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Einwendungen? Antwort: innerhalb des schon nachgewiesenen Darstellungszweckes noch eine beson- dere, feinere Intention des Darstellers anzuerkennen. Dieser nämlich bleibt bei der oben nachge- wiesenen gesonderten Aufstellung beider Prinzipien noch nicht stehen, sondern er giebt in jedem Satze dem darin aufgestellten Principe durch einen begleitenden Ausdruck noch das andere zur Seite, damit an jedem gleich auch das zur Darstellung komme: wie es, zum höchsten Lobe für die athe- nische Verfassung, an sein Gegentheil als an seine nothwendige Schranbe gebunden sei. Wie nun also die- ser Intention gemäss in dem zweiten Satze das Individualitätsprinzip an dem anderen näher die Schranke findet, dass vermöge dieses letzteren alle den Individuen durch Stand und Vermögen, also von aussen, anhaftenden Unterschiede aller politischen Geltung entzogen sind, und so nur die dem Individuum selbst entstammenden Vorzüge(dr“ deric, 2.νακ to dτπαννν ⁵οα⁷) mit politischer Berech- tigung übrig bleiben; so ist auch im ersten Satze wiederum dem demokratischen Princip an dem anderen seine Schranke beigegeben in den Worten ο οοσ τà 10εια εeςσσ. Und so erklärt sich auch das letzte, die Präposition. Hier vereinigt sich in mit dem vergleichenden Sinne(im Vergleich zu) der des Entgegenwirkens(gegen, entgegen), ganz so wie oft in unserem: Gegenüber. Diesen Sinn hat die Proposition z. B. auch in VI. 11, 4 dεd τν aαο υνωπη mαμ‿έυνν τμνμςσα εέꝛνσωεμεᷣ τ τποοό ον xs ερενεκσᷣα„dem gegenüber, was ihr Anfangs fürchtetet(ihnen nämlich zu unterliegen), wurdet ihr wider Erwarten ihnen überlegen,“ oder in IV. 92, 3%Gσ ε †τ⁴ef οοςα dotureirovac. Unser Satz heisst also: Was die Gesetze anlangt, so steht gegenüber den persönlichen Unterschieden der Ein- zelnen Allen das gleiche Recht zu.“— 3) Jetzt fordert ein rhetorischer Punkt eine Erläuterung. In dem die Combination der beiden Verfassungsprinzipien darstellenden Satzpaar bringt der Redner die eigentliche Darstellung des Individualitätsprinzips in das zweite Glied, also an die rhetorisch bevor- zugte Stelle, und giebt ihr auch durch die Menge und Wahl der Redemittel vor dem anderen Prin- zip das rhetorische Uebergewicht. Warum? Da Pericles selber ein an Kraft und innerem Reichthum ausserordentlich entwickeltes Individuum war, und da er seiner gesammten ganz einzigen politischen Stellung nach ein Produkt— ja man kann sagen die höchste Blüthe— dieses letzteren Verfassungs- prinzips Athen's war, so war ihm auch dies natürlich das wichtigste. Und auf solche Weise kommt dieses zugleich hier so zu stehen, dass an das Gleiche nun das Gleiche sich anschliessen kann und das ungehemmteste Weitergleiten der Rede zu der sofort folgenden Darstellung der sτdeoαα ge- währt ist, welche letztere ja wiederum das Individuum, nur auf einem anderen Gebiete seiner Lebens- entfaltung, wie schon gezeigt ist, zum Gegenstande hat. So hängt also auch hier wieder das Ein- zelne mit dem grossen Ganzen der Rede, und zwar mit einem ihrer bedeutungsvollsten Charakter- züge fest zusammen. Die neben anderen Ideen in ihr waltende Idee der Individualität, der freien und innerlichen Entfaltung des Suhbjects, diese Idee ist es ja, durch welche diese Rede über die herr- schenden Maasse des antiken Bewusstseins sich hoch erhebt und fast den Standpunkt des modernen Geistes— auf dieser Seite— erreicht.
Cap. 39. Die nachfolgenden Bemerkungen zu diesem Capitel stehen in Verbindung mit der demselben in der Analyse unter dα olac re eτεiᷣσe etc. angewiesenen logischen Stellung.—
Adagéομee xαeꝭ ra riν οdενννεννĩ⁴‿ᷣ aσ räν ναrtωνν oëcde. Die durch das ganze Capitel hindurchgehende Ausführung dieses ankündigenden Gedankens erweist, dass unter dem Gat- tungsbegriff ueᷣlérae roν οdεμάα, Zweierlei befasst wird: theils das, was durch sicherstellende Verwaltungsmaassregeln für den Krieg vorgekehrt, theils das, was durch Ereiehung für den Krieg vor- bereitet werden kann. In beiden Stücken wird den Athenern vor ihren Feinden der Vorzug grösserer Liberalitdt zuerkannt. Dieses gemeinsame Resultat wird in Beziehung auf den ersten Punkt in dem Satze rhv rs d%— 13GGy, und in Beziehung auf den zweiten Punkt von da ab in zal eu rau α⁶eidts u. s. w. entwickelt. Auf dieses zal weist das obige ré voraus.


