nehmen haben. So ist es in VI. 15, 3, wo Thucydides von den Eigenthümlichkeiten des persönlichen Lebens, der Person des Alcibiades redet, wie solche nach- her in cap. 16. ausführlicher besprochen werden, nicht von denen seines blos körperlichen Lebens. An unserer Stelle ist diese Deutung eine um so fügsamere, als es sich hier wesentlich noch um ein Moment handelt, das ebensowohl in dem Begriffe Person, Persönlichkeit mit gesetzt ist, als es dem ursprünglichen Sinne von ανπμα nahe liegt. Dies ist das Moment der lebendigen Gestaltung und sichtbaren Darstellung jenes reichen Charakterinhalts. Um dieses Momentes willen wählt der Schrift- steller auch in jenen das Centrum der zweiten Recapitulation bildenden Worten das nicht nur Art, sondern zugleich auch Gestalt bedeutende?doc, so dass mit ex? xleiot eloy nicht nur auf Ver- schiedenartigkeit, sondern auch auf Fielgestaltigkeit hingewiesen ist. Ferner gehört dieser Modification des Gedankens das uerà JTaoircv auch mit an, insofern darunter am Besten nicht nur die Harmonie in der Verbindung der verschiedenartigen Charakterzüge, sondern auch die Anmuth ihrer sichtbaren einheitlichen Erscheinung verstanden wird. Nach allen den durch den Zusammenhang hier im Begriffe μα involvirten oder ausdrücklich mit ihm verbundenen Momenten ist also gemeint: die den Reich- thum verschiedenartigster Charaktereigenthümlichkeiten in lebendiger Einheit zur Erscheinung brin- gende Person des einzelnen Individuums(xaνν εᷣagtov und rhv areν 2ν⁶οα⁴·). Unser Beweis ist hier- mit hinreichend geführt. 3) Aber noch Folgendes gehört in Beziehung auf die hier entwickelte Auffassung der Stelle zur Sache. Einmal: Wenn der Redner nicht nur die Vereinigung jener Menge verschiedenartigster Charakterseiten, sondern zugleich auch deren vollkommene Ausprägung zu pla- stischer Persönlichkeit hervorhebt, so hat dies theils in dem allgemeinen laudativen Zweck dieser Lobrede seinen guten Grund; denn das Letztere giebt in der Wirklichkeit dem Ersteren erst seinen vollen Glanz und Werth, das Letztere ferner ist viel seltener als das Erstere für sich allein und war darum für die Athener, denen es thatsächlich eigen war, ein um so grösseres Lob. Theils hat es seinen Grund in einer besonderen zwischen diesem zweiten Gliede der Recapitulation und dem ersten Gliede beabsichtigten Verwandtschaft des Resullates. Dieses besagt im ersten Gliede hinsichtlich der xãda x²ec, dass sie ric Eldddo aldebotc sei. Diesem Ergebniss entspricht es, wenn nach der Aus- sage des zweiten Gliedes die Einzelnen auch den Reichthum attischer Sinnes- und Charakterweise Jeder an sich in der vollkommensten Weise persönlich zur Erscheinung bringen, indem sie so auch Anderen die Anschauung eines belehrenden Beispieles und bildenden Musters, also ebenfalls eine zαe- deuαισσ gewähren. Und dies ist. keine zufällige oder ausgeklügelte Uebereinstimmung des Resultates, vielmehr entspricht sie dem in der Ankündigung des ganzen Abschnittes klar ausgesprochenen Lehr- zwecke des Redners, indem er dort(36, 3) sagt:",2μέςααρν thvν πeUora dudou dorcννννα Sεαυναιυμν Ssu- g0%ν uνα αriννεπαατηοσα:. Uebrigens ist gerade die in vorstehender Erklärung sich ergebende Uni- versalität der persönlichen Ausbildung dasselbe, was Schiller in den Briefen über die ästhetische Er- ziehung des Menschen als unterscheidenden Charakter des Griechenthums gegenüber der modernen