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als drittes Lob eine kurze Lobpreisung der Jetztlebenden(Qε okds ot vDv Ert bvrec u. s. w.); zu- gleich aber bereitet er durch diese, weil sie die Träger des gegenwärtigen Staates und seiner jetzigen Grösse sind, sich die Bahn zu dem vierten Lobe, einer ausführlicheren Verherrlichung der gesammten athenischen Staats- und Lebensordnung in ihrer gegenwärtigen Gestalt. Und diesen Gegenstand beginnt er mit einer vorbereitenden Uebersicht seiner drei Haupttheile(sxπυεκνυνοσπςσ, olereia, οονο), womit er noch die Ankündigung verbindet, dass auf diesen Gegenstand das besondere Lob der Gefallenen— dies ist das fünfte und letzte— folgen werde. Was somit Einleitendes in dem Capitel ist, das bleibt Alles nur in dem Bereiche Eines bis Cap. 42. gehenden Haupttheiles, den man im engern Sinne den Erawos nennen kann, umfasst aber auch diesen noch nicht ganz, sondern kündigt nur die beiden letzten und ausgedehntesten Hauptobjecte desselben an, nachdem drei andere, zwar kürzer gefasste, aber logisch ihnen durchaus beigeordnete Hauptobjecte dieses Theiles schon vorher behandelt sind. Und nun folgt vom Cap. 43. an bis zum Schluss noch erst der ganze zweite Haupttheil der Rede, die an die verschiedenen Klassen der Zuhörer gerichtete und hiernach sich gliedernde xdoalvsoi!— In der That das Prooemium unserer Rede verriethe einen gar mittelmässigen Redner und enthielte auf der einen Seite zu viel(b), auf der andern Seite zu wenig(c), wenn Cap. 36. zum Prooemium gehörte. Die vorstehenden Gründe sprechen zugleich auch gegen die mehr vermittelnde Ansicht Poppos: Proprie hoce caput transitum ab exordio ad rà ⁊ενα⁴ανα parat, et modum tractationis univer- sum atque despositebneu orationis proponit. Fortasse igitur propositio rectius appelletur cum Winsemio. Iro ds olac re Sr*οεκιασαεςα*⁷μ⁶νονεπσν abrà, zal εν οla zoldersiac zal ταισπ εε ν nusrdla Srsνsro. Warum bedürfen diese Worte einer Erklärung? Da hier mit den drei Wörtern ene- rijdνασις, xolereia, oαοο von Thucydides unleugbar die Gattungsbegriffe aufgestellt werden, nach denen er seinen nächsten Stoff zu zerlegen und dessen Darstellung zu gliedern gedenkt; so sind diese Wörter in solcher Bedeutung erst dann verstanden, wenn alles das, was der Schriftsteller unter jedem dieser Begriffe im Folgenden subsumirt hat, sicher nachgewiesen, und solchergestalt denn auch die von ihm beliebte Abgrenzung eines jeden der drei Theile, sowie ihre Reihenfolge festgestellt ist. Ein so objectiv gehaltenes Analysiren ist, auch wenn der Schriftsteller nicht auf eine so ausdrück- liche Weise zur Analyse aufgefordert hätte, bei einem mit so beuusster dialektischen Architektonik angelegten Redewerke ein wesentlicher Bestandtheil der Erklärung. Dazu kommt, dass— trotzdem — gerade dieser Bestandtheil bei Erklärung unserer Rede noch nicht tiefgehend genug, wie schon eine frühere Stelle zeigte, bis jetzt berücksichtigt worden ist. Poppo berücksichtigt in seiner über den Capiteln hinlaufenden Stoffanalyse die von Thucydides aufgestellte Dreitheilung dieses Abschnittes nicht, während er sie doch unter den Worten zal c— öoctau recht wohl beachtet; sondern nimmt den Einen von den drei Begriffen des Thucydides zum allgemeinen Gattungsbegriff für den ganzen Abschnitt, indem er diesen rauvoc rijc zodereiac überschreibt, und schliesst sich bei dessen speciellerer Gliederung den überkommenen Capiteln an, wobei zwischen den jedesmal als Summe darübergesetzten Begriffen ein klares und nothwendiges logisches Verhältniss nicht einleuchtet. Auch Meyer setzt in seiner vorausgeschickten Analyse an Stelle des dem Werke eingebornen, von dessen Schöpfer gewollten Gliederwuchses ein selbstgeschaffenes, den einzelnen Capiteln abstrahirtes Schema. Zwar macht er nicht wie Poppo den Einen Begriff oteia zum Gattungsbegriff des ganzen Abschnit- tes; einerseits aber dehnt er den zu xoßereia genommenen Theil zu weit aus, über das ganze Cap. 37., andrerseits ordnet er diesem Theile statt der zwei von Thucydides angekündigten Theile vier andere bei,— nach der Zahl der noch übrigen Capitel, und stellt überdies diese Theile unter Begriffe, die — was sie Beides sollten— weder mit logischer Stetigkeit fest an einander schliessen, noch mit Schärfe sich ausschliessen. Man vergleiche z. B. seine Theile c. und d.„c. Laudes fortitudinis junctae


