Aufsatz 
Erläuterungen über den Gedankenplan des pericleischen Epitaphios, gegeben durch Erklärung betreffender Stellen
Entstehung
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Lobrede hegen möchte, Gewicht zu legen auf das die Rede gebietende Gesete. Darum sagt er am Schlusse des Prooemiums(35, 3) und zwar im offenbaren Rückblick auf dessen Anfang eεο ½ roc dla bꝶσα εdονμεενν, o* α εμᷣð᷑ P3μενον τ mð⁹έ⁵ εινσοαα l., worin das die Rede vorschreibende Gesetz gemeint ist. Und mit ebenso offenbarem Rückblick auf den Anfangsgedanken sagt er am Schlusse der ganzen Rede 46, dieselbe als eine Wirkung des darüber gegebenen Gesetzes bezeichnend: elpyrat zal uFH 2o zarà rov v6uonνl. Mit derselben objectiven Gesinnung endlich, welche das subjective Meinen dem Gesetze absichtlich unterordnet, führt der Redner im zweiten Satz des Prooemiums seine Privatmeinung nur so ein: 2Q2½ yν⁴οον ν εε eiwat, das heisst: nicht als eine solche, die er zwar mit Bescheidenheit limitirt, aber dennoch festhält, sondern als eine solche, die er gar nicht hegt und nur hegen würde, wenn nicht das Gesetz es anders wollte, eine Bedingung, die, nur in anderer Form, später unten in den schon angeführten Worten 2rεειο ε roοꝶςα απαεα 200- xiμᷣαmαν nachfolgt. Das ist der treffliche und volle Sinn des conditionalen Indicativ mit v, und nach einer solchen Einführung ist Alles in diesem Prooemium zuletzt nur zu Ehren des Gesetzes geredet, wogegen die Verbindung ⅜᷑ν ßενα, d. h. die Annahme einer potentialen Behauptungsform die Gesin- nung des Redners verwischt, ja ihn sogar zu einem Bemäkler des Gesetzes macht. Weil also diese drei Stellen ihre klare Beziehung und volle ethische Wirkung verlieren würden, wenn nicht an der Stelle, auf die sie hinweisen, das die Lobrede gebietende Gesetz gemeint wäre, so hält der Ver- fasser diese seine Erklärung für die rathsamste:sie loben den, der durch das Gesetz diese Rede hinzugefügt hat. Das, was so den Beziehungsbegriff zu ποτσοεένακα zu bilden hat, die gegenwärtige Feier oder die eben bewirkte Beerdigung, wird nicht weiter ausgesprochen, weil es thatsächlich vor- liegt. Ganz wie hier wird auch im Menexenos die Rede mit dem Gegensatz von That und Rede eröffnet und wegen letzterer auf das gebietende Gesetz verwiesen. Der Hauptgedanke des Prooemiums ist nun der: Ich würde aus gewissen Gründen das Hinzutreten einer Rede zur thätlichen An- erkennung der Gefallenen für überflüssig und bedenklich halten, wenn nicht das Gesetz anderer Meinung wäre. Ihm habe ich Folge zu leisten.

Cap. 36. Aoëohas d'deν% υνν³ νQμυυωπ Bu. s. w. Weber und Meyer nehmen dieses Capitel noch zum Eingange der Rede. Dem widersprechen folgende Gründe: a) Wenn der Redner, nachdem er schon(im 35. Cap.) einen einleitenden Gedanken behandelt und bis zu einem vollständigen Ab- schlusse durchgeführt hat, dann beim Weitergehen ausdrücklich erklärt, nun anfangen zu wollen (dosonad¹); so liegt darin doch klar genug ausgesprochen, dass die Einleitung nun zu Ende sei und die Sache selbst, die eigentliche Rede, jetzt beginnen solle. b) Der nächste Inhalt ferner dieses Capitels verbietet dessen Verweisung in den Eingang. In diesen gehört nicht, was schon ein we- sentlicher Theil des Gegenstandes selbst und ein nothwendiges Glied in dessen eigentlicher Ausfüh- rung ist. Das ist aber der Fall mit dem in diesem Capitel ausgesprochenen Lobe zuerst der ältern, sodann der jüngern Vorfahren(πwVVvot und αreεοsc). Denn die Vergleichung der andern uns noch erhaltenen Exemplare dieser Gattung von Lobreden zeigt, dass diese den Vorfahren geltenden Be- lobungen einen stehenden, zum Charakter der Gattung gehörenden, darum auch mehrfach sehr ge- flissentlich ausgeführten Stoff und Theil dieser Reden bildeten, indem man die Thaten und Opfer der zuletzt Gefallenen nur als das letzte Glied der langen in ältester Zeit beginnenden Kette öffent- licher Verdienste betrachtete. Es hiesse also unserer Rede ins Fleisch und Leben schneiden, wenn wir diese Belobigungen aus der eigentlichen Rede ausscheiden und in das Prooemium verweisen wollten. c) Auch der übrige Inhalt des Capitels, so gewiss dieser zum Theil vorbereitender und ankündigender Natur ist, gehört dennoch nicht in ein Proömium zur ganzen Rede. An jene beiden, Belobigungen nämlich(der οιe und zacépec) reiht der Redner, dem Gange der Zeit folgend,